Fehde zwischen Rammstein und den Toten Hosen?

Rammstein: Sänger Campino (Toten Hosen) packt über Rock-Band aus

Lange Zeit haderte Campino von den Toten Hosen mit Rammstein. Was der Musiker heute von der weltberühmten Konkurrenz denkt, hat er nun verraten.

  • Campino (bürgerlich Andreas Frege) ist Frontmann der Düsseldorfer Band „Die Toten Hosen“.
  • Lange Zeit haderte der 57-Jährige mit der weltweit bekannten Gruppe „Rammstein“, immer wieder wurde eine Fehde zwischen den beiden Musikgrößen vermutet.
  • Jetzt hat er erzählt, warum er seine Meinung zu Till Lindemann und Co. geändert hat.

Düsseldorf - Die Toten Hosen gehören zu den kommerziell erfolgreichsten Bands mit Wurzeln im Punkrock in Deutschland. Wie die Ärzte erreichen sie mittlerweile ein großes Massenpublikum, seit 1990 belegten sie zehnmal den ersten Platz der Albumcharts in Deutschland. 

Zwölf Jahre nachdem sich die Toten Hosen 1982 gegründet haben, entstand die Band Rammstein, immer wieder wurde eine Fehde zwischen den Schwergewichten der deutschen Musikbranche vermutet. Der Frontmann der „Toten Hosen“ Campino (57) hatte laut eigener Aussage lange Zeit ein eher gespaltenes Verhältnis zu der Band, die dem Genre „Neue Deutsche Härte“ zugeordnet wird. Doch mittlerweile hat sich seine Meinung grundlegend geändert.

Campino: So steht der „Toten Hosen“-Frontmann zu Rammstein

Bei dem neuen Akustik-Album „Alle ohne Strom“ ist unter anderem ein Cover von Rammsteins „Ohne dich“ zu finden. Heute bezeichnet Campino die Band als „hoch verehrte Kollegen“, wie die Augsburger Allgemeine den Toten-Hosen-Frontmann zitiert. Das Lied beschreiben die Punkrocker derweil als eines der besten Lieder von Rammstein. Rammstein-Chef Till Lindemann zeigte derweil das Original-Video zu „Knebel“ einmalig. Doch die schockierenden unzensierten Szenen kursieren noch im Netz, wie extratipp.com* berichtet.

Auf die Nachfrage, ob sich Campino an dem standardmäßigen Kokettieren mit NS-Ästhetik oder Auschwitz störe, hat er mittlerweile eine klare Meinung. Früher hatte der 57-Jährige seine „Schwierigkeiten mit denen“, erzählt er. Dann trifft der Toten-Hosen-Frontmann die überraschende Aussage: „Mittlerweile schätze ich sie sehr.“

Der positive Blick auf Rammstein hat sich bei Campino erst mit der Zeit entwickelt. Das hat vor allem einen Grund, denn er habe „den großen Humor dieser Band“ nicht von Anfang an verstanden. Um sein Beispiel zu untermauern, nennt er die Songs „Ausländer“ und „Deutschland“ von Rammstein. „Das sind ja klare Stellungnahmen gegen rechts“, hält er gegenüber der Augsburger Allgemeinen fest und erläutert weiter: „Dass Rammstein natürlich in ihrer eigenen Weise mit Provokationen arbeiten und gerne mal was in den Raum stellen und sich andere darüber streiten lassen, das gehört zu deren Konzept.“ Derweil sind Backstage-Bilder von der Rammstein-Tour aufgetaucht - es geht um Alkohol, wie extratipp.com berichtet.

Diese Unterschiede sieht Campino zwischen „Die Toten Hosen“ und „Rammstein“

Campino beschreibt Rammstein als „ein Projekt, in dem die Künstler in eine Rolle steigen, die sie nach dem Auftritt wieder verlassen“. Darin sieht der „Die Toten Hosen“-Frontmann auch den großen Unterschied zu seiner Band - denn er selbst wie auch seine Bandmitglieder spielen auf der Bühne „keine Rolle“, haben „kein Kostüm“ an, Campino ist auch auf der Bühne einfach Campino.

Indes präsentiert Rammstein-Sänger Till Lindemann sein bestes Stück in der Öffentlichkeit, wie extratipp.com berichtet.

Und damit meint der bekannte Musiker natürlich auch die politische Botschaft, die er mit den Toten Hosen auf die Bühne bringen möchte. Denn wie er im Interview klarstellt, sei Musik für ihn keinesfalls nur Unterhaltung. Campino habe Musik „immer als Ganzes begriffen“, erklärt er und weiter: „Es wäre undenkbar für mich, ein Musiker zu sein, der Menschen nur unterhalten will und sonst gar nichts.“ Darin bestehen sicherlich auch Parallelen zu Rammstein.

Die Toten Hosen: Campino schießt gegen AfD und „gesamtgesellschaftliche Entwicklung“

Auch seine politische Ausrichtung spricht Campino von den Toten Hosen in dem Interview an. „Es gibt eine schleichende gesamtgesellschaftliche Entwicklung, ein Gebräu, zu dem die krassen Zahlen an AfD-Wählern in den neuen Bundesländern und auch anderswo gehören“, erzählt er. Für ihn sei es „blamabel“, dass Antisemitismus hierzulande weiter grassiert und Juden in Deutschland kein „normales Leben“ führen können.

„Es ist einfach unglaublich zu sehen, wie viele Menschen mit der in Europa hart erkämpften Freiheit und Demokratie zündeln“, erklärt Campino weiter. Er säheEuropa als „Werte- und Solidargemeinschaft“. Personen auszugrenzen, denen es schlechter gehe, sei laut Campino ein „krasser Missbrauch einer wunderschönen Idee“. Seinen Frieden mit Rammstein scheint das Toten-Hosen-Mitglied jedenfalls geschlossen zu haben - egal, ob es die nachgesagte Fehde jemals gab oder nicht.

Neben Rammstein verfolgt Frontmann Till Lindemann (56) noch sein eigenes Projekt. Im Zuge dessen postete Till Lindemann ein intimes Foto auf seinem Instagram-Kanal. Wie die Fans reagieren, berichtet extratipp.com*. Fans vom Rammstein wollen bei einem Konzert derweil eine Geheimbotschaft enthüllt haben.

*extratipp.com ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Jens Kalaene / Britta Pedersen dpa (Fotomontage)

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