Tipps für den Apfel-Kauf

Auf die richtige Sorte kommt’s an

Herbstzeit ist Apfelzeit! Doch welche Sorte eignet sich eigentlich besonders gut zum Kochen? Und welche schmeckt erst im Dezember? Werner Nussbaum, Rhein-Mains bekanntester Pomologe, erklärt, was man beim Apfel-Kauf wissen muss.

Frankfurt – Etwa 5000 Apfelsorten gibt es in Deutschland, rund 2500 sind namentlich bekannt. Werner Nussbaum kennt mindestens 350 Sorten. Der gelernte Gärtner ist seit 35 Jahren leidenschaftlicher Pomologe und setzt sich besonders für den Erhalt alter Sorten ein. Im EXTRA TIPP verrät der Obstsorten-Kenner, wie man den richtigen Apfel kauft.

1. Für den Obstsalat

Wer einen Obstsalat zubereiten will, sollte den Heuchelheimer Schneeapfel kaufen. Er ist nämlich nicht nur süß und saftig, sondern wird auch nicht braun. „Der hohe Gehalt an Ascorbinsäure sorgt dafür, dass der Apfel auch nach dem Anschneiden schneeweiß bleibt“, sagt Werner Nussbaum.

2. Für den Bratapfel

Die ideale Sorte für Bratäpfel ist der Boskoop. Er hat nicht nur das passende süß-säuerliche Aroma, sondern auch festes Fruchtfleisch, das die Form behält und sich optimal füllen lässt. „Schon Oma wusste, dass am Boskoop kein Weg dran vorbeiführt“, sagt der Experte.

3. Zum Backen

Während Tafeläpfel wie Cox Orange, Gravensteiner oder Alkmene beim Reinbeißen eher knackig-fest sein sollten, eignen sich zum Backen eher Apfelsorten mit mürbem Fruchtfleisch wie Boskoop, Heuchelheimer Schneeapfel oder der Gelbe Edelapfel. Mit ihrem mürben Fruchtfleisch sind die Sorten auch perfekt für die Herstellung von Kompott oder Babybrei.

4. Für Allergiker

Wer alte Sorten kauft, hilft nicht nur dabei, Streuobstwiesen zu erhalten. Für Allergiker sind Alkmene und Co. auch besser verträglich. „Es gibt Studien, die belegen, dass Menschen, die auf Supermarktäpfel jahrelang allergisch reagiert haben, bei den alten Sorten keine Probleme haben“, sagt Werner Nussbaum. Der Grund: Traditionelle Apfelsorten enthalten wesentlich mehr Polyphenole. Die Pflanzenstoffe sind nicht nur gesundheitsfördernd, sie sind auch dafür verantwortlich, dass die alten Sorten eher säuerlich schmecken und schneller braun werden. Eigenschaften, die im Handel unerwünscht sind und deshalb weggezüchtet werden.

5. Zum Einlagern

Was viele Obst-Fans nicht wissen: Bei Äpfeln unterscheiden Experten zwischen der Pflückreife und der Genussreife. „Wenn die Früchte sich leicht pflücken lassen, haben sie zwar ihre Pflückreife erlangt, sind deswegen aber noch lange nicht für den Verzehr geeignet“, sagt der Pomologe. Viele Sorten müssen deshalb einige Zeit gelagert werden, um ihr volles Aroma zu entwickeln. Wer sich bevorraten will, dem rät Nussbaum zu Berlepsch, Boskoop, Gravensteiner oder Gewürzluiken, die erst im Dezember richtig lecker schmecken.

Kristina Bräutigam

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