So funktioniert Nächstenliebe im Alltag

Bruder Paulus: „Jeder kann Sankt Martin sein“

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Sankt Martin im Alltag: Jeden Morgen öffnen Bruder Paulus und das Team des Franziskustreffs die Tür für Arme und Obdachlose, die dort ein Frühstück erhalten.

Region Rhein-Main - Am Freitag ist Sankt Martin, das Fest des Teilens und der Nächstenliebe. Die bleibt im Alltag oft auf der Strecke. Der EXTRA TIPP hat mit Kapuziner-Mönch Bruder Paulus aus Frankfurt darüber gesprochen, wie einfach es ist, ein bisschen Sankt Martin zu sein. Von Katrin Greschner

In Rhein-Main stehen Hilfesuchende quasi an jeder Straßenecke. Wo und wie soll man also anfangen zu helfen?

Es wird so viel Hilfe benötigt, dass einem das Helfen schon mal leid werden kann. Eine gute Entscheidungshilfe ist es, sich zu fragen, ob man in einer Beziehung zum Bedürftigen steht und ob man ihn, seinen Hintergrund und seine Absichten kennt. Oft ist das aber nicht der Fall. Unbekannten Bettlern Geld zu geben, unterstützt ein Leben im Elend, in dem viele stagnieren. Wirkliche Hilfe muss zum Ziel haben, den Armen den Weg zurück in ein gesichertes Leben in der Gesellschaft aufzuzeigen und sie mit Geld oder Zeit zu begleiten. Darum kümmern sich Sozialarbeiter verschiedener Institutionen, und die wissen was sie tun. Deshalb ist es sinnvoll, ehrenamtlich bei Hilfsinstitutionen zu arbeiten oder Geld dorthin zu spenden. 

Welche Bedeutung hat der Martinstag für Sie?

Gerade in Zeiten der Flüchtlingskrise gibt es sehr viele Menschen, die ihre Zeit und ihr Geld mit Bedürftigen teilen. Der Martinstag ist also ein Tag, an dem man sich für dieses Engagement bedanken sollte. Gleichzeitig sollte uns der Martinstag dazu bringen, uns die Frage zu stellen, ob wir wirklich das Gespräch mit den Bedürftigen suchen, oder das wahre Leid in unserem direkten Umfeld übersehen. Man muss sich selbst kritisch fragen: Bin ich ein Mensch, auf den andere jederzeit zukommen können, wenn sie Hilfe brauchen?

EXTRA TIPP-Redakteure bewirten Obdachlose

Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt.
Redakteur Christian Reinartz und Redakteurin Angelika Pöppel haben im Franziskustreff in Frankfurt Frühstück für Obdachlose verteilt. © rz/pöp

Was heißt das konkret?

Die Martinshaltung ist eine Alltagsaufmerksamkeit für die Mitmenschen. Wenn ich bemerke, dass jemand wahnsinnig schwitzt, weise ich ihn diskret darauf hin, damit er nicht in eine unangenehme Situation gerät. Wenn mein Nachbar zu schwach ist, einen Kasten Wasser in die Wohnung zu tragen, dann helfe ich ihm. Wenn es einer Kollegin offensichtlich schlecht geht, rede ich mit ihr über ihre Probleme. Jeder kann Sankt Martin sein, wenn er will.

Aber so offensichtlich ist es doch nicht immer.

Stimmt! Die Menschen sind Meister im Verstellen. Wenn sie leiden, lassen sie es sich nicht anmerken. Daher ist es schwer herauszufinden, wem es schlecht geht. Deshalb müssen wir stets aufmerksam sein und auch die kleinen Dinge richtig deuten. Wenn ich die Nachbarin mit den Mülleimern tagelang nicht gesehen habe, klingele ich und frage nach. Wenn das Auto von Herrn Meier schon vier Tage vor der Tür steht, rufe ich ihn an, wenn ich eine Mitstudentin eine Woche nicht gesehen habe, frage ich nach. Doch bevor ich helfe, muss ich die Welt, in der ich lebe, besser kennenlernen, damit ich merke, dass etwas nicht stimmt. Wichtig ist es dabei auch, den Bedürftigen durch meine Hilfe nicht zu beschämen. Wer das beachtet, trägt den Martinsgedanken in sich.

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Ein Adventskranz für Kinder: Neben Kugeln zieren ihn Plätzchen und Pralinen. Foto: BLOOM'S GmbH © BLOOM'S GmbH
Es müssen nicht immer nur vier Kerzen sein. Auf diesem Adventskranz brennen zwölf Stück. Foto: BLOOM&#39S GmbH
Es müssen nicht immer nur vier Kerzen sein. Auf diesem Adventskranz brennen zwölf Stück. Foto: BLOOM'S GmbH © BLOOM'S GmbH
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Neue Vorschläge für die Gestaltung des Adventskranzes sind in Daniela Pahls Buch "Selbst gemachte Adventskränze - Kreative Bastelideen für Groß und Klein" zu finden. Foto: BLOOM'S GmbH
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