So erleben die Zootiere die Kälte

Rhein-Main bibbert bei den aktuellen Minusgraden. Doch wie gehen Zoo und Wildpark mit der Kälte um? Der EXTRA TIPP hat nachgefragt, welche Exoten drin bleiben müssen und welche Arten sich gerade richtig wohl fühlen.

Region Rhein-Main – Es ist knackig kalt in Rhein-Main. Doch nicht nur die Menschen bibbern. Der EXTRA TIPP wollte wissen, wie die Zootiere den Wintereinbruch verkraften. „Viele Tiere kommen überraschend gut mit der Kälte zurecht“, sagt Martin Becker, Vizedirektor des Opel-Zoos in Kronberg. So kennen beispielsweise Elefanten und Zebras Temperaturen um den Gefrierpunkt, weil die offene Landschaft der afrikanischen Savanne über Nacht stark auskühlt. Allerdings gebe es auch Arten, die in ihrem ursprünglichen Lebensraum niemals Frost erleben würden. Dazu gehören die Gibbons, die aus dem tropischen Regenwald kommen, und Flamingos. „Diese Arten bleiben vorerst in den Innengehegen“, sagt Martin Becker. Andere Arten könnten sich selbst aussuchen, ob sie sich im Außen- oder im Innengehege aufhalten möchten.

Gleiches gilt für den Zoo Frankfurt.

Bei einigen Tieren wird nach Lage entschieden, ob sie raus dürfen, sagt Zoo-Mitarbeiter Kai Blessing. „Bei den Giraffen begehen die Tierpfleger morgens das Außengehege und entscheiden. Bei Eis und Glätte bleiben sie im Innenraum.“ Ähnlich ist es bei den Löwen. Zwar ist im Graben der Außenanlage eine Pumpe installiert, die das Wasser zirkulieren lässt. „Doch falls das Wasser gefriert, dürfen die Löwen nicht raus“, sagt Blessing. Das gilt auch für die Giraffen im Opel-Zoo. Weil sie auf gefrorenen Eisflächen ausrutschen und sich verletzen könnten, bleiben die langbeinigen Säugetiere drinnen. „Die Giraffen haben eine Halle mit 400 Quadratmetern Lauffläche, damit sie sich trotzdem genügend bewegen können“, sagt Vizedirektor Martin Becker.

Für kuschelige Wärme der tierischen Bewohner sorgt die Technik: So bekommen die Erdmännchen Wärmelampen, die Störche stehen auf beheizten Steinplatten, die Löwen im Frankfurter Zoo freuen sich über einen beheizten Stein. Die Maßnahmen erhöhen nicht nur den Wohlfühlfaktor. Sie sollen auch verhindern, dass die Tiere sich eine Erkältung holen. „Elefanten können auch eine laufende Nase beziehungsweise einen laufenden Rüssel haben und niesen“, sagt Martin Becker vom Opel-Zoo. Menschenaffen können sich sogar beim Menschen mit einer Erkältung anstecken. „Das ist einer der Gründe, weshalb ‘Mein Tag im Zoo’ nicht bei den Menschenaffen stattfinden kann“, sagt Mitarbeiter Kai Blessing. Im Wildpark Fasanerie in Hanau-Klein-Auheim haben die meisten Tiere des Wildgeheges keine Probleme mit der Kälte. Im Gegenteil: „Wisente, Polarwölfe und Elche mögen die niedrigen Temperaturen und sind in dieser Zeit sogar weniger krank“, sagt Wildparkbiologin Marion Ebel. Auch in den Zoos in Kronberg und Frankfurt gibt es Kälte-Fans: Seehunde, Waldrentiere, Schneefüchse und die in den Anden beheimateten Brillenbären genießen den aktuellen Wintereinbruch. Vor allem die Schnee-Eule ist hart im Nehmen: Das Beutetier, das normalerweise in der Arktis beheimatet ist, kann Temperaturen von bis zu minus 56 Grad überleben und ist damit der Weltmeister unter den Vögeln.

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