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Frankfurt: Schmuddel-Links statt Politik - Haben Hacker CDU angegriffen?

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Die Seite der CDU Nieder-Eschbach in Frankfurt wurde wohl gehackt.

In Frankfurt wurde wohl die Homepage eines CDU-Stadtverbands gehackt. Hier gibt es nun Schmuddel-Links statt Politik. Was war passiert?

Frankfurt - Michael Stauder, bislang Vorsitzender der CDU Nieder-Eschbach, musste nach sexistischen Kommentaren seinen Hut nehmen. Doch der Ärger geht weiter. Denn: Wer im Internet Infos über die Christdemokraten aus dem Frankfurter Stadtteil sucht, bekommt Porno statt Politik angeboten.

„Na denn, büg Dich, du Luder“, kommentierte wortwörtlich der Christdemokrat Michael Stauder von der CDU am vergangenen Sonntag auf Facebook das Bild einer „Fridays for Future"-Demonstrantin. Diese hatte ein rotes Plakat mit Victory-Zeichen und kesser Aufschrift frech grinsend in die Kamera gehalten.

Unter anderem aufgrund dieses Facebookeintrages, musste CDU-Politiker Michael Stauder zurücktreten.

Möglicherweise hätte diese Entgleisung schon gereicht, allerdings hatte der CDU-Mann bereits zuvor Aussagen getätigt, die auch innerhalb der eigenen Partei für Kopfschütteln sorgten. Stauder hatte das Urteil kommentiert, wonach die Grünen-Politikerin Renate Künast weitreichende Diffamierungen ihrer Person (unter anderem ging es um schlimme Beschimpfungen) dulden muss. Ausgerechnet auf der Facebook-Seite von Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker schrieb Stauder: „Mal zum Spaß: So wie die ,Frau’ aussieht, kann man(n) verstehen, dass Männer sich lieber dem ,warmen’ Lager zuwenden“. Immerhin zeigte sich Stauder gegenüber der Frankfurter Rundschau (FR) reumütig und entschuldige sich für die mittlerweile gelöschten Posts. Seine geäußerte Hoffnung, dass „sein Fehler“ damit aus der Welt sei, erwies sich allerdings als Trugschluss. Denn: Kurze Zeit später meldete sich Frankfurts CDU-Chef Jan Schneider bei der FR und erklärte den Rücktritt von Michael Stauder.

Der mittlerweile von allen politischen Ämtern zurückgetretene Michael Stauder.

CDU-Homepage wurde offenbar gehackt

Doch die Krise bei der CDU ist damit lange noch nicht vorbei. Denn der EXTRA TIPP ist über ein weiteres pikantes Detail gestolpert. Die offizielle Homepage wurde offenbar gehackt! Wer seit Anfang dieser Woche auf den Internet-Auftritt unter Frankfurter Lokalpolitiker klickt, bekommt Schmuddelfilme statt Politik geboten. Statt Verlinkungen zu CDU-Mitgliedsanträgen, Parteiprogrammen oder aktuellen Kommunalpolitik-Infos aus Nieder-Eschbach sind dort pikante Verlinkungen zu sehen.

CDU-Kreisverband meldet sich nicht

Hat sich nach den homophoben Entgleisungen und den Altherrenwitzen von Michael Stauder also ein Computerexperte in die Internetpräsenz gehackt, um die Christdemokraten so richtig vorzuführen?

UPDATE: 25.09. 14:52 Uhr

Jetzt hat sich Ann-Kristin Müller Kreisgeschäftsführerin des CDU-Kreisverbandes Frankfurt zum Fall geäußert. Einen Zusammenhang zum Fall Stauder schloss sie aus: „Michael Stauder hat erkannt, dass er einen gravierenden Fehler gemacht hat und hat für sich die richtigen Konsequenzen gezogen“ Zu den Schmuddel-Verlinkungen auf der CDU Nieder-Eschbach-Seite sagt sie: „Die angesprochene Seite gehört der CDU Nieder-Eschbach nicht mehr. Diese Domain wurde bereits 2016 abgemeldet. Es handelt sich hierbei also um eine Fake-Seite.“ Die Kollegen des Frankfurter Stadtteiles würden hauptsächlich über Facebook im Internet kommunizieren. Seltsam allerdings ist, dass auch auf der Facebook-Seite der CDU-Nieder-Eschbach genau eine Verlinkung zu dieser Schmuddel-Seite zu sehen ist. Und auch auf der Seite der Frankfurter CDU, sowie auf offiziellen Internetpräsenz des Stadtteiles Nieder-Eschbach findet sich eben diese Homepage, wenn Interessierte Infos über die Nieder-Eschbacher CDU suchen. „Uns ist das natürlich nicht recht und wir tun alles, damit die Seite endlich nicht mehr aufrufbar ist. Aber wie so oft mahlen auch hier die Mühlen langsam“, sagt die Kreisgeschäftsführerin.   

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