Manchmal schaut das Findelkind noch im Waldzoo vorbei

Endlich frisst er dunkle Mäuse! Kauz Archie ausgewildert

An ihm bissen sich Experten lange die Zähne aus: Kauz Archimedes wollte nur weiße Mäuse fressen. Nun ist der Vogel aber auch bei dunklen Mäusen auf den Geschmack gekommen und konnte deshalb endlich ausgewildert werden. Von Julia Oppenländer

Offenbach – Im Waldzoo Offenbach standen auch erfahrene Mitarbeiter lange vor einem Rätsel. Waldkauz Archimedes war nach einem Sturm von der Polizei Anfang März vorbeigebracht worden. Doch ihn wieder aufzupäppeln, gestaltete sich schwierig. Der junge Vogel wollte nämlich nur weiße Mäuse auf dem Speiseplan haben. Und selbst diese durften nicht zu groß sein. Dunkle Mäuse ließ er einfach liegen, wie Waldzoo-Chefin Susanne Meyer dem EXTRA TIPP erzählte. Eine Auswilderung war bei diesem Fressverhalten natürlich erst mal vom Tisch.

Doch die Geduld der Mitarbeiter hat sich inzwischen ausgezahlt. Wie der Waldzoo nämlich Anfang der Woche auf seiner Facebook-Seite mitteilte, konnte Kauz Archie inzwischen in die Freiheit entlassen werden. „Wir haben ihm wochenlang natürlich vor allem weiße Mäuse zu fressen gegeben. Nach einiger Zeit mischten wir aber auch wieder ein paar dunkle darunter“, sagt Susanne Meyer. Anfangs ließ der Waldkauz die Dunklen noch liegen. Doch nach einiger Zeit kam er auch bei diesen auf den Geschmack und merkte wohl: Die schmecken ja genauso gut wie die weißen Mäuse!

Das Rezept der Waldzoo-Mitarbeiter im Umgang mit Archimedes hatte also im Prinzip nur eine

Zutat: „Geduld, Geduld und noch mehr Geduld“, sagt die Chefin.

Der Auswilderung stand nun nichts mehr im Wege. „Wir haben ihn direkt hier im Zoo in die Freiheit entlassen.“ Dabei wurde der ursprüngliche Plan umgesetzt. „Nachdem er ordentlich gefressen hat, haben wir irgendwann die Fenster aufgelassen – durch eins ist er dann weggeflogen.“

Sich komplett von seinem vorübergehenden Zuhause trennen, das konnte der kleine Kauz zunächst aber nicht. Susanne Meyer: „Fünf Tage kam er noch zum Fressen hier vorbei. Mittlerweile geht er aber offenbar alleine auf die Jagd.“ Manchmal können ihn Waldzoo-Besucher abends auch über das Gelände fliegen sehen. „Nach und nach wird sich Archimedes aber immer weiter von uns entfernen und sich richtig im Wald einleben.“

Seine Hütte, in der er im Zoo lebte, hat inzwischen schon den nächsten Bewohner. Fuchsmädchen Elsa ist hier vorübergehend eingezogen. Auch sie soll in den nächsten Wochen ausgewildert werden.

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