Trotz Weihnachtsmarkt und 150-jährigem Jubiläum des Eisernen Stegs kein barrierefreier Zugang

Diese Aufzüge stehen ständig still

Rote Schilder weisen auf den Defekt hin: Seit Jahren schon sorgen die Aufzüge an Frankfurts bekanntester Brücke für Ärger. Foto: rf

Die Aufzüge am Eisernen Steg sind ständig außer Betrieb – selbst zum diesjährigen Weihnachtsmarkt und dem 150-jährigen Jubiläum der Brücke. Menschen mit Rollstuhl und Kinderwagen haben das Nachsehen. Anwohner und Ortsbeirat ärgern sich, dass die Stadt nichts unternimmt. Von Rebekka Farnbacher

Frankfurt – Am Abend wird es eng an den Brückenköpfen des Eisernen Stegs: Passanten drängen auf Frankfurts bekannteste Brücke, um Erinnerungsfotos zu schießen, den Blick auf die Skyline zu genießen oder zum Weihnachtsmarkt zu gelangen. Doch für alte Menschen, Personen mit Rollstuhl oder Kinderwagen ist der Weg beschwerlich, wenn nicht gar unmöglich: Denn die Aufzüge sind seit Monaten außer Betrieb. „Die Aufzugsanlagen sind in die Jahre gekommen“, steht auf roten Zetteln der Glastüren. Vor Ende April sei nicht mit einer Instandsetzung zu rechnen. Dass eines der Wahrzeichen Frankfurts damit während des Weihnachtsmarktes und obendrein zu seinem 150-jährigen Bestehen nicht barrierefrei zugänglich ist, bringt viele auf die Palme.

„Für mich ist das unbegreiflich“, sagt Anwohnerin Maria Sanchez, die regelmäßig mit Kinderwagen die Brücke passieren müsste, aber gezwungen ist, einen Umweg über die Alte Brücke oder die Untermainbrücke zu machen. „Seit Jahren schon sind diese Aufzüge fast pausenlos defekt!“ Für die Mutter ist es unverständlich, dass die Stadt die Anlage nicht schon längst ersetzt hat.

Auch bei Ortsbeirat Andreas Laeuen sorgt die Untätigkeit der Stadt für Kopfschütteln. „All die Jahre ist da nichts passiert!“, ärgert er sich. Und das, obwohl der zuständige Ortsbeirat schon etliche Male den Magistrat zum Handeln aufgefordert habe. „Es ist ständig die gleiche Mär: Immer heißt es, dass die benötigten Ersatzteile fehlen würden.“ Weil die Aufzüge oft mutwillig beschädigt und als Toilette missbraucht würden, brauche es laut Ortsbeirat eine andere Lösung: „Eine Rampe. Eben etwas, das nicht kaputt gehen kann!“

Für das zuständige Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) ist das jedoch keine Alternative: „Es wurde die Möglichkeit geprüft, barrierefreie Rampen aufzustellen“, sagt ASE-Leiterin Michaela Kraft. Allerdings würden diese mit rund 100 Metern auf der Nordseite und 50 Metern auf der Südseite zu lang ausfallen. Das Amt bedauert den Ausfall der Aufzüge gerade während des Weihnachtmarktes. Man habe laut Kraft mit Hochdruck an einer Übergangslösung gearbeitet. „Leider waren die Behelfsaufzugsanlagen im benötigten Zeitraum nicht verfügbar.“ Den Vorwurf, dass über Jahre hinweg nicht gehandelt wurde, will Kraft aber nicht stehenlassen. „Die Aufzugsanlagen wurden kontinuierlich repariert. Leider kam es bei einigen Reparaturen zu Verzögerungen, da die Ersatzteile nicht mehr lieferbar waren und nachgebaut werden mussten.“ Immer wieder seien Personen in den Aufzügen steckengeblieben, zudem habe der Vandalismus in den beiden vergangenen Jahren stark zugenommen. „Die Glastüren wurden stellenweise wöchentlich beschädigt.“

Bis Ende April 2019 sollen die Aufzüge komplett erneuert werden. „Die öffentliche Verwaltung muss sich bei der Erteilung sämtlicher Aufträge an das geltende Vergaberecht halten. Dies erfordert einen relativ langen Vorlauf, bis ein Auftrag erteilt werden kann“, erklärt Kraft die lange Zeitspanne. Doch mit Vandalismus müsse auch nach der Instandsetzung gerechnet werden. „Daher wurden sehr robuste Bauteile gewählt, doch auch diese sind mit Gewalt zerstörbar.“

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