E-Autos kommen nicht in Fahrt

Von Axel Grysczyk

Nach dem Autogipfel in dieser Woche im Kanzleramt ist endgültig klar, dass die Bundesregierung kein Konzept für die Elektromobilität hat. Die Kernaussage des Treffens ist der Bau neuer Ladesäulen und die höhere staatliche Förderung beim Kauf von E-Autos.

Und das ist planlos und zynisch.

Denn letztendlich soll der schleppende Verkauf von E-Autos angekurbelt werden, den die Autoindustrie nicht hinbekommt. Es ist diese Autoindustrie, die jahrelang weiter auf Verbrennungsmotoren gesetzt hat, deren Ausstoß-Werte nur erreicht wurden, weil sie betrogen haben. Anscheinend erkennt die Autoindustrie öffentliche Subventionen nun als Geschäftsmodell.

Klar ist auch: Solange es kein engmaschiges Netz von Ladesäulen für Autos gibt, die in einer überschaubaren Zeit wieder aufgeladen sind, wird das E-Auto nicht massentauglich. Und wie und wo die zusätzlichen eine Millionen Ladesäulen entstehen sollen, ist völlig offen. Ein schlechter Witz ist der Vorschlag, sie auf Supermarktplätzen zu errichten. Denn beim Autogipfel im Kanzleramt war der Einzelhandel gar nicht eingeladen.

Der Autogipfel ist an sich schon gestrig. Denn schon lange geht es gar nicht mehr ums Auto. Es geht um Mobilität. Wer glaubt, er könnte die Verkehrs- und Klimaprobleme in Metropolregionen ausschließlich mit der Einführung von E-Autos lösen, der irrt. Es ist ein Zusammenspiel aus der Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs, des Ausbaus von Radwegen, der Kreativität beim Carsharing und des sukzessiven Austauschs des Verbrennungsmotors zugunsten alternativer Antriebe.

Die Zusammenkunft in dieser Woche war kein Autogipfel, höchstens ein Hügel.

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