Stadt Offenbach musste 2018 schon 43 der Metallboxen entfernen

Ärger um illegale Altkleidercontainer

Nicht nur Hilfsorganisationen profitieren von Altkleidercontainern. Die Stadt Offenbach muss regelmäßig illegal aufgestellte Metallboxen entfernen. Und noch etwas ärgert die Wohlfahrtsverbände: Denn in der Lederstadt dürfen auch gewerbliche Anbieter sammeln. Von Oliver Haas

Offenbach – Seit mehreren Monaten steht der hässliche und mit Graffiti übermalte Altkleidercontainer in der Schreberstraße. E wurde illegal aufgestellt. Normalerweise ist dafür eine Sondernutzungsgebühr von 250 Euro fällig. Für jeden weiteren am gleichen Standort müssen 125 Euro gezahlt werden. In der Schreberstraße hatte das Ordnungsamt bereits vor Wochen einen orangenen Zettel angebracht. Die klare Forderung: Der Container muss weg oder wird kostenpflichtig entfernt! Passiert ist bis jetzt nichts. Den Zettel haben die Aufsteller des illegalen Containers offenbar abgerissen, leeren ihn fleißig weiter und lassen sich dabei auch nicht stören. Erst Mitte dieser Woche öffnen ein Mann und eine Frau die Klappe und transportieren die Klamotten in Tüten ganz selbstverständlich ab.

Normalerweise sammeln hauptsächlich Hilfsorganisationen Altkleider auf diese Weise. Und die sind natürlich nicht begeistert. Rainer Faust, Dienststellenleiter des Malteser Hilfsdiensts in Offenbach, ist sauer: „Von Seiten der Stadt gibt es klare Anweisungen, wie Container auszusehen haben. Farbe, Beschriftungen sind klar geregelt. Und alle nicht genehmigten Container sollten eigentlich verschwinden. Das Problem ist aber die Kontrolle, und dass die Entfernung der Container nicht richtig umgesetzt wird.“ Und er wettert weiter: „Wir zahlen viel Geld dafür, dass wir Container aufstellen dürfen und trotzdem stehen an jeder Ecke illegale.“

Stadtsprecherin Sabine Gleitsmann verteidigt die Verwaltung und berichtet von 43 illegalen Altkleidercontainern, die vom Ordnungsamtes zum Abtransport in Auftrag gegeben wurden. Gleitsmann beteuert weiter: „Hinweisen und Meldungen auf illegale Container wird zeitnah nachgegangen. Die Container werden zunächst mittels Beseitigungsverfügung markiert und nach einer kurzen Frist entfernt.“ Der Altkleidercontainer in der Schreberstraße steht jedoch auch vor zwei Tagen immer noch – obwohl er bereits vor Monaten markiert wurde.

Dazu kommt: Kaum räumt die Stadt einen Container weg, steht schon wieder ein neuer da. Und das Spiel geht von vorne los, erklärt Gleitsmann.

Neben dem Problem der illegal aufgestellten Containern gibt es in Offenbach auch noch eine zweite Besonderheit, die den Wohlfahrtsverbänden sauer aufstößt. Denn auch gewerbliche Anbieter dürfen in Offenbach Kleider sammeln. Der Nachbar Frankfurt dagegen verbietet das.

Erst kürzlich hat eine Darmstädter Firma vier dieser Kästen am Odenwaldring in Offenbach aufgestellt. Das ärgert Rainer Faust: „Wir arbeiten für den guten Zweck, und dort wird gewerblich gesammelt.“ Und noch etwas stört ihn: „Ich bin sicher, dass vielen Spendern nicht bewusst ist, dass ihre Kleider gar nicht für die gute Sache verwendet werden.“

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