Gekündigte Vereine wollen nicht klein beigeben

Fußballakademie: Galgenfrist für Dreieichs Kleingärtner

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Das Gelände an der Lettkaut: Rechts die 95 Parzellen der Kleingärtner Sprendlingen. Sie sollen einer geplanten Fußballakademie weichen. Dafür soll der Hahn-Air-Sportpark (links) ausgebaut werden.

Dreieich – Dreieichs Bürgermeister hat die Kündigung für drei an der Lettkaut ansässige Vereine zurückgezogen. Doch damit ist das Projekt der geplanten Fußballakademie auf dem dortigen Areal nicht vom Tisch. Die Kleingärtner wollen aber weiterhin nicht klein beigeben. Von Dirk Beutel

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Die öffentliche Wut fand ihren Höhepunkt in zwei Bannern, die Unbekannte Anfang August an der Darmstädter Straße zwischen Dreieich und Langen aufgehängt hatten. Auf ihnen stand: „Zimmer verpiss dich!“ und „Nolte hau ab!“.
Hintergrund ist die von Dreieichs Bürgermeister Dieter Zimmer ausgesprochene Kündigung der Pachtverträge für die Kleingärtner, Geflügel- und Brieftaubenzüchter an der Lettkaut in Sprendlingen zum 31. Dezember. Auf dem etwa 30.000 Quadratmeter großen Areal wollen der SC Hessen Dreieich und sein Mäzen Hans Nolte in Kooperation mit Eintracht Frankfurt den benachbarten Hahn-Air-Sportpark für eine deutsch-chinesische Sportakademie ausbauen. Geopfert würden dafür Traditionsvereine, die teilweise über 100 Jahre alt sind, und an neue Standorte verlegt werden müssten.

Bürgermeister nimmt Kündigung zurück

Zimmer ging davon aus, dass sein Vorgehen mit anderen Parteien im Vorfeld abgeklärt gewesen sei. Dem widersprachen Vertreter von CDU, FDP und den Grünen. Ein Okay von den Stadtverordneten gab es ohnehin nicht. Nun vergangene Woche die Kehrtwende: Zimmer hat die Kündigung zurückgenommen: „Ich musste bei der öffentlich geführten Diskussion erkennen, dass ich, bei den großen Chancen, die ich für unsere Stadt gesehen habe und weiterhin sehe, nicht alle Interessengruppen ausreichend mitgenommen habe“, teilte der Verwaltungschef mit.

100-Jahr-Feier wurde schon abgeblasen

Dennoch hält er weiter an der Idee fest und treibt sie voran. Mittlerweile arbeitet die Verwaltung an einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan. In einer Ausschusssitzung am 6. September soll Näheres über das Projekt bekannt werden. Darüber entscheiden wird aber erst die Stadtverordnetenversammlung am 19. September.

An diesem Wochenende feiern die Kleingärtner in Dreieich-Sprendlingen ihr Sommerfest. Kaum vorstellbar, dass ihnen zum Feiern zumute ist. Schon ihre 100-Jahr-Feier für den 21. Oktober haben sie abgeblasen. „Die Stimmung ist sehr gedrückt. Viele machen nichts mehr in ihren Gärten, weil sie nicht wissen, wie es weitergehen soll“, sagt Günter Neukirch, zurzeit kommissarischer Vorsitzender der Kleingärtner (mehr dazu auf der Seite rechts unten). Auf der Hauptversammlung der Kleingärtner am 2. September soll unter anderem das weitere Vorgehen besprochen werden. 

Nähere Details zur Akademie nun bekannt

Geplant sind eine Unterschriftenliste für ein Bürgerbegehren und eine Spendenaktion, um sich später einen Fachanwalt leisten zu können. Denn fest steht: Die Kleingärtner beharren auf ihrem Standpunkt und wollen ihre Parzellen nicht verlassen. In einem Gespräch zwischen den Vereinsmitgliedern und Dieter Zimmer am 4. August habe man das Ende des Pachtvertrages und damit der Räumung auf Ende 2019 verlängert. Die Vereine müssen also davon ausgehen, dass spätestens Ende Februar 2019 wieder eine Kündigung bei ihnen landet.

Mittlerweile sind Eckdaten zur Akademie bekannt geworden. Demnach soll sie auf einer Fläche von gut 6000 Quadratmetern gebaut werden. Dazu gehört ein neues Gästehaus für bis zu 150 Jugendliche und eine Soccerhalle für das Training der Nachwuchsfußballer.

Anfang des Jahres wurden die Kleingärtner in Dreieich Opfer einer Einbrecherbande

Auf den Pilz gekommen: Wie die Anzucht im Garten gelingt

Sogar in Räumen ist es möglich, Speisepilze zu züchten. Pilzzüchter Peter Marseille aus Leichlingen zeigt seine neun Tage alten weißen Champignons. Foto: Judith Michaelis
Sogar in Räumen ist es möglich, Speisepilze zu züchten. Pilzzüchter Peter Marseille aus Leichlingen zeigt seine neun Tage alten weißen Champignons. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Pilze wie diese braunen Champignons lieben Feuchtigkeit und ein kühles, schattiges Plätzchen. Foto: Judith Michaelis
Pilze wie diese braunen Champignons lieben Feuchtigkeit und ein kühles, schattiges Plätzchen. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Speisepilze wachsen auf Stroh, Kaffeesatz, Holz oder Baumstümpfen - oder wie diese Kräuterseitlinge auf Sägemehl. Foto: Judith Michaelis
Speisepilze wachsen auf Stroh, Kaffeesatz, Holz oder Baumstümpfen - oder wie diese Kräuterseitlinge auf Sägemehl. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Sägemehl kann Grundlage für die Pilzzucht sein. Hier wachsen etwa Limonenseitlinge auf Buchenholzspänen. Foto: Judith Michaelis
Sägemehl kann Grundlage für die Pilzzucht sein. Hier wachsen etwa Limonenseitlinge auf Buchenholzspänen. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Für den Anbau von Speisepilzen braucht man eine sogenannte Pilzbrut: Getreidekörner werden mit den wurzelähnlichen Myzelien der Pilze besiedelt. Foto: Judith Michaelis
Für den Anbau von Speisepilzen braucht man eine sogenannte Pilzbrut: Getreidekörner werden mit den wurzelähnlichen Myzelien der Pilze besiedelt. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Peter Marseille ist Pilzzüchter und Speisepilzbotschafter des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer. Foto: Judith Michaelis
Peter Marseille ist Pilzzüchter und Speisepilzbotschafter des Bundes Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Der Großteil der Pilze steckt im Boden. Erst wenn sich das Myzel darin ausgebreitet hat, entwickeln sich die Fruchtkörper, hier Champignons, zur Ernte. Foto: Judith Michaelis
Der Großteil der Pilze steckt im Boden. Erst wenn sich das Myzel darin ausgebreitet hat, entwickeln sich die Fruchtkörper, hier Champignons, zur Ernte. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis
Eine Speisekammer voller Pilze: In dunklen Räumen mit feuchtem Klima züchtet Peter Marseille seine Pilze. Sie sind angesetzt auf Buchen- und Ahornsägemehl, das teils in Tüten steckt. Foto: Judith Michaelis
Eine Speisekammer voller Pilze: In dunklen Räumen mit feuchtem Klima züchtet Peter Marseille seine Pilze. Sie sind angesetzt auf Buchen- und Ahornsägemehl, das teils in Tüten steckt. Foto: Judith Michaelis © Judith Michaelis

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