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So sieht die Zukunft des Frankfurter Zoos aus

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Zwei kleine Brillenbären rangeln im Zoo in Frankfurt.

Frankfurt - Viele Anlagen des Frankfurter Zoos sind in die Jahre gekommen - wie sieht die "Zoo-Kunft" aus? In das Konzept für die nächsten Jahrzehnte fließen auch Erfahrungen von Naturschützern ein. Im Frühjahr sollen erste Vorschläge der Konzeptstudie vorliegen.

Wenn der Frankfurter Zoodirektor Miguel Casares auf den Gebäudeplan seines Zoos blickt, sieht er buchstäblich rot: "Alles, was älter als 50 Jahre ist, ist rot eingezeichnet", sagt er. Nur wenige grüne Punkte markieren Anlagen, die in den vergangenen Jahren umgestaltet oder neu gebaut wurden, etwa die Bärenanlage im Eingangsbereich des Zoos, deren Bewohner Klettermöglichkeiten haben und sich auch mal ein ruhiges Plätzchen abseits der Besucherblicke suchen können.

"Man geht davon aus, dass eine Anlage nicht länger als 30 Jahre unverändert bleiben sollte", sagt Casares mit Blick auf die immer wieder aktuelleren Erkenntnisse zu artgerechter Tierhaltung. Der Frankfurter Zoo hat eine lange Geschichte - und das zeigt sich nun mit mancher Altlast: Das älteste Gebäude ist 146 Jahre alt, auch 70 Jahre alte Anlagen sind nicht selten.

Zwar genehmigte die Stadt dem damaligen Zoochef im Jahr 2008 einen Entwicklungsplan mit Investitionen von 30 Millionen Euro - doch dieses Geld ist mittlerweile aufgebraucht - und die Prioritätenliste ist noch lang.

Der Spanier Miguel Casares, damaliger designierter Direktor des Frankfurter Zoos, füttert im Grzimek-Haus des Zoos Weißkopfsakis, die zu den kapuzinerartigen Neuweltaffen gehören.

Der Ausbau der Löwenanlage und das Innengebäude der Giraffen stehen ganz obenan bei den nächsten Bauprojekten im Zentralbereich des Zoos. Dann soll der Fokus auf den Arealen im Nordosten und im Südwesten liegen. "Das muss alles miteinander passen und uns in die Zukunft katapultieren", betont Casares, der bereits in der Vergangenheit in anderen Zoos, wie etwa dem Bioparc Fuengirola und Bioparc Valencia Erfahrungen mit der Modernisierung von Zoos mit einer nur begrenzten Fläche gesammelt hat. Geprüft werden soll aber auch: Welche Tierarten können gehalten werden - und zwar so, dass die Tiere exzellente Bedingungen haben?

Zusammen mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt arbeitet Casares derzeit an einer Zukunfts- und Vorwärtsstrategie für den Zoo. "Damit schließt sich gewissermaßen ein Kreis", meint ZGF-Geschäftsführer Christof Schenck. Denn im 19. Jahrhundert wurde die ZGF von Frankfurter Bürgern zur Unterstützung des Zoos gegründet, Zoodirektor Bernhard Grzimek wandelte sie in den 1960-er Jahren in eine Naturschutzorganisation um, die sich vor allem für den Erhalt großer Wildnisgebiete und der Artenvielfalt einsetzt.

Nun soll das Know-How aus dem Naturschutz auch in die Überlegungen zur Zoo-Zukunft einfließen. Eine solche enge historische Verbindung eines Zoos mit einer Naturschutzorganisation gibt es Schenck zufolge weltweit nur dreimal, nämlich in New York, London und Frankfurt. Denn Artenschutz beginnt nicht erst in der Serengeti, betont Casares. "In der Zoowelt hat die Verpflichtung für den Naturschutz zentrale Bedeutung."

Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder

Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa
Süßer Nachwuchs bei den Orang-Utans im Frankfurter Zoo: Bilder
Orang-Utan-Mutter Rosa hat ihren süßen Nachwuchs der Öffentlichkeit präsentiert. © dpa

Der Frankfurter Zoo mit seinen jährlich knapp 900.000 Besuchern hat die Möglichkeit, Menschen aller Alters- und Gesellschaftsgruppen über bedrohte Tierarten und ihre Lebensräume zu informieren. Schon seit längerem gibt es etwa im Frankfurter Zoo die Aktion "Ein Handy für den Gorilla", mit dem an die Bedrohung der Berggorillas durch den Abbau von Koltan im konfliktreichen Ostkongo erinnert wird. Beim Zoobesuch können Kinder wie Erwachsene lernen: Was ist los im Ursprungsgebiet der Tiere, die sie in den Gehegen sehen?

"Man kann nicht auf elf Hektar die Welt retten", räumt Schenck ein. Doch ein "Artenschutzeuro" aus dem Eintrittspreis für Naturschutzmaßnahmen könne wertvolle Beiträge leisten. Umgekehrt könne ein auf Nachhaltigkeit ausgerichtetes Zookonzept auch die Besucher anregen, über ihr eigenes Konsumverhalten nachzudenken - angefangen bei Abfall- oder Plastikvermeidung über Produkte aus fairem Handel oder Insektenschutz im heimischen Garten.

Der Zoo könne für diese Belange ein "ideales Schaufenster" sein, glaubt Casares. Er hoffe, auch die Verantwortlichen der Stadt mit der ersten Konzeptstudie voraussichtlich im Frühjahr zu begeistern. Denn so ein Zukunftsprojekt, das ist klar, kostet viel Geld. Aber angesichts der Rolle, die der Zoo beim Erhalt der biologischen Vielfalt spielen kann, sei das Geld für die teils mehr als hundert Jahre alten derzeitigen Anlagen, so der Zoodirektor, "auch gut eingesetzt." (dpa)

Quelle: op-online.de

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