Können Hochhäuser einfach umfallen? Professor für Tragwerklehre klärt auf

Frankfurt: Nach dem Monster-Sturm: Sind Wolkenkratzer sicher?

Ein Sturm zieht auf über der Frankfurter Skyline. Foto: Telesniuk/panthermedia.net

Der Sturm am vergangenen Sonntag hat Hausdächer abgedeckt, Bäume entwurzelt und Fassadenteile durch die Gegend gewirbelt. Betroffen war vor allem der Kreis Offenbach. Von Christian Reinartz

Doch was passiert, wenn ein solcher Monster-Sturm auf die Frankfurter Skyline trifft? Der EXTRA TIPP hat nachgefragt.

Region Rhein-Main – Genauso schnell wie der Mega-Sturm am vergangenen Sonntag gekommen war, so schnell hat er sich auch wieder verzogen. Geblieben ist neben einer Schneise der Zerstörung durch den Kreis Offenbach die Angst vor weiteren Stürmen. Und die Frage, was passiert, wenn ein solch extremer Sturm ein paar Kilometer weiter auf die Wolkenkratzer der Frankfurter Skyline trifft.

Holger Techen ist Professor für Tragwerklehre und Baukonstruktion an der Frankfurt University of Applied Sciences und weiß, was die mehrere hundert Meter hohen Bürotürme aushalten und was nicht.

Denn die Kraft von Stürmen ist nicht zu unterschätzen. Hohe Sicherheitsvorkehrungen bei der Bauplanung sind deshalb Standard. „Solche hohen Hochhäuser werden schon in der Planungsphase im Windkanal getestet“, erklärt Techen. Dazu wird ein originalgetreues Modell gebaut und dieses dann mit verschiedenen Sensoren ausgestattet. „Im Windkanal wird dann eine Belastungssituation unter realen Bedingungen getestet und gemessen, welche Kräfte auf das Gebäude wirken.“

Grundsätzlich geht man zudem beim Bau eines Wolkenkratzers immer von einem sogenannten „50-Jährigen Sturm“ aus. Das ist die Windstärke, die nur einmal in 50 Jahren auftritt. Ein anderer Maßstab würde allerdings angelegt werden bei Gebäuden, die der öffentlichen Sicherheit dienen, wie etwa der Fernsehturm oder Krankenhäuser. „Da gehen wir dann von einem hundertjährigen Sturm aus, dessen Windgeschwindigkeiten höher liegen.“ Basis dieser Daten seien etwa regionale Wetterstatistiken vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach.

Doch selbst, wenn einmal ein Jahrhundertsturm durch Rhein-Main fegt, „Angst haben, dass ein Gebäude durch einen Sturm einfach umfällt, muss keiner haben“, stellt Holger Techen klar. Ein solcher Fall ist mir bisher auch noch nie untergekommen, selbst in Regionen, wo wirklich extreme Wirbelstürme herrschten.

Gefährlich kann es trotzdem werden. Die Gefahr bei solchen extremen Stürmen geht, laut Techem, eher davon aus, dass Teile der Fassade oder Antennen abgerissen werden könnten und dann herabfallen.

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