Während E- und Wasserstoffbusse überzeugen, kann die Tram nicht punkten

Elektro-Bustram: Ihr geht nach 60 Kilometern die Puste aus

Der Hersteller Iriza hatte die Elektro-Bustram der Stadt für Probefahrten zur Verfügung gestellt. Foto: traffiQ Frankfurt am Main/ nh

Frankfurt hat die Elektro-Bustram getestet. Doch bereits vor den Probefahrten ist klar: Für die Mainmetropole ist die Tram ungeeignet. Denn sie macht bereits nach 60 Kilometern schlapp. Andere Stromer und Wasserstoffbusse sind hingegen deutlich leistungsstärker. Von Anna Scholze

Frankfurt – Schwarzer Lack, Türen ganz aus Glas und ein schnittiges Design. Während die Elektro-Bustram optisch ein Hingucker ist, reicht ihre technische Ausrüstung zumindest für Frankfurter Bedürfnisse nicht aus. Auch wenn das bereits vor den Probefahrten feststand, wollte sich die Stadt einen Testlauf nicht entgehen lassen. Der spanische Hersteller Iriza war auf die Mainmetropole zugegangen und hatte ihr den Gelenkbus zur Verfügung gestellt. „Wir haben nur selten die Gelegenheit, Busse einmal auszuprobieren“, sagt In-der-City-Bus (ICB)-Geschäftsführer Alois Rautschka. Die Tram ist in der vergangenen Woche jeweils zwei Tage auf den Linien 75 und 30 gefahren.

Ihr Einsatz in Frankfurt scheitert, laut Alois Rautschka, insbesondere an der Reichweite des Fahrzeugs. Denn das muss nach 60 Kilometern wieder an die Steckdose. Für kurze Touren innerhalb der Linie 75 reicht das zwar noch aus. Auf der längsten Runde von 135 Kilometern wird es laut ICB-Chef hingegen schwierig. Bei solch einer Fahrt müsste die Tram dreimal aufgeladen werden. „Es dauert rund zwei Stunden, bis sie wieder einsatzbereit ist“, sagt Rautschka. Hinzu komme, dass es in Mainhatten keine Ladestationen auf den Strecken gibt.

Ihre Feuertaufe vorläufig bestanden haben hingegen die fünf Elektrobusse, die seit Dezember 2018 auf der Linie 75 im Einsatz sind. Mit einer Reichweite von 150 Kilometern können sie problemlos jede Tour der Studentenlinie fahren. Unterstützung in Sachen umweltfreundlicher Mobilität erhalten sie von drei Wasserstoffbussen. Sie sollen ab Herbst versuchsweise auf der Linie 64 fahren. An die Zapfsäule müssen sie erst nach 320 Kilometern. Auch entfallen bei den Fahrzeugen die Ladezeiten. E-Busse müssen vor dem nächsten Einsatz vier bis sechs Stunden an Strom angeschlossen werden.

„Ein weiterer Vorteil der Wasserstoffbusse ist, dass wir ihren Kraftstoff durch die chemische Industrie in Frankfurt bereits hier haben“, sagt Nora Pullmann, Pressesprecherin der Nahverkehrsgesellschaft Traffiq. Allerdings sei zu bedenken, dass die Hightech-Fahrzeuge sehr teuer sind. Während ein E-Bus 500.000 Euro kostet, schlagen die Wasserstoffbusse mit 650.000 Euro zu Buche. Finanzielle Unterstützung erhält die Stadt dabei durch staatliche Förderungen. Dennoch: „Bei 370 Bussen in Frankfurt will die Anschaffung gut überlegt sein“, sagt Pullmann.

Sich auf eine Variante festlegen, will die Stadt derzeit nicht. „Auf dem Markt der alternativen Mobilität gibt es derzeit so viele Entwicklungen, dass wir zunächst alle Optionen in Erwägung ziehen“, sagt die Sprecherin. Wenn etwa die Nachfrage nach Wasserstoffbussen steige und die Preise fallen, sei es vorstellbar, dass die Stadt stärker auf sie setze. „Genauso ist es möglich, dass wir bei dem momentanen Mix bleiben“, sagt sie. Der Stadt sei es wichtig, sich am Ende für die sinnvollste Option zu entscheiden.

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