Weichteil-Prellung, Albträume: Opfer Daniel Rehklau will endlich wissen, wer Schuld hat

Baugrube war nicht abgesperrt: Er stürzte mit dem Fahrrad rein!

Daniel Rehklau zeigt auf das Beweisfoto. In diese Grube stürzte der junge Mann mit seinem Fahrrad und zog sich extreme Prellungen an den Weichteilen zu. Foto: rz

Weil die Absperrung einer Baugrube fehlt, stürzt der Frankfurter Daniel Rehklau in das 1,50 Meter tiefe Loch, prellt sich die Weichteile am Sattel, kann zwei Wochen kaum gehen. Seitdem leidet er unter Albträumen – und hofft, dass der Schuldige endlich gefunden wird. Von Christian Reinartz

Frankfurt/Bad Homburg – Es ist schon dunkel an diesem regnerischen 24. September, als Daniel Rehklau mit seinem Fahrrad nichtsahnend die Anna-Lindh-Allee in Ober-Eschbach entlang radelt. Plötzlich verliert er den Boden unter den Rädern, hängt regelrecht in der Luft. „Und dann bin ich auch schon in die Grube geknallt“, sagt Rehklau. „Und zwar aufrecht sitzend. Fast wie in einem Trickfilm.“

Die Baugrube ist 1,50 Meter tief. Der Aufschlag brutal. Rehklau kann gar nicht so schnell reagieren. Der Sattel, auf dem er sitzt, rammt sich quasi in seine Weichteile und fügt dem jungen Mann schwere Prellungen zu. „Ich bin dann zur Seite weggekippt und war erst mal außer Gefecht.“ Als er in der nassen Schlammpfütze auf dem grubenboden versucht sich aufzurichten, kommen die Schmerzen. Immer schlimmer werden sie, als der Elektrotechniker versucht, irgendwie aus der Grube zu kommen. „Das war extrem schwer. Alles war nass und glitschig“, erinnert er sich. Zuerst habe er es trotz Schmerzen irgendwie geschafft, sein Fahrrad nach oben zu hieven. Dann sei er hinterhergekrabbelt. „Irgendwie habe ich mich dann nach Hause geschleppt. Ich war völlig unter Schock“, sagt Rehklau.

Der Unfallarzt diagnostiziert eine schwere Prellung der Weichteile. Mittlerweile ist fast sein gesamter Unterleib blau. „Das war der absolute Horror“, sagt Rehklau. „Solche Schmerzen kann sich keiner vorstellen.“ Zwei Wochen dauert es, bis er wieder einigermaßen auf dem Damm ist. An Fußballspielen, seine große Leidenschaft, ist da auch noch nicht zu denken. Zudem plagen den 37-Jährigen seitdem Albträume, in denen er ins Nichts stürzt.

Als er sich wieder bewegen kann, schaut er sich vor Ort die Grube an. Sie ist mittlerweile abgesperrt. Rehklau macht Fotos, um bei der Polizei erklären zu können, was ihm widerfahren ist. „Ich habe Anzeige erstattet auf der Polizeistation Bad Homburg“, sagt Daniel Rehklau. „Aber gebracht hat das bisher gar nichts.“

Unterdessen liegt der Fall bei der Amtsanwaltschaft Frankfurt. Dort wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Sprecherin Stefanie Bähr-Fichtner: „Das Verfahren wird hier gegen die für die Verkehrssicherung an der Baustelle von der Baufirma genannte verantwortliche Person geführt. Die Ermittlungen dauern noch an.“

Für Daniel Rehklau sind das gute Nachrichten: „Ich bin froh, dass die Polizei schon einen möglichen Schuldigen gefunden hat. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er auch wirklich zur Rechenschaft gezogen wird.“

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