Oldtimer-Verein sucht Nachwuchs

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Georg Hufnagel, Ottmar Günther und Vizepräsident Artur Schumann (von links) von den Fahrzeugveteranen Dreieichenhain.

Von A wie Adler bis Z wie Zündapp: Im Fahrzeugveteranen-Verein Dreieich dreht sich seit 40 Jahren alles um Oldtimer. Ihre Schätze zeigen die Mitglieder jetzt auf der großen Jubiläumsausstellung. Von Kristina Bräutigam

Region-Rhein-Main – Das Lieblingsteil von Artur Schumann steht in der Garage, versteckt unter einer Stoffplane: Ein Mercedes W116 in Silbergrau-Metallic mit Vollausstattung, Ledersitzen und glänzenden Chromzierleisten. „Ich habe ihn einer alten Dame abgekauft. Er ist wie neu. Ein absoluter Glücksgriff“, sagt Artur Schumann. Der Dreieichenhainer weiß, wovon er spricht: Er ist Vizepräsident des Fahrzeugveteranen-Vereins Dreieich. Seit 40 Jahren zählt hier nur eins: Die Liebe zu Oldtimern. „Egal, ob Fahrrad, Motorrad, Auto oder Traktor, uns geht es um den Erhalt historischer Fahrzeuge“, sagt Gründungsmitglied Ottmar Günther. 

Zeitweise hatte der Verein 50 Mitglieder, heute sind es noch 36, die aus dem gesamten Rhein-Main-Gebiet stammen. „Uns geht es wie vielen Vereinen. Es fehlt an Nachwuchs“, sagt Günther. Zwar erleben vor allem Youngtimer zurzeit einen Boom. Doch das Hobby kostet Zeit und Geld. „Beides haben junge Leute nicht“, sagt Artur Schumann. Zweieinhalb Jahre hat er an seinem neuesten Projekt gewerkelt, einen John Deere Lanz 700. Jahrelang hatte der Traktor auf einem Acker vor sich hin gerostet, heute erstrahlt er in neuem Glanz. Gesamtkosten der Restauration: Schlappe 10.000 Euro. „Finanziell lohnt es sich nie. Unser Hobby ist pure Liebhaberei“, sagt der Vizepräsident.

Um ihre restaurierten Schätze zu zeigen, veranstalten die Fahrzeugveteranen am nächsten Wochenende eine große Jubiläumsausstellung im Bürgerhaus Sprendlingen. Die Schau sei auch eine Chance, neue Mitglieder zu werben. Mitmachen könne auch, wer keinen Oldtimer besitzt. „Hauptsache man teilt die Begeisterung. Und ein gescheites Gefährt vermitteln wir natürlich gern“, sagt Georg Hufnagel.

Besonders stolz ist der Verein auf das Rostblütenfest, das jedes Jahr bis zu 350 Oldtimer-Besitzer aus ganz Deutschland in den Bürgerpark Sprendlingen lockt. Auch wenn die historischen Fahrzeuge den Rest des Jahres eher geschont werden: Manchmal dürfen die Schätzchen den sicheren Stellplatz trotzdem verlassen. Artur Schumann tuckert mit seinem Traktor regelmäßig nach Messel. Brennholz holen, mit 25 Stundenkilometer-Höchstgeschwindigkeit. Vereinsmitglied Ottmar Günther hat mit seiner Kreidler Florett sogar eine Tour durch Norditalien gemacht – dieselbe, die er schon als 16-Jähriger auf dem Kleinkraftrad gefahren war. Begleitet hat ihn seine Tochter, Besitzerin einer alten Harley sowie eines VW-T2-Bulli. „Man sieht, die Leidenschaft steckt an“, sagt Günther.

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