Rätsel um brennende Gartenhütten

Urszula Hadzic vor den verkohlten Resten ihrer Gartenhütte. „Wer macht so etwas?“, fragt sich die Offenbacherin. Foto: kb

Schock für Urszula Hadzic: Ein Unbekannter hat ihre Gartenhütte in Bürgel angezündet, das Kleinod wurde völlig zerstört. Auch im angrenzenden Kleingartenverein brannten bereits mehrere Lauben nieder. Die Polizei ist machtlos. Von Kristina Bräutigam

Region Rhein-Main – Eigentlich wollten Urszula Hadzic und ihre Schwester ihre Gartenhütte in den nächsten Tagen fit für den Frühling machen. Doch daraus wird nichts: Unbekannte haben das kleine Holzhäuschen in der Nacht des 3. März angezündet. Bett, Küche, neue Schränke, Gartenwerkzeug und ein Satz Sommerreifen sind verbrannt, auch ein Kirschbaum ist den Flammen zum Opfer gefallen. „Das war ein Schock für mich“, sagt Urszula Hadzic. Erst im Januar 2018 hatte die Offenbacherin den kleinen Garten am Mainzer Ring in Bürgel gemeinsam mit ihrer Schwester gemietet und die Gartenhütte gekauft. Fast jeden Abend haben die Familien im Sommer hier verbracht. „Jetzt fangen wir wieder bei Null an“, sagt Hadzic. Auf dem Schaden von mehreren tausend Euro werden die Schwestern wohl sitzen bleiben. Denn eine Versicherung hatten sie noch nicht abgeschlossen. Und noch etwas anderes macht Urszula Hadzic zu schaffen: „Wer schneidet das Schloss durch, geht auf unser Grundstück und zündet eine Hütte an?“ Eine Frage, die sich auch andere Kleingarten-Besitzer in Bürgel stellen: Seit Jahren kommt es immer wieder zu Bränden in der Kleingartenanlage im Mainzer Ring und angrenzenden Privatgärten. „Seit Januar 2015 wurden 20 Brände im Bereich Bürgel registriert“, sagt Andrea Ackermann, Sprecherin des Polizeipräsidiums Südosthessen. So brennen beispielsweise im Mai 2015 mehrere Gartenhütten und Anbauten komplett nieder, im Juli 2016 gehen eine Gartenhütte und ein Bauwagen in Flammen auf. Im Mai 2018 werden mehrere Hütten in der Kleingartenanlage durch ein Feuer beschädigt, eine brennt komplett ab. „In den überwiegenden Fällen gehen wir von Brandstiftung aus“, sagt Ackermann. Ob ein Serientäter hinter den Brandstiftungen in Bürgel steckt, ist unklar. Bislang konnte kein Fall aufgeklärt werden. „Die abgelegene Lage und dass die Täter nachts zuschlagen, erschwert die Ermittlungen“, so Ackermann. Auch Dieter Weppe, Vorsitzender des Stadt- und Kreisverbands der Kleingärtner Offenbach, ist besorgt. „Es wird immer schlimmer. Die Zahl der Einbrüche steigt seit Jahren, in der letzten Zeit gibt es auch immer mehr Brandstiftungen.“ Zwar hätten viele Vereine mittlerweile aufgerüstet und setzen auf verstärkte Sicherungsmaßnahmen. „Am Ende des Tages sind wir aber machtlos“, sagt Weppe.

Auch in anderen Gebieten des Rhein-main-Gebiets sind Gartenhütten immer wieder im Visier von Kriminellen: Im April 2018 wurden mehrere Hütten an der Offenbacher Landstraße in Frankfurt-Sachsenhausen angesteckt. Die Polizei geht von vorsätzlicher Brandstiftung aus. Anfang Juli trifft es die Kleingartenanlage an der Ludwig-Landmann-Straße. Sieben Gartenhütten brennen ab, es entsteht ein Schaden von 40.000 Euro. Im Dezember erwischt es drei Gartenhütten in einer Kleingartenanlage in Rödelheim. Im Taunus zerstören die Flammen Ende Juli eine Laube im Hattersheimer Stadtteil Okriftel. Die Kripo geht von Brandstiftung aus. Im Oktober fackeln mehrere Gartenhütten des Kleingartenvereins Hattersheim ab. Am Freitag dann eine neue Meldung aus Offenbach: Eine Gartenhütte in Waldheim ist Donnerstagnacht abgebrannt. Die Ursache: Unklar.

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