2019 – Neustart für Konservative

Von Axel Grysczyk

Die CDU geht in ihr erstes Kramp-Karrenbauer-Jahr. Häufig wurde diskutiert, dass sie ein Merkel-Klon ist und das alles so weitergeht wie unter der bisherigen Kanzlerin.

Aber wenn Kramp-Karrenbauer nur einen Teil von dem verwirklicht, was sie angekündigt hat, wird’s 2019 gehörig krachen – und zwar zwischen ihr und der Kanzlerin.

Denn Kramp-Karrenbauer hat bereits durchblicken lassen, dass es in Zukunft um eine konsequente Haltung geht. Insbesondere dann, wenn es darum geht, wo wir einen starken Staat haben. Und laut Kramp-Karrenbauer müsse die CDU da ihr eigenes Profil nachschärfen. Außerdem: Die Saarländerin ist gegen die Aufhebung des Paragrafen 219a. Die Ehe für alle hält sie für ein Einfallstor für Forderungen nach der Heirat von Verwandten oder der Vielehe. Und sie will härter abschieben lassen als Horst Seehofer. Wenn das alles Wirklichkeit wird, ist Kramp-Karrenbauer nicht nur konservativer als Angela Merkel, sondern womöglich auch konservativer als Friedrich Merz. Und das hat Sprengkraft, weil die Regierungschefin für eine andere Politik steht.

Thomas de Maizières Thesen zu einer deutschen Leitkultur, die Gründung eines Heimatministeriums oder Alexander Dobrindts Forderung nach einer „konservativen Revolution“ waren nur Sprechblasen, weil es eben an Konsequenz gefehlt hat, das Konservative war nicht erlebbar. Mit Kramp-Karrenbauer kann ein neuer, anderer, modernerer Konservativismus gelingen. Dem würde dann nur noch Angela Merkel im Weg stehen. Aber letztendlich hat die CDU auch gar keine andere Wahl, als konservativer zu werden. Denn ansonsten zerbröselt sie – unaufhaltsam.

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