Diese Mutter kämpft gegen die Zeit

Astrid G. hat Leukämie. Nur ein Stammzellenspender kann das Leben der 41-Jährigen aus der Nähe von Frankfurt retten. Doch weil ihr Vater aus Nigeria stammt, ist die Suche extrem schwer. Die Zeit drängt. Von Kristina Bräutigam

Region Rhein-Main – Ende September erhält Astrid G. die Diagnose: Akute myeloische Leukämie (AML), eine besonders aggressive Form, bei der sich die Krebszellen rasant vermehren. Nur ein Stammzellenspender kann des Leben der 41-Jährigen retten. Doch genau hier liegt das Problem: Weil Astrid G. zur Hälfte Nigerianerin ist, braucht sie einen Spender, dessen Eltern zu einem Teil europäischer und zum anderen Teil afrikanischer – idealerweise auch nigerianischer – Herkunft sind. Zwar sind über 30 Millionen Stammzellenspender weltweit registriert. Doch weniger als drei Prozent sind gemischt-ethnisch. „Der Gedanke, meine Kinder nicht aufwachsen sehen zu können, ist unerträglich“, sagt Astrid G. unter Tränen. Mit ihrem Mann Florian und den beiden neun- und elfjährigen Söhnen lebt die 41-Jährige im Raum Frankfurt. Wo genau, will die 41-Jährige nicht sagen, um ihre Familie zu schützen. „Ich wollte nie in die Öffentlichkeit. Aber jetzt geht es um mein Leben.“

Auf Facebook und Instagram erzählt die zweifache Mutter deshalb ihre Geschichte und sucht unter dem Hashtag #MatchMyMix weltweit nach einem Spender. Alle Infos zur Registrierung haben Freunde auf der Seite www.help-astrid.com zusammengetragen. Die große Anteilnahme im Internet und vor allem ihr Ehemann Florian machen ihr Mut, sagt Astrid G. Der 43-Jährige hatte vor fünf Jahren einen schweren Verkehrsunfall und ist seitdem querschnittsgelähmt. Nach dem Schicksalsschlag hat er nicht aufgegeben, sondern arbeitet heute wieder als Anwalt. „Er ist mein Vorbild, weil er so optimistisch ist und weil er Hilfe annehmen kann“, sagt die 41-Jährige, die bereits mehrere Chemotherapien hinter sich hat.

Die Deutsch-Nigerianerin glaubt weiter fest daran, ihren genetischen Zwilling doch noch zu finden. Doch mit jedem Tag steigt die Angst. „Mir bleiben nur wenige Monate Zeit, einen Spender zu finden. Es zählt wirklich jeder Tag.“

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