Muss das sein?

Ex-Grünen-Chefin aus Frankfurt schockt mit geschmacklosem Tweet zur Dresdener Bombe

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Jutta Ditfurth gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Grünen. Inzwischen sitzt sie für eine ökologisch-linke Liste im Frankfurter Stadtparlament.

Das Netz tobt! Die ehemalige Chefin der Grünen und derzeitige Abgeordnete des Frankfurter Stadtparlaments Jutta Ditfurth hat mit einem Tweet zur missglückten Bombenentschärfung für mächtig Aufsehen gesorgt.

Frankfurt/Dresden - Das hätte sie sich wohl lieber zweimal überlegen sollen. Die Frankfurter Journalistin und Politiker Jutta Ditfurth steht derzeit im Zentrum der Kritik. Sie hatte mit einem Tweet zur missglückten Entschärfung einer Fliegerbombe in Dresden für mächtig Aufsehen gesorgt. Im Netz verteidigt sich die Aktivistin gegen die Kritik.

Jutta Ditfurth: "Die Bombe weiß, wo sie ist"

Was war passiert? Am Dienstag war bei Bauarbeiten in Dresden eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Nach den Evakuierungsmaßnahmen war ein erster Versuch, die Bombe zu entschärfen, am Mittwoch missglückt. Es kam sogar zu einer Explosion. 

Am heutigen Donnerstag soll ein zweiter Versuch gestartet werden, den Blindgänger endlich unschädlich zu machen. Davon sind Tausende Dresdener betroffen, die aus Sicherheitsgründen derzeit nicht in ihre Wohnung können.

Ditfurth twitterte am Mittwochabend nach der missglückten Entschärfung einen Artikel dazu - mit den Worten "Die Bombe weiß, wo sie ist."

Kritik an Jutta Ditfurth in den Sozialen Medien ist heftig

Die Anspielung Ditfurths auf die rechten Tendenzen in Dresden - unter anderem Heimatstadt der rechtspopulistischen Pegida-Bewegung - ruft bei den Dresdener und auch anderen Menschen heftige Kritik hervor - zumal die Entschärfungsaktion alles andere als ungefährlich die alle Beteiligten und die Anwohner ist.

Ditfurth war ab Ende der 1970er Jahre als Mitglied der sogenannten Grünen Liste Hessen (GLH) am Entstehungsprozess der Partei "Die Grünen" beteiligt. Sie nahm Anfang 1980 bei der bundesweiten Gründungsversammlung teil. 

In den 1980er Jahren gehörte Ditfurth als „Radikalökologin“ zu den bekanntesten Vertretern des linken Flügels der Grünen. Von 1984 bis Ende 1988 war sie Angehörige des dreiköpfigen Bundesvorstands der Grünen, aus dem sie nach der "realpolitischen" Wende aus Protest verließ. Sie sitzt seit 2011 wieder als Mitglied der Liste ÖkoLinX im Stadtparlament der Stadt Frankfurt. 

Die kritisierte Ditfurth gibt sich dagegen völlig unwissend. In einem neuen Tweet schreibt sie: "Meine Absicht war es, mit einem kleinen absurden Witz, herauszufinden, auf welchem Stand das politische Bewusstsein in Dresden und anderswo gerade ist. Hat geklappt."

Bleibt nur die Frage, ob man dies auf dem Rücken derer austragen muss, die die Bombe entschärfen, die Evakuierten versorgen und die, die unter den Sicherheitsmaßnahmen seit zwei Tagen zu leiden haben. Zudem waren nicht wenige Nutzer der Meinung, das Statement der sich als links bezeichnenden Politikerin wäre eher Wahlhilfe für die rechtspopulistische AfD als alles andere.

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Philipp Keßler / Video: Glomex

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