Mit Pixeloptik und Joystick-Geklicke

Dieses Museum lässt das Herz von Retro-Zocker-Fans höher schlagen

Wollen Exponate zum Anfassen und Ausprobieren: Stefan Pitsch (rechts) und Thomas Daden beim Zocken am C64. Foto: rf

Mit Pixeloptik und Joystick-Geklicke sind Computerspiele aus den 80er Jahren zum Kult geworden. Mitten in Offenbach eröffnet jetzt Rhein-Mains erstes Museum, in dem Besucher spannende Fakten über die Computergeschichte lernen und den Retro-Spielspaß austesten können.

Offenbach – Das Spielfeld ist zweidimensional, die Spieler sind Gesichter-los und der Ball ist eckig. Wer auf dem 80er-Jahre-Kultrechner Commodore, kurz C64, das Fußballspiel „International Soccer“ spielt, merkt schnell, welche Quantensprünge die heutige Grafik gemacht hat. Und trotzdem: Den meisten Spielern geht ein Herz auf, wenn sie den roten Joystick wieder in die Hand nehmen und zu den unvergesslichen Sounds den Acht-Bit-Look wieder aufleben lassen. Kein Wunder: Für viele, die in den 1980er und 90er Jahren aufgewachsen sind, war der C64 das wichtigste Spielzeug ihres Lebens. Mit dem weltweit meistverkauften Heimcomputer verbrachten die Kinder ihre Freizeit und ließen sich stundenlang von pixeligen Monstern jagen oder spielten sich die eckigen Bälle zu.

Klarer Fall: Der C64 und seine Spiele sind Kult. Grund genug für den Verein Digital Retro Park (DRP), ein Museum zu eröffnen, das diese Spielfreuden wieder erlebbar macht. „Fast alle Geräte, die wir im Museum ausstellen, sind angeschaltet und man kann sie ausprobieren“, sagt der Vereinsvorsitzende Stefan Pitsch. „Das war für uns ein wichtiger Aspekt, auch für die Kinder, zu sagen: ,Setz dich hin und probier’s aus’’.’ Damit geht auch für die Vereinsmitglieder ein großer Traum in Erfüllung. Seit Jahren war der 2014 gegründete Verein schon auf der Suche nach geeigneten Räumen und hat mit Hilfe der Crowdfunding-Initiative „Kulturmut“ der Aventis Foundation gemerkt, wie groß das Interesse an einem solchen Ausstellungsraum ist. Am 13. Oktober eröffnet das Museum für Digitale Kultur, mitten in Offenbach, in der Walter-Passage, Frankfurter Straße 13-15.

Auf 200 Quadratmetern können die Besucher dann ihrer Zockerfreude frönen. Aber die Macher wollen auch zeigen, was hinter der Technik steckt und wie sich die digitale Revolution entwickelte – von den Rechnern, die so groß waren wie zwei Kühlschränke, bis zum massentauglichen Heim-Modell. Pitsch vermutet, dass viele Mittvierziger kommen werden, die sich an ihre Jugend erinnern wollen. Aber auch Kinder seien in den bisher veranstalteten Sonderausstellungen des Vereins begeistert gewesen von den Spielen, für die es keine langen Erklärungen bedarf. „Wir wollen aktuellen Generationen zeigen, wo die Technik herkommt und was unter der Haube passiert“, sagt der Vereinsvorsitzende.

Ergänzend zu den Ausstellungsräumen gibt es einen Café-Bereich, in dem auch Workshops, Konzerte und Bildungsveranstaltungen für Schulklassen stattfinden sollen.

Rebekka Farnbacher

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