Sein Opfer war erst 12

Sexueller Missbrauch in buddhistischem Kloster: Frankfurter Abt unter Verdacht

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Das buddhistische Kloster Pagode Phat Hue an der Hanauer Landstraße in Frankfurt soll einer der beiden Tatorte des Missbrauchs sein.

Sie waren seine Klosterschüler - und wurden von ihm sexuell missbraucht. Ein buddhistischer Abt aus Frankfurt steht im Verdacht, sich in Klöstern in Frankfurt und im Odenwald an Jungen vergangen zu haben.

Frankfurt - Die Geschichte klingt wie aus einem Albtraum. Ein bekannter buddhistischer Abt soll sich in den beiden Klöstern "Pagode Phat Hue" in Frankfurt und "Buddhas Weg" im Odenwald an seinen jungen Schülern vergangen haben. Das berichtet der Spiegel exklusiv in seiner neuen Printausgabe sowie vorab auf seinem Onlineportal.

Demnach habe der Mann, der bis 2009 sogar Vorsitzender der Deutschen Buddhistischen Ordensgemeinschaft e.V. (DBO) war, außerdem pornografische Filme von seinen Klosterschülern angefertigt. Dem Nachrichtenmagazin liegen demnach Beweise dafür vor. Der Abt bestreitet die Vorwürfe jedoch und sieht sich als Opfer einer Verschwörung der buddhistischen Dachverbände. Ende 2010 ist er von der DBO ausgeschlossen worden, nachdem er es verweigert hatte, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen.

Sein jüngstes Opfer war erst zwölf Jahre alt

Laut des Berichts berichteten Jugendliche von den sexuellen Handlungen, die sie an dem Abt hätten vornehmen müssen, um in den Genuss der Erleuchtung zu kommen. Die Rede ist von oraler und analer Befriedigung sowie Küssen und Massagen der Genitalien. Das jüngste Opfer sei zum Zeitpunkt der Vorfälle zwölf Jahre alt gewesen.

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Der Abt hatte in Frankfurt und Umgebung auch deshalb Bekanntheit erlangt, weil er einer derjenigen war, die es schafften, den Dalai Lama während seiner Europareise im Jahr 2009 dazu zu bewegen, auch an einer Veranstaltung in Frankfurt teilzunehmen. Besonders bedenklich: Noch heute leitet der Beschuldigte Seminare in dem Kloster im Odenwald - für und mit Kindern.

Über strafrechtliche Konsequenzen und Ermittlungen seitens der Behörden berichtet der Spiegel nichts. Ebenfalls ist nicht bekannt, warum die Vorfälle erst jetzt an die Öffentlichkeit gelangen.

Philipp Keßler

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