Projekt des Vereins „Barrierefreies Dieburg“ 

Symbole erleichtern Orientierung in Dieburg

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Eine der ersten beiden Piktogrammstelen ist auf dem Dieburger Marktplatz zu finden. Eva Rosenau und der Verein „Barrierefreies Dieburg“ haben sie zusammen mit Sponsoren bezahlt.

Dieburg - Der Verein „Barrierefreies Dieburg“ hat ganze Arbeit geleistet. Schilder mit Piktogrammen erleichtern nun Analphabeten und Menschen, die kein Deutsch sprechen, die Orientierung in der Stadt. Von Jens Dörr

Vor mehr als einem Jahr hatte der EXTRA TIPP über das Vorhaben des Vereins berichtet. In Zusammenarbeit mit dem Dieburger Atelier für Schrift & Form hat der Plan nun funktioniert: Der Dieburger Bauhof hat zwei Stelen mit jeweils 37 Piktogrammen auf dem Marktplatz sowie dem Leer-Parkplatz aufgestellt. 

„Es ist einfach toll, dass man auch die abgebildeten Gebäude gut erkennen kann“, sagt Eva Rosenau über das Werk von Atelier-Inhaber Helmut Schelter. Der hatte – auch um beim Urheberrecht auf der sicheren Seite zu sein – individuelle Darstellungen entworfen, die etwa das Dieburger Rathaus oder das Jugendcafé abbilden. Andere Anlaufstellen wurden mit Symbolen dargestellt. So weisen etwa ein Mann mit Rollator und eine Frau mit Gehstock in Verbindung mit einem weißen Pfeil vor Signalrot als Hintergrund in Richtung „Haus Priska“, einem Seniorenheim. 

Das Jugendcafé ist die einzige Darstellung, in der mit den vier Lettern „JUCA“ auch Buchstaben eingearbeitet sind. Vor der Abbildung der fürs Dieburger Jugendcafé typischen Gebäudeform sind vier offensichtlich junge Menschen und ein Fahrrad abgebildet und eine Kaffeetasse wurde ins Gebäude eingearbeitet – deutlicher geht es kaum. Die Schulen, das Landratsamt, die Stadtbücherei und das Amtsgericht sind nur einige der weiteren markanten und wichtigen Dieburger Orte, die dargestellt sind. 

Sponsoren gesucht

Mit den Piktogramm-Stelen will der Verein „Barrierefreies Dieburg“ insbesondere jenen die Orientierung erleichtern, die nicht lesen können oder der deutschen Sprache nicht oder nur schlecht mächtig sind – und die damit zugleich auch Probleme hätten, wenn sie Passanten nach dem Weg fragen wollten. In Dieburg gibt es wegen entsprechender Wohn-, Betreuungs- und Arbeitsangebote relativ viele Menschen mit einer geistigen Behinderung, die gern am Stadtleben teilnehmen wollen, häufig aber nicht lesen können. 

Rosenau und der Verein, die schon für die Finanzierung und Bereitstellung von mehr als 50 Funkklingeln an Dieburger Geschäften sowie ein halbes Dutzend Rampen bei schwierigen Ladenzugängen gesorgt haben und sich zudem bei der Entwicklung des „Aktionsplans für Dieburg“ (Umsetzung der EU-Behindertenrechts-Konvention auf lokaler Ebene) einbringen, haben pro Stele rund 2000 Euro aufgebracht. Mit der Sparkasse Dieburg sowie Fraport fand „Barrierefreies Dieburg“ die ersten beiden Sponsoren, die jeweils einen Teil davon übernahmen. Weitere Sponsoren werden gesucht. Sind sie gefunden, gehen weitere der 3,80 Meter hohen Stelen in Produktion. Technisch gesehen handele es sich um „eine verzinkte Stahlkonstruktion, die mit Aluminium verblendet ist“, erläutert Designer Schelter.

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