Das sind die Symptome und so können Sie vorbeugen

Allergisches Asthma: Wenn die Luft weg bleibt

Lungenarzt Dr. Frank Freytag weiß: Wer sein Asthma unter Kontrolle hat, kann ein normales Leben führen.
+
Lungenarzt Dr. Frank Freytag weiß: Wer sein Asthma unter Kontrolle hat, kann ein normales Leben führen. 

Region Rhein-Main – Was selbstverständlich sein sollte, fällt auf einmal schwer: Das Atmen. Der Grund kann Allergisches Asthma sein. Ein Experte erklärt, warum die Krankheit schlimmer klingt, als sie ist. Von Katrin Greschner

Lesen Sie dazu auch:

Lungenkranke sollen auch bei Kälte täglich Spazieren

Alles schnieft und niest: Die Heuschnupfenzeit ist wieder da. Die meisten halten sich tapfer mit Allergietabletten über Wasser und verlassen sich auf Anti-Pollen-Apps. Sie hoffen darauf, dass sich der Pollenflug bald wieder legt. Das simple Durchstehen ist aber laut Lungenarzt Dr. Frank Freytag aus Neu-Isenburg ein Fehler. Er ist selbst Heuschnupfen- und Asthma-Geplagter und entwickelt Medikamente in seinem Forschungsinstitut. Wird der Heuschnupfen nicht behandelt, kann er auf die Lunge rutschen und zum Allergischen Asthma führen. „In der Medizin nennt man das den Etagenwechsel“, sagt Dr. Freytag. „Dieser verläuft schleichend. Viele Menschen bekommen überhaupt nicht mit, dass sie Asthma haben.“ Etwa fünf Prozent der Bevölkerung sind Asthmatiker. „Das ist viel. Dazu gibt es eine große Dunkelziffer, das heißt viele unentdeckte Asthmatiker.“ Das können sogar Babys sein. Aber auch vor dem Alter macht die Krankheit keinen Halt. Die frühe Entdeckung ist jedoch wichtig, um Langzeitschäden an der Lunge zu verhindern.

Die Krankheit

Beim Allergischen Asthma führt das Einatmen von Allergenen, wie Pollen, Hausstaubmilben oder Katzenhaaren, zur Rötung und Verdickung der Schleimhäute der Bronchien. Sie entzünden sich.

Die Vorbeugung

„Die Hälfte der Heuschnupfen-Patienten wird in ihrem Leben zum Asthmatiker“, sagt Dr. Freytag. Zur Vorbeugung empfiehlt er die sogenannte Desensibilisierung. Allergene werden entweder gespritzt oder täglich unter die Zunge geträufelt. Auch wenn der Patient schon an allergischem Asthma erkrankt ist, lohne sich für die meisten die Desensibilisierung.

Die Symptome

Durch die Verengung der Bronchien kommt es zu Atembeschwerden, die zum Beispiel nach Kontakt zu einem Allergen, bei Kälte oder Rauch auftreten. Sie können auch bei Stress oder Ausnahmesituationen wie dem Tod eines Familienmitglieds auftreten. Weitere Symptome sind Kurzatmigkeit und Husten.

Die Behandlung

In der Behandlung muss zwischen Bedarfs- und Dauermedikament unterschieden werden. Bedarfssprays helfen nur im Notfall. Sie erweitern die Bronchien schlagartig und helfen bei Anfällen schnell, Luft zu bekommen. Sie wirken nur wenige Stunden, helfen aber nicht gegen die Entzündung. In leichten Asthma-Fällen reicht es, den Patienten mit einem Bedarfsmedikament auszurüsten. Ist das Asthma fortgeschritten, muss ein Dauermedikament eingesetzt werden „Das hilft bei etwa 90 Prozent der Asthmaerkrankten“, sagt Dr. Freytag. In der Regel wird dieses morgens und abends eingenommen. Zwar ist darin auch Cortison enthalten, die Einnahme ist laut Freytag aber unbedenklich: „Das darin enthaltene Cortison ist nur ein Hundertstel bis ein Tausendstel von dem, was in Tabletten oder Spritzen enthalten ist“, sagt er. „Und das kommt nur in den Bronchien und kaum im Blut an.“

Das Ziel

„Durch die Behandlung soll der Patient sein Asthma im Alltag nicht spüren, eine möglichst normale Lungenfunktion bewahren und die Entzündungswerte sollen gering sein“, sagt Dr. Freytag. Hat der Patient sein Asthma im Griff, kann er die Medikamente reduzieren und bestenfalls sogar absetzen.

Für Heuschnupfen-Geplagte gibt es spezielle Pollen-Apps, die helfen sollen, sich besser auf die Allergie-Zeit einzustellen. Doch bringt dies wirklich was?

Keine Neuigkeiten und Gewinnspiele mehr verpassen? Dann einfach EXTRA TIPP-Fan auf Facebook werden!

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare