Nicolai Kehl alias Mr. Tone aus Offenbach kämpft jetzt um den Weltmeistertitel

Er ist Deutscher DJ-Meister

Er ist Deutschlands bester am Plattenteller: Der Offenbacher Nicolai Kehl alias DJ Mr. Tone. Foto: Benjamin Diedering/nh

Er hat Jury und Publikum an den Plattentellern überzeugt: Nicolai Kehl alias Mr. Tone aus Offenbach wurde zum deutschen DJ-Meister gekürt. Sein Erfolgsrezept: Eine gute Portion epischer Filmmelodien untermischen. Von Rebekka Farnbacher

Offenbach – Der Deutsche DJ-Meister kommt aus Offenbach! Nicolai Kehl alias Mr. Tone überzeugte am 12. November beim Deutschlandfinale des Discjockey-Contests „Red Bull Thre3style“ im Münchener Club Crux mit seinem Set. „Der Red-Bull-Contest ist einer der renommiertesten der Szene, bei dem die sechs besten DJs Deutschlands gegeneinander antreten. Da den ersten Platz zu belegen, ist für mich der Hammer“, sagt der 23-Jährige.

Bei dem Wettbewerb wird die Kombination aus Musik und Technik von einer Jury bewertet, drei verschiedene Musikgenres sollen dabei auf den Plattentellern miteinander verbunden werden. Wichtigstes Element dabei: Das Publikum. „Es geht darum, die Menge so gut wie möglich zu unterhalten. Man muss sich das vorstellen wie einen ganz normalen Club-Abend“, erklärt Kehl. Gelungen ist ihm das mit einer Kombination aus Hip Hop, R’n’B, Trap, Blues und Filmmusik. „Das war vermutlich das Erfolgsrezept.“ Denn die bekannten Melodien aus „Indiana Jones“, „Star Wars“ und „Rocky“ haben das Publikum mitgerissen. „Es kommt immer gut an, wenn die Melodien bekannt sind. Man muss aber auch Remixe bieten, die keiner kennt – eine Mischung aus Nostalgie und Neuem.“

Für den 23-Jährigen vielfach entscheidend: „Wenn ich mir denke, die Leute kennen das Lied zwar nicht, würden es aber mögen, wenn sie es denn kennen würden, ist das die perfekte Voraussetzung.“

Anders als bei gewöhnlichen Auftritten ist das 15-minütige Set, das der DJ bei Contesten spielt, auf die Sekunde durchgetaktet. Zwei Wochen hat er sich auf den Auftritt vorbereitet und zu Hause geprobt – acht bis zwölf Stunden täglich. „Wenn ich ansonsten auflege, ist alles Improvisation. Da schaut man nonstop auf die Reaktion des Publikums.“ Dabei habe er zwar schon bestimmte Abfolgen, die er immer wieder auflegt und von denen er weiß, sie kommen gut an. Aber auch vor schwierigem Publikum sei man nicht gefeit. „Es passiert immer mal wieder, dass es nicht so gut passt, weil man vielleicht für eine falsche Veranstaltung gebucht wurde“, sagt Kehl. „Aber je mehr Erfahrung man sammelt, desto besser bekommt man ein Gefühl dafür, wie man die Leute abholen kann.“

Als DJ angefangen hat der Offenbacher vor sieben Jahren. Ein dreiviertel Jahr hat er sich dann im heimischen Schlafzimmer an den Plattentellern ausprobiert und schon mit 16 Jahren seinen ersten Auftritt gehabt. „Von da an habe ich eigentlich jedes Wochenende in Clubs und privat bei Freunden aufgelegt und werde mittlerweile in ganz Deutschland gebucht.“

Jetzt heißt es für den frisch gebackenen deutschen Meister, um den Weltmeistertitel kämpfen. „An der WM in Taiwan teilnehmen zu können, ist für mich der größte Preis dieses Wettbewerbs! Dort verbringt man zehn Tage mit unglaublich kreativen Leuten!“

Momentan studiert der Offenbacher noch auf Lehramt, kann sich aber auch vorstellen, hauptberuflich als DJ zu arbeiten. Sein größter Traum ist bescheiden: „Ich möchte meine Freude an der Musik teilen und in meiner Kreativität nicht eingeschränkt werden. So ein Auftritt wie in Taiwan war vor zwei Jahren noch völlig utopisch für mich. Ich bin dankbar für alle Möglichkeiten, die ich habe.“

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