Kommentar von EXTRATIPP-Chefredakteur 

Eins ist sicher: Es wird unsicherer

Von Axel Grysczyk.

Die Nato wird von innen angegriffen. Insbesondere die USA unter ihrem Präsidenten Donald Trump macht sie durch ihre ständige Kritik schwächer. Damit geht Trump einen eingeschlagenen Weg weiter: Institutionen, die für Frieden und Stabilität stehen, werden in Frage gestellt.

Und damit wird es weitere Unruhe in der Welt geben. Und: Bestehende Konflikte werden auf keinen Fall gelöst.

Denn mit dem Trump-Vorgehen wird der Niedergang der US-Dominanz in der Welt nur noch beschleunigt. Die einst als einzige Supermacht verbliebene USA will keine Supermacht mehr sein. Nato, UN, Wirtschaftsabkommen, Iran-Atomabkommen – das sieht die Trump-USA alles kritisch. Und in diesem Vakuum entstehen neue Unsicherheiten. Regional-Mächte bekommen immer größeren Einfluss und niemand stoppt sie mehr.

Auch der Einfluss Europas ist rückläufig. Die Führungsstaaten der EU, Deutschland, Frankreich und ehemals Großbritannien, ächzen unter innenpolitischen Problemen, wie etwa dem wachsenden Populismus. Derzeit konzentrieren sie sich stärker auf diese Probleme als ihren äußeren Einfluss geltend zu machen.

Lediglich die gut gehende Weltwirtschaft übertüncht diese Probleme. Wenn sie erst mal abgewürgt ist durch immer neue Handelskriege, dann wird die neue Weltunordnung stärker sichtbar.

Das Fehlen einer Super- und Ordnungsmacht, das Emporkommen regionaler Konflikte, um die sich niemand mehr schert, und die Schwäche der etablierten außenpolitischen Schwergewichte wird zu viel mehr neuen Konflikten in der nahen Zukunft führen. An die Unsicherheit müssen wir uns gewöhnen.

Kommentar von Axel Grysczyk

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