„Ihr müsst über alle lachen können – auch über Juden“

Tickets zur Show „Lassmalache“ von Bülent Ceylan gewinnen

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Comedian Bülent Ceylan tritt am 2. und 3. Februar in der Frankfurter Fraport Arena mit seinem neuen Programm „Lassmalache“ auf (wir verlosen dreimal zwei Karten). Er sprach mit dem EXTRA TIPP über seinen ersten eigenen Kinofilm, Witze über Juden und warum er eine Stiftung gegründet hat. Von Oliver Haas 

Am 29. März startet mit „Verpiss dich, Schneewittchen!“ Ihr erster eigener Kinofilm. Worum geht’s darin?

Es geht um einen Typen, der in einem türkischen Hammam arbeitet. Er hat die Schnauze voll und will unbedingt Rockstar werden. Aber irgendwie schafft er es nicht und stößt immer wieder auf Hindernisse. Er sucht zum Beispiel verzweifelt eine Band und kriegt´s einfach nicht hin. Auf dem Weg passieren ihm dann ganz viele witzige Geschichten. Der Film wird auf jeden Fall sehr lustig.

Sie sind dafür bekannt, dass Sie Ausländer-Klischees aufs Korn nehmen. Gibt´s denn Dinge, die Sie im Nachhinein bereut haben? 

Eigentlich nicht. Es gab einmal eine Situation, da habe ich einen Türken gefragt, wie er denn mit Vornamen heißt. Er sagte dann ganz trocken „Oral“. Das ist ja eigentlich ein ganz normaler türkischer Vorname. Trotzdem haben alle gelacht. Dabei war das gar nicht meine Absicht, daraus einen Witz zu machen. Aber er hat den Namen dummerweise so ausgesprochen, dass es missverständlich klang. Aber ich konnte nichts dazu, er hat sich selbst bloß gestellt. Trotzdem tat es mir leid.

Sie haben durch Ihren türkischen Vater und Ihre deutsche Mutter beide Kulturen in die Wiege gelegt bekommen. Auf welche Eigenarten beider Nationalitäten sind Sie stolz?

Da fällt mir natürlich sofort die Gastfreundlichkeit der Türken ein. Wobei ich auch viele Deutsche kenne, die gastfreundlich sind. Man hört dieses Klischee ja immer wieder. Aber in erster Linie kommt es darauf an, was für ein Mensch du bist. Da ist es meistens vollkommen egal, welche Nationalität du hast. Wie man sich verhält, das ist halt eine Erziehungs- und Charaktersache eines Menschen.

Aber Sie spielen in Ihren Bühnen-Shows schon gerne mit den Klischees.

Natürlich und die gibt es auch haufenweise. Zum Beispiel ist die türkische Art eine Frau kennenzulernen weitaus einfacher und vor allem günstiger, als die deutsche Art.

Ich bin gespannt...

Bei der türkischen Art werden einfach beide Väter ins Café geschickt. Die reden miteinander. Fertig. Die Deutschen müssen erst in den Club gehen, sich kennenlernen, zum Drink einladen. Das dauert doch viel zu lange. Und am Ende geht’s vielleicht doch noch schief und man fängt sich vielleicht noch eine Backpfeife.

Sie sind bekannt für Ihre lustigen Figuren, wie die vornehme Anneliese oder der prollige Hassan. Woher nehmen Sie die Ideen dafür?

Ich muss nur kurz durch Mannheim laufen, da findet man überall diese Leute. Aber natürlich werden die alle sehr überspitzt von mir dargestellt. Ich spiele auch weiter meine Figuren, die die Leute lieben. Aber in meinen Liveshows will ich noch mehr Richtung Stand-up-Comedy gehen. Zum Beispiel spiele ich in meinem neuen Programm einen Menschen, der wie Marcel Reich-Ranicki spricht. Und gerade bei dieser Nummer sind die Reaktionen schon interessant. Denn ich frage das Publikum vor der Nummer: „Sind Juden da?“ Und da ist dann eine ganz angespannte Stimmung im Saal. Frage ich hingegen: „Sind Türken da?“, wird gleich laut gelacht. Das ist immer sehr interessant. Damit versuche ich den Leuten halt einen Spiegel vor das Gesicht zu halten. Und ich sage damit im Grunde: Hey, ihr müsst über alle gut lachen können – auch über Juden. Da darf niemand ausgegrenzt werden.

Über wen würden Sie keine Witze machen?

Ich mache mich nicht über kranke Menschen lustig oder über Behinderte. Wobei tatsächlich mal ein Behinderter aus dem Publikum auf mich zukam und forderte, dass ich doch mal Witze über Behinderte machen sollte. Natürlich kann ich so was in diesem Moment machen, wenn alle genau wissen, da sitzt einer und er fordert mich heraus. Aber im Grunde genommen muss das jeder Comedian selbst entscheiden, wo er die Grenzen zieht. Ich finde es halt uncool, über Kranke Witze zu machen.

Was war bislang Ihr schönster Bühnenmoment?

Der Auftritt in der Commerzbank-Arena in Frankfurt vor über 42.000 Zuschauern war natürlich der größte Moment. Das war der Wahnsinn. Einen der schönsten Auftritte hatte ich allerdings vor mehreren Jahren vor knapp 150 Zuschauern in Eschborn im Kulturzentrum auf der Kleinkunstbühne. Das war damals nicht mal ausverkauft. Trotzdem war die Stimmung grandios.

Mittlerweile sind Sie erfolgreicher Comedian, haben vergangenes Jahr die „Bülent Ceylan für Kinder Stiftung“ gegründet.

Wenn man Erfolg hat, möchte man auch was zurückgeben. Aus diesem Grund habe ich die Stiftung gegründet. Da versuchen wir so vielen Kindern wie möglich zu helfen. Wie jetzt zum Beispiel mit der gemeinsamen Aktion mit Möbel XXXLutz, bei der wir Kindergärten in Not unterstützen.

Was ist denn das skurrilste Geschenk, das Sie von einem Fan jemals bekommen haben?

Eine Frau hat mir mal eine Tätowierung gewidmet. Das war krass: Sie ließ mein Gesicht auf ihren Körper tätowieren. Manchmal bekomme ich auch Shampoos geschenkt, einen Kamm oder Haargummis.

Vor allem Ihre weiblichen Fans schwärmen ja immer von Ihren schwarz-glänzenden Haaren. Wie lautet Ihr geheimes Pflege-Rezept?

Gutes Haaröl ist wichtig. Das ist eigentlich alles.

Gewinnspiel

Der EXTRA TIPP verlost dreimal zwei Karten für die Show mit Bülent Ceylan am Samstag, 3. Februar, um 19 Uhr in der Fraport Arena Frankfurt. Dazu eine E-Mail an gewinn@extratipp.com schicken oder das Online-Formular im Internet auf www.extratipp.com ausfüllen. Einsendeschluss ist am Dienstag, 16. Januar, um 14 Uhr.

Das Gewinnspiel ist beendet.

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