Horror-Trip

Beliebte App "ask.fm" schickt Gruppe wegen PR-Aktion auf Mount Everest - mit fatalen Folgen 

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Die Macher der beliebten Messenger-App "Ask.fm" schickten ein Gruppe für eine PR-Aktion auf den Mount Everest - mit fatalen Folgen.

Die Macher der beliebten Messenger-App "ask.fm" schickten ein Gruppe für eine PR-Aktion auf den Mount Everest - mit fatalen Folgen.

Kathmandu - Die Verantwortlichen der bei jungen Menschen beliebten Messenger-App "ask.fm" (mit über 215 Millionen Nutzern in 186 Ländern) haben für eine PR-Aktion eine Gruppe Menschen auf den Mount Everest (8848 Meter hoch) geschickt. Doch nicht alle kamen zurück, wie btc-echo.de berichtet.

"ask.fm" bereitet demnach gerade den Start einer eigenen Kryptowährung (digitales Zahlungsmittel) vor. Um dafür möglichst viel Werbung zu machen, schickten die Macher der Plattform im Mai vier Menschen auf den Mount Everest. 

Bei der ask.fm-App stellen sich die Nutzer gegenseitig Fragen. 

"ask.fm" schickt vier Menschen auf den Mount Everest - aus diesem Grund

Dort sollten sie am Gipfel eine Hardware-Wallet (das ist eine Art Daten-Geldbörse) mit "ask.fms" eigenen Token vergraben. Den Gipfel haben die Bergsteiger auch erreicht. Das Unternehmen gab zu der gefährlichen Aktion eine Erklärung ab: "Kryptoprojekte müssen die Spielregeln verändern. Herausforderungen annehmen. Höhen bezwingen. Bereit sein für den höchsten Token, wortwörtlich." In einem Video der PR-Aktion ist ein bärtiger Ukrainer zu sehen, das Wetter ist schlecht: "Wir sind jetzt am höchsten Punkt der Erde“, so der Ukrainer. Dabei hält er eine Hardware-Wallet in die Kamera.Jetzt seien Token im Wert von 50.000 Dollar auf dem Mount Everest vergraben. Bis hierhin lief alles gut. Dann kam der Abstieg.

Der Mount Everest ist der höchste Berg auf der Erde.

"ask.fm" schickt vier Menschen auf den Mount Everest - nicht alle kehren zurück

Wie gefährlich die PR-Aktion von "ask.fm" tatsächlich war, ist in der firmeneigenen Mitteilung zu lesen: "Zwei Kerle steckten in über 7.000 Meter Höhe fest, ohne Reserve-Sauerstoff. Unter extremen Temperaturen und unfähig abzusteigen, mussten sie am zweiten Tag einen Hubschrauber-Trupp zur Rettung rufen. Jetzt sind sie beide sicher und werden behandelt. Und stark, einen solchen Schritt gemacht zu haben." Bei Facebook gibt es mehr Einblick in den Vorfall. Dort hält einer der Bergsteiger, Taras Pozdnii, die verbundene Hand in die Kamera. Er schreibt von seinen Erfrierungen und wie er satte zehn Kilo verloren hat. 

Der Post wurde in der Hauptstadt Kathmandu veröffentlicht. Zu diesem Zeitpunkt war einer der "ask.fm"-Gruppe, die auf den Mount Everest gestiegen ist, bereits verschwunden. Sherpa Lam Babu war auf über 8000 Metern zwischen dem Gipfel und Camp IV verschollen. Der Träger war ein erfahrener Bergsteiger. 

"ask.fm" ermuntert weiterhin Menschen, auf den Mount Everest zu steigen

"ask.fm" sprach zu diesem Zeitpunkt davon, dass einer von über 100 Sherpas noch nicht aufgetaucht sei und man keine Information habe. Dass sich Lam Babu in absoluter Todesgefahr befinden musste, dürfte jedem Bergsteiger klar gewesen sein. Während das "ask.fm"-Team sich per Hubschrauber nach Kathmandu fliegen ließ, stellte Everest-Chronist Alan Arnette die Frage, warum niemand Lam zu Hilfe kam. 

Taris Pozdnii erlitt mehrere Erfrierungen bei der PR-Aktion auf dem Mount Everest.

"ask.fm"-CEO bezieht nach Mount-Everest-Unglück Stellung

Sherpa Lam Babu kehrte nie wieder lebendig von dem Mount-Everest-Trip wegen einer "ask.fm"-Werbemaßnahme zurück. Er fand auf dem Mount Everest den Tod. Als wäre die Tatsache, dass ein Mensch wegen einer PR-Aktion gestorben ist, nicht schlimm genug, ermunterten die "ask.fm"-Macher die Bergsteiger weiterhin, nach den vergrabenen Token zu suchen. 

Zu dem Zeitpunkt als Sherpa Lam Babu am Mount Everest starb, hatten in der noch jungen Saison schon mehr als 500 Bergsteiger den Gipfel erreicht. Drei von Ihnen starben ebenfalls. "Ein Sprecher von "ask.fm" bezeichnete den tragischen Tod von Lam Babu als "schreckliches Unglück." CEO Maxim Tsaryk sagte in einem Interview: "Wir haben eine Veranstaltung gesponsort, so wie es viele andere Firmen auch tun. Wir sind zutiefst erschüttert, wie die Aktion endete."

Matthias Kernstock

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