Erste Hilfe am Hund: So klappt’s

Yvonne Kern. Foto: nh

Eine Rasierklinge verschluckt oder vom Auto angefahren: Wenn der Vierbeiner in Gefahr ist, müssen Herrchen schnell handeln. Tierheilpraktikerin Yvonne Kern nennt fünf Notfälle und sagt, wie die Erste Hilfe am Hund funktioniert. Von Anna Scholze

Rasierklinge verschluckt

Immer wieder legen Tierhasser Rasierklingen aus. Verschluckt der Hund eine Klinge, zählt jede Minute. „Die Besitzer sollten sofort in eine Klink fahren“, sagt Kern. Erste Hilfe solle nur dann geleistet werden, wenn man sich sicher sei, dass es sich um eine Klinge oder einen anderen Gegenstand handelt. Ist das der Fall, können Besitzer ihrem Haustier Sauerkraut füttern. „Das Kraut wickelt sich um die Klinge und schützt den Magen“, sagt Kern, die regelmäßig Erste-Hilfe-Hilfe-Kurse für Hunde gibt. Allerdings sollten die Besitzer trotzdem in von 15 Minuten in einer Tierklinik sein. Zuvor sei es wichtig, sich anzukündigen, damit der Operationssaal vorbereitet wirf.

Vom Auto angefahren

„Wenn ein Hund von einem Auto angefahren wurde, sollte er möglichst wenig bewegt werden“, sagt die Tierheilpraktikerin. Sie rät außerdem, das verletzte Tier in eine Decke zu wickeln, damit es ruhig liegen bleibt. Professionelle Hilfe muss unbedingt auch dann aufgesucht werden, wenn keine Verletzung zu erkennen ist. „Nur weil der Vierbeiner keine Schmerzen äußert, bedeutet das nicht, dass er keine hat“, sagt die Expertin.

Nach dem Fressen den Magen gedreht

Insbesondere große oder junge Hunde sollten direkt nach dem Fressen nicht spielen oder wild herumtollen, da sie besonders anfällig für eine Magendrehung sind. „Auch muss darauf geachtet werden, dass sie nach dem Essen nicht auf dem Rücken schlafen“, sagt Kern. Denn das gefüllte Verdauungsorgan bewege sich nicht mit. Anzeichen für eine Drehung können, laut der Heilpraktikerin, ein aufgeblähter Bauch und ein dumpfes Geräusch bei leichtem Klopfen auf diesen sein. Behält der Hund keine Nahrung bei sich, ist dies ein weiterer Hinweis. Auch in diesem Fall sollte der Vierbeiner in einer Hundebox zum Tierarzt transportiert werden.

Vom anderen Hund gebissen

Wenn die Haut durch Hundezähne angeritzt ist, sollten Besitzer die Wunde reinigen und verbinden. Kern sagt: „Dazu eignet sich Kinderdesinfektionsmittel, da dieses am wenigsten brennt.“ Haben die spitzen Zähne eines Welpen oder einer Katze die Haut des eigenen Hundes verletzt, sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden. „Die Tiere verursachen Wunden, die sich direkt wieder schließen“, erklärt Kern. Die Verletzung sei oft äußerlich nicht zu sehen, doch unter der Haut drohe eine Infektion. Bei größeren Wunden sollte ein normaler oder ein Druckverband angebracht werden.

Beim Spielen mit dem Stöckchen verletzt

Kern rät davon ab, für Hunde einen Stock zu werfen. Denn es könne passieren, dass dieser im Boden stecken bleibt und die Fellnase sich mit dem Maul voran darauf stürzt. „So besteht die Gefahr, dass das Holz die Hauptschlagader durchbohrt, die direkt neben den Mandeln liegt.“ Außerdem könne es passieren, dass der Hund auf den Stock tritt und dieser sich in die Pfote bohrt. „Wenn ein Ast in der Pfote steckt, darf er auf keinen Fall herausgezogen werden“, sagt Kern. Sie empfiehlt, die Wunde so gut es geht zu verbinden und umgehend in eine Klinik zu fahren.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare