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ADAC: So kommen Autofahrer sicher durch die Nebelsuppe

Nässe, Laub, Dunkelheit und vor allem der Nebel sorgen im Herbst oft für schwierige Straßenverhältnisse. Worauf Verkehrsteilnehmer deshalb besonders achten sollten, erklärt Manuela Simon vom ADAC Hessen-Thüringen.

Region Rhein-Main – Schlechte Sicht in der kalten und dunklen Jahreszeit ist ein häufiger Grund für schwere Unfälle. Knapp 60 Prozent der Unfälle, bei denen Nebel der Auslöser war, passierten zwischen 2014 und 2018 von Oktober bis Dezember, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Wie man unfallfrei durch den Herbst kommt, weiß Manuela Simon, Sprecherin des ADAC Hessen-Thüringen.

Geschwindigkeit anpassen und Abstand halten

„Bei schlechten Sichtverhältnissen sollten Verkehrsteilnehmer wachsam sein, den Abstand zum Vordermann gegebenenfalls vergrößern und die Geschwindigkeit reduzieren“, sagt ADAC-Sprecherin Manuela Simon. Bei Nebel gilt außerdem eine gesetzlich vorgeschriebene Geschwindigkeit von maximal 50 Stundenkilometern sowie ein Abstand von mindestens 50 Metern – auf Landstraßen leicht abzumessen anhand der weißen Pfosten an der Straßenseite.

Das richtige Licht

Bei Nebel bringt Fernlicht nichts, weil es zu hell ist und blendet. Das Tagfahrlicht reicht auch schon bei schlechten Sichtverhältnissen nicht aus, weil es nur nach vorne leuchtet. „Deshalb sollte man sich im Herbst nicht auf die Lichtautomatik verlassen, sondern aktiv im Auto das Abblendlicht einschalten“, sagt die ADAC-Expertin. „So wird man vorne und hinten ausreichend gesehen.“

So wird die Nebelschlussleuchte richtig genutzt

Zunächst sollten sich Autofahrer darüber informieren, wo im Fahrzeug die Nebelschlussleuchte angeht. „Aber erst bei Sichtweiten unter 50 Metern darf man diese dann auch einschalten“, sagt Simon. „Bei besserer Sicht blendet sie sonst andere Autofahrer.“ Nicht vergessen: Ist der Nebel aufgelöst, Nebelschlussleuchte auch wieder ausschalten – sonst drohen Bußgelder bis zu 35 Euro.

Saubere Scheiben und Scheinwerfer

Scheiben können nicht nur von außen, sondern auch von innen dreckig sein und dadurch beschlagen. „Natürlich hilft fürs Erste das Gebläse bei eingeschalteter Klimaanlage“, sagt Simon. „Aber man sollte die Scheibe auch von innen mit Putzmittel säubern – das sorgt bei tieferstehender Sonne für klare Sicht.“ Im Herbst sollte zudem das Wischwasser ausgetauscht werden, um dank darin enthaltenem Frostschutz freie Scheiben zu erhalten. Für bessere Sichtbarkeit empfiehlt die Expertin, ebenfalls an die regelmäßige Reinigung der Scheinwerfer zu denken.

Fahren bei Dunkelheit

„Gerade in der Dämmerung, die ja zur Hauptverkehrszeit einsetzt, müssen Autofahrer mit Wildwechsel rechnen“, sagt Manuela Simon. „Warnschilder am Straßenrand, vor allem im Bereich von Waldstücken, sollten ernst genommen werden. Dementsprechend lieber mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs und bremsbereit sein.“ Springt doch ein Tier vor die Motorhaube, Lenkrad festhalten und Vollbremsung machen.

Motorrad- und Radfahrer

Nässe und Laub sind für Zweiradfahrer besonders gefährlich – vor allem in Kurven. Deshalb gilt für sie: Vorausschauend fahren. „Auch sollten sie verstärkt darauf achten, sich ausreichend sichtbar zu machen“, so die Expertin. „Zum Beispiel mit Warnwesten und Reflektoren an Hosenbeinen oder auf Helmen.“

Von Julia Oppenländer

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