Ernährungsberatung: Deshalb benötigen Haustiere einen Diätplan

Immer mehr Hunde und Katzen sind zu dick. Eine Ernährungsberatung kann helfen. Foto: panthermedia/ o_sa

Zu viele Leckerlis, minderwertiges Futter: Immer mehr Hunde und Katzen sind übergewichtig und krank. Eine Ernährungsberatung ist für die Haustiere deshalb oft die letzte Rettung. Von Anna Scholze

Region Rhein-Main – Ernährungswissenschaftler sind sich sicher: Menschen, die zu viele Süßigkeiten und Fertigprodukte essen, werden krank und nehmen zu. Das gilt auch für Katzen und Hunde, die permanent mit Leckerli und minderwertigem Industriefutter vollgestopft werden. „Hundebesitzer haben etwa oft mit ihren Tieren Mitleid, wenn sie ihnen nur eine 20-Gramm-Dose geben und füttern deshalb über den Tag verteilt immer wieder Leckerli“, sagt Tierärztin Karin Löffler aus Frankfurt. Die Folge: Die Vierbeiner werden übergewichtig und krank. Spätestens jetzt gibt es für die Haustiere nur eine Chance: Sie brauchen eine Ernährungsberatung.

Karin Löffler erarbeitet gemeinsam mit den Haltern etwa für ihre Welpen einen individuell abgestimmten Futterplan. „Dabei wird beachtet, wie aktiv der Hund ist, wie viel er wiegt und welches Alter er hat“, sagt die Veterinärin.

Die Ernährung mit Barf-Futter gilt unter Experten als die geeignetste. Dabei bekommen Hunde möglichst naturbelassenes Futter, wie etwa Kuhmagen zusammen mit püriertem Gemüse. Wichtig bei einer Ernährungsumstellung ist laut Löffler, dass die Haustiere nicht zu schnell abspecken. Das sei für Vierbeiner ebenso ungesund, wie für den Menschen.

Auch Birgit Seeger, selbstständige Ernährungsberaterin für Hunde und Katzen aus Heusenstamm, trifft immer wieder auf Haustiere, die durch zu viele Leckerlis übergewichtig geworden sind. „Der Zucker kann die Tiere genauso süchtig machen wie uns Menschen“, sagt sie. Es sei ein Trend zu verzeichnen, dass die Zahl der übergewichtigen Katzen und Hunde zunehme. Seeger rät den Tierhaltern auf gesunde Alternativen zurückzugreifen. Zum Beispiel Ochsenziemer oder Lammohren für Hunde und bei Katzen Hähnchenmägen oder Putenstäbchen. Wenn die Ernährungsberaterin zu ihren Kunden nach Hause fährt, achtet sie deshalb nicht nur auf das Gewicht der Tiere, sondern auch darauf, was in den Napf kommt. „Einige Nass- und Trockenfutter-Sorten enthalten viel Chemie, Füll- und Konservierungsstoffe.“ Das könne bei Hunden und Katzen zu schweren gesundheitlichen Erkrankungen führen wie Allergien, ständiger Haarausfall, Magen- und Darmprobleme und sogar zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Deshalb sei es wichtig, den Tierhalter zu informieren, worauf sie beim Futterkauf achten sollten.

Berät Karin Löffler ihre Kunden zu geeignetem Futter, schickt sie diese gemeinsam mit ihren Hunden zum Tierheilpraktiker. „Die Vierbeiner bekommen dort eine Fellanalyse.“ So könne herausgefunden werden, was die Tiere benötigen und was genau ihnen fehlt. Bei einer Ernährungsumstellung müsse jedoch nicht immer gebarft werden. „Es gibt auch geeignetes Trocken- oder Nassfutter“, sagt Karin Löffler.

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