Gästeführerinnen berichten, welche kuriosen Fragen und Ansichten Gäste aus aller Welt haben

Das denken Touristen über Frankfurt

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Nein, der Herr links ist nicht Karl Marx! Auch wenn er von Chinesen tausendfach im Internet als solcher geteilt wird. Gästeführerin Verena Röse amüsiert´s

Der Sommer ist da und lockt Touristen nach Frankfurt. Stadtführerinnen verraten dem EXTRA TIPP, welche kuriose Fragen gestellt werden und welche seltsamen Ansichten über Deutschland herrschen. Unter anderem, wie ein lupenreiner Demokrat zum Kommunisten wurde. Von Oliver Haas

Frankfurt – Frankfurts Stadtführer können sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen. „Die Touren sind derzeit fast immer alle ausgebucht“, erzählt Stadtführerin Verena Röse. Ähnliches berichtet Kollegin Edith Dörken. Zum Start der Sommer-Hochsaison verraten die beiden dem EXTRA TIPP, welche teils seltsamen Ansichten ausländische Gäste haben oder kuriose Fragen sie stellen.

1. Die Einwohnerzahl

„Viele sind immer überrascht, dass Frankfurt unter 750.000 Einwohner hat“, sagt Dörken. Aufgrund des Flughafens oder auch der vielen Hochhäuser und imposanten Skyline gehen die meisten davon aus, dass sie durch eine Millionenstadt schlendern. „Dabei ist Frankfurt nur die fünftgrößte deutsche Stadt“, sagt Röse.

2. Der Römer

„Das ist natürlich der Klassiker. Wo ist der Berg und wo sind die Römer?“, berichtet lachend Edith Dörken. Viele blickten sich dann oft vergeblich nach Ruinen um. „Sie freuen sich richtig, wenn sie später endlich Ruinen im archäologischen Garten in der Altstadt sehen“, erzählt Röse. Kurioserweise gehen dann aber einige davon aus, dass auch die Ruinen, wie vieles in der neugestalteten Altstadt, neu aufgebaut worden seien.

3. Die Würste

„Ein Inder meinte mal zu mir, er wundere sich, dass nicht alle Deutsche furchtbar dick seien. Schließlich gibt´s hier an jeder Ecke Wurst zu kaufen“, sagt Röse. Das Klischee, dass Deutsche Weltmeister im Wurstessen sind, sei weit verbreitet. Und Frankfurt verbinde man erst Recht kulinarisch mit „Würstchen“.

4. Die roten Ampeln

„Eine Gruppe aus Neuseeland hat mal sehr getuschelt und gelacht, als ich an einer roten Fußgängerampel in Frankfurt wie selbstverständlich gehalten habe, obwohl kein Auto kam“, sagt Röse. Man habe ihr erklärt, dass sie daran in ihrem Land immer Deutsche erkennen würden. „Da macht wohl auch oft der Witz die Runde: In Berlin hätte es nie eine Mauer gebraucht – eine rote Ampel hätte gereicht.“

5. Der Dom

„Viele fragen, warum der Dom eigentlich Dom heißt. Denn Dom ist ja die Bezeichnung für den Bischofssitz. Nur: Frankfurt hat gar keinen Bischof!“ Wenn Verena Röse dann erklärt, dass er zum Bistum Limburg gehört, dann seien viele völlig verwirrt.

6. Der falsche Karl Marx

Am Hühnermarkt steht eine Statue von Schriftsteller und Dichter Friedrich Stoltze. „Als republikanischer Demokrat würde er sich heute wohl im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was viele chinesische Frankfurt-Touristen machen“, sagt Verena Röse. Denn: Aufgrund der optischen Ähnlichkeit zu Karl Marx seien Selfies in sozialen Medien mit ihm überflutet mit dem Spruch „Lang lebe der Kommunismus!“

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