Klinik-Tragödie

Frankfurt: Frau lässt Kaiserschnitt machen - wenige Stunden später ist sie tot

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In Frankfurt ist eine junge Frau nach dem Kaiserschnitt gestorben. Vor Gericht stehen drei Ärztinnen.

In Frankfurt ist eine Frau kurz nach der Kaiserschnitt-Geburt ihres Sohnes gestorben. Nun stehen drei Ärztinnen vor Gericht.

  • 31-Jährige geht in Frankfurt Markus-Krankenhaus, um Sohn auf die Welt zu bringen
  • Nach dem Kaiserschnitt verstirbt die junge Mutter
  • Drei Ärztinnen müssen sich nun vor Gericht verantworten

Frankfurt - In Frankfurt stehen derzeit drei Ärztinnen vor Gericht, denen die Staatsanwaltschaft fahrlässige Tötung durch Unterlassung vorwirft. Im Jahr 2014 war eine Frau nach einem Kaiserschnitt und der Geburt ihres Sohnes im Markus-Krankenhaus in Frankfurt gestorben. Die Ärztinnen schweigen zu dem Vorwurf.

31-Jährige stirbt nach Kaiserschnitt: Drei Ärztinnen in Frankfurt vor Gericht

Am vergangenen Mittwoch (16. Oktober) begann die Verhandlung des äußerst komplizierten Falles vor dem Frankfurter Landgericht. Der Vorsitzende Richter sagte zum Prozess-Auftakt, es gehe darum, ob "eine sehr persönliche Tragödie in irgendeiner Weise strafrechtlich relevant sei". Sollten die drei Ärztinnen, im Alter von 54, 49 und 37 Jahren, in irgendeiner Weise für den Tod der 31-Jährigen verantwortlich sein, hätten sie höchstens in "unbewusster Fahrlässigkeit" gehandelt, so der Vorsitzende Richter am Mittwoch. Die Frage, die sich nun stellt, sei, ob der Tod der jungen Mutter vermeidbar gewesen wäre. Und falls ja, wie. 

Frau bringt bei Kaiserschnitt gesundes Kind zur Welt - kurz später ist sie tot

Die 31-Jährige war im Sommer 2014 zur ihrer Entbindung in das Markus-Krankenhaus in Frankfurt gekommen. Sie brachte laut Anklageschrift "einen gesunden Knaben" auf die Welt und sei nach dem Kaiserschnitt "rosig und ansprechbar" gewesen, wie fr.de* berichtet. Das Glück sollte jedoch nicht lange anhalten - es kam zu Komplikationen. Bei der 31-Jährigen hatte sich eine Gebärmutterschwäche bemerkbar gemacht, die mit Blutverlust zusammenhing. Die Frau wurde noch in dieser Juli-Nacht zweimal operiert, bevor ihr Kreislauf schließlich kollabierte und dieReanimationsversuche scheiterten

Prozess in Frankfurt nach Tragödie in Markus-Krankenhaus

Die Verteidiger der zwei Oberärztinnen und der Assistenzärztin, die vor dem Frankfurter Landgericht stehen, sagten zum Prozess-Auftakt am Mittwoch, die Gynäkologinnen seien ihrem Beruf und ihrer Pflicht nach bestem Gewissen nachgegangen. Auch das Krankenhausprotokoll jener Nacht zeigt, dass die Patienten regelmäßig untersucht wurde und zwei der Ärztinnen nach einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes der Frau sogar aus dem Feierabend zurück in die Klinik gerufen wurden. Bei einer Laboruntersuchung sei bei der jungen Mutter eine Blutgerinnungsstörung diagnostiziert worden. Diese habe laut Anklage der Staatsanwaltschaft nicht rechtzeitig den Weg vom Labor in den OP-Saal gefunden. Die Diagnose hätte eine größere Menge an Blut und Infusionen erfordert. 

Frankfurt: Witwer als Zeuge vor Gericht

Die Verteidiger in Frankfurt sehen ihre Mandantinnen nicht in der Schuld, sagen vor Gericht, die Anästhesisten seien für die Bluttransfusion und Medikamentenvergabe verantwortlich. Die Ermittlungen gegen "die Täter der Anästhesie" seien eingestellt worden, während nun die "Unschuldigen" vor Gericht stünden, sagte laut fr.de ein Kollege des Verteidigers. Für den komplizierten Falls sind bisher zehn Verhandlungstage vorgesehen. Am ersten Tag wurde nur die Anklageschrift verlesen. In den folgenden Verhandlungen soll auch der Mann der verstorbenen Frau als Zeuge aussagen. Er tritt nicht als Nebenkläger auf.

* fr.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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