Rentner Johann Christian Knodt sammelt seit 40 Jahren

Er ist Herr über 170 Weihnachtsmänner

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Hauptsache weißer Bart und dicker Bauch: Johann Christian Knodt aus Mörfelden-Walldorf ist verrückt nach Weihnachtsmännern.

Johann Christian Knodt hat eine weihnachtliche Leidenschaft: Der Rentner aus Mörfelden-Walldorf sammelt Weihnachtsmänner. Nach 170 Figuren ist allerdings Schluss. Denn Ehefrau Ingrid hat dem Weihnachts-Wahnsinn den Riegel vorgeschoben. Von Kristina Bräutigam

Johann Christian Knodt hat eine weihnachtliche Leidenschaft: Der Rentner aus Mörfelden-Walldorf sammelt Weihnachtsmänner. Nach 170 Figuren ist allerdings Schluss. Denn Ehefrau Ingrid hat dem Weihnachts- Wahnsinn den Riegel vorgeschoben. Mörfelden-Walldorf – Der Schatz von Johann Christian Knodt befindet sich in einem unscheinbaren Kellerraum. Hier, in einer handvoll Schränken, versteckt zwischen Nippes und Elvis-Postern, stehen sie: Weihnachtsmänner, mit Schlitten oder Hula-Hoop-Reifen, auf Motorrädern, mit Glocke oder Trompete. „Sind das nicht schöne Kerlsche“, sagt der Rentner aus Mörfelden und strahlt übers ganze Gesicht. 

Seit fast 40 Jahren sammelt Knodt Weihnachtsmänner. Schuld ist Ehefrau Ingrid. Die bestellt Ende der 70er eine Figur bei einem Versandhaus. Der rund 30 Zentimeter kleine Kerl mit dem Gummi-Gesicht läuft, schwingt das Glöckchen und singt Weihnachtslieder – und um Johannn Christian Knodt ist es geschehen. Warum, das weiß er selbst nicht so genau. „Das hat mich einfach fasziniert.“ Von diesem Tag an ist Knodt im Sammelfieber. Ob in Kaufhäusern oder Drogerien, auf Floh- oder Weihnachtsmärkten, der Mörfelder kann an den rot-weißen Figuren einfach nicht vorbeigehen. „Im Quelle-Shop war ich Stammkunde“, sagt er und lacht. Die Bilanz nach vier Jahrzehnten Sammelleidenschaft: 170 Weihnachtsmänner, von 20 Zentimetern bis zu 1,50 Metern. „Wenn ich einen Weihnachtsmann sehe, bin ich hin und weg. Und als Sammler sieht man sie eben überall“, sagt Knodt.

Bis zu 20 Figuren kauft er pro Jahr. Einzige Auswahlkriterien: Sie müssen klassisch- rot-weiß sein und einen Ton haben. Ob fetziges Weihnachtslied, Schnarchen oder „Hohoho“ ist dem 73-Jährigen egal. „Hauptsache er macht mir Freude.“ Früher standen die Figuren im ganzen Haus verteilt. Doch Ehefrau Ingrid hat der rot-weißen Leidenschaft ihres Mannes irgendwann einen Riegel vorgeschoben. Heute müssen die Figuren sogar an Weihnachten im Keller bleiben. Johann Christian Knodt kann damit leben. „Ich könnte mich sowieso nicht entscheiden und am Ende würden 20 Stück im Wohnzimmer stehen.“ 

Nur ein einziges Mal hatten seine Weihnachtsmänner ihren großen Auftritt: 2012, im Heimatmuseum Mörfelden. Doch auch im Keller geht es den Figuren gut. Knodt guckt regelmäßig nach seinen Rauschebärten, überprüft die Funktionstüchtigkeit und säubert die Kontakte; auch im Hochsommer, wenn Weihnachten für alle anderen weit weg ist. In den Wintermonaten besucht der Rentner seine Weihnachtsmänner fast jeden Abend. „Wenn es draußen dunkel ist und ich hier sitzen kann, für mich gibt es nichts Schöneres“, sagt er. Mittlerweile hat der 73-Jährige aufgehört, aktiv zu sammeln. Grund sind die mahnenden Blicke von Ehefrau und Sohn. Ihnen wäre am liebsten, Johann Christian Knodt würde seine Sammlung verkaufen. Doch so einfach gibt der seine Weihnachtsmänner nicht her. Nur gegen einen guten Preis und alle zusammen würde er seine Weihnachtsmänner abgeben. „Und zwar an jemanden, der daran wirklich Freude hat.“

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