Umweltsünder entsorgen Fleischreste in der Natur

Ekelfund im Feld

Schon letzten September wird an gleicher Stelle Fleisch entsorgt. Foto: nh

Einfach widerlich! Unbekannte haben illegal Fleischabfälle in einem Feld im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim entsorgt. Zum Glück ein Einzelfall, sagen die zuständigen Behörden in Rhein-Main. Von Julia Oppenländer

Region Rhein-Main – Schon in einiger Entfernung stinkt es gewaltig. Fliegen summen. Im hohen Gras wird schließlich die Ursache sichtbar: Ein Berg aus Fleischresten liegt nur unweit eines Feldwegs im Hanauer Stadtteil Klein-Auheim – illegal entsorgt. Anwohner, Spaziergänger und Hundehalter sind sauer. Vor einigen Monaten wurde hier nämlich schon einmal abgelegte Fleischreste entdeckt.

Dass dieser Abfallberg nicht nur richtig widerlich ist, sondern auch gefährliche Folgen haben kann, sagt Stefan Röttele, Sprecher der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH: „So abgelegte Fleischreste riechen ja nicht nur schlimm. Sie locken auch Ungeziefer und Ratten an.“ Das bestätigt auch Sandra Lehr von der Unteren Naturschutzbehörde Hanau: „Es können zudem ziemlich schnell Bakterien wie Salmonellen entstehen.“ Diese lösen bei Menschen und Tieren Krankheiten wie Durchfall aus. „Außerdem kann von den Abfällen sogar Seuchengefahr ausgehen“, sagt auch Ursula Luh, Sprecherin des Kreises Offenbach.

Deshalb sollte solcher Müll richtig entsorgt werden: Während privat übrig gebliebenes Essen in der Biotonne entsorgt werden darf, müssen sich Restaurants, Gastronomien und Metzgereien bei der Beseitigung von Schlachtabfällen und Speiseresten an strenge gesetzliche Regelungen halten. Spezialbetriebe übernehmen die Entsorgung. Diese verwerten Knochen, Fette und sonstige organische Reste zu umweltfreundlichem Biodiesel, Strom und Wärme. Wer also dabei erwischt wird, Schlachtabfälle unerlaubt zu entsorgen, dem winkt Ärger. Ursula Luh: „Je nach Kategorie der Abfälle drohen Bußgeld- oder Strafverfahren.“

Ein solcher Fund von illegal entsorgten Fleischresten wie in Klein-Auheim ist aber eine Seltenheit im Rhein-Main-Gebiet. „Im Kreis Offenbach gab es in den vergangenen Jahren nur Einzelfälle“, sagt Luh. „Wir gehen davon aus, dass es sich dabei um so genannte Schwarzschlachtungen handelt.“ Das Ordnungsamt Hanau hat im Stadtgebiet ebenfalls keine Probleme mit illegalen Speiseresten und auch die Untere Naturschutzbehörde gibt Entwarnung. „Die Müllablagerungen nehmen leider zu, Speisereste sind aber zum Glück nicht dabei“, sagt Sandra Lehr. Im Main-Taunus-Kreis und Frankfurt sieht es ähnlich aus. Und trotzdem hat die Stadt im Kampf gegen illegale Entsorgungen alle Hände voll zu tun: „Die Anzahl illegaler Müllablagerungen nehmen bei uns zu – auch in geschützten Bereichen wie Landschaftsschutzgebieten“, sagt Martin Müller, Sprecher des Frankfurter Umweltamts. „Die Menschen sind einfach extrem faul geworden. Wir haben erst diese Woche einen unzulässig abgestellten Kühlschrank im Stadtgebiet entdeckt. Die nächste Abgabestation ist keinen Kilometer entfernt.“

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare