Frankfurt ist die Mannschaft der Stunde

Wohin kann der Lauf der Eintracht führen? Eine Analyse

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Eintracht Frankfurts Makoto Hasebe (rechts) hat gegen den FC Schalke 04 alles im Griff.

Frankfurt - Eintracht Frankfurt ist die Mannschaft der Stunde in der Bundesliga. Doch welcher Tabellenplatz ist realistisch? Und wohin kann der Lauf führen? Eine Analyse von Peppi Schmitt

Ganz so neu ist der vorübergehende Champions-League-Platz für die Frankfurter Eintracht nicht. Schon im Februar/März dieses Jahres wurden die Frankfurter einige Wochen auf dem vierten Platz geführt, genau wie jetzt. Damals allerdings mit über zwanzig Punkten Rückstand auf Tabellenführer Bayern München. Aktuell herrscht Punktgleichheit mit dem Rekordmeister und es sind sieben Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Dortmund.

Die Eintracht hat in diesem Jahr eine außerordentliche Entwicklung genommen, das steht außer Frage. Gekrönt wurde der Weg raus aus dem Mittelmaß bis an die Peripherie der nationalen Spitze vom Pokalsieg, fortgesetzt in der Europa-League (EL) und nun auch in der Liga. Seit neun Spielen sind die Hessen ungeschlagen (acht Siege), trotz Dortmund die „Mannschaft der Stunde“. Stürmerstar Sébastien Haller steht nicht alleine, wenn er sagt: „Wir sind besser als in der letzten Saison.“

Die Fans singen im Überschwang von der deutschen Meisterschaft, manch einer hat auch schon Zimmer im EL-Finalort Baku reserviert. Träumen ist also erlaubt in Frankfurt. Aber was ist realistisch wirklich möglich? Wohin kann der Lauf die Eintracht führen? Eine Analyse unseres Mitarbeiters Peppi Schmitt.

Trainer Adi Hütter, der Baumeister der „neuen“ Eintracht, der der Mannschaft einen begeisternden Angriffsstil eingeimpft hat, will von Zwischenbilanzen (noch) nichts wissen. Er sei einfach nur „beeindruckt“, was seine Mannschaft leiste, sagte er nach dem 3:0 gegen Schalke, „ich habe das Zuschauen richtig genossen.“ Und mit ihm die über 50.000 Zuschauer in der Arena, die seit Wochen aus dem Staunen und Schwärmen nicht mehr herauskommen.

Eintracht feiert Sieg gegen Schalke 04: Bilder

Eintracht Frankfurt feiert Sieg gegen Schalke 04: Bilder
Weiter auf Höhenflug: Frankfurt feiert Sieg gegen Schalke © dpa
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20 Punkte nach elf Spielen sind eine erstaunliche Bilanz für eine Mannschaft, die vor der Saison wichtige Spieler verloren hat und zusätzlich in Europa gefordert wird. „Kompliment an meine Spieler, was sie leisten“, sagt Hütter. Der Nachfolger von Niko Kovac hat es geschafft, das Spielerische in den Vordergrund zu rücken ohne das Kämpferische zu vernachlässigen. Die Statistiken nach dem Schalke-Spiel sprechen für topfitte Spieler. Intensive Läufe: 702:588 pro Eintracht. Sprints: 269:188. Gesamtdistanz: 110,6 Kilometer Eintracht, 107 bei Schalke. Der Pokalsieger ist den Schalkern also förmlich davongelaufen. Und da gibt es noch die andere Seite, die offensichtlichere: 12:5-Torschüsse für die Eintracht. Dies alles nur zweieinhalb Tage nach dem Europacup-Spiel auf Zypern mit langer Rückreise.

Zur mannschaftlichen Geschlossenheit kommt individuelle Klasse. Luka Jovic steht an der Spitze der Torjäger, Sébastien Haller an der Spitze der Scorer. Und Ante Rebic ist in der aktuellen Verfassung von kaum einen Bundesliga-Spieler zu halten. Doch Hütter hat nicht nur die „Büffelherde“ im Sturm losgelassen, er hat auch andere Spieler zur Topform trainiert. Makoto Hasebe zum Beispiel, den Libero. Oder Filip Kostic, den angeblich so Wankelmütigen aus Hamburg, in Frankfurt ein Muster an Konstanz. Oder Danny da Costa, der läuft und läuft und läuft. Die aktuelle Eintracht ist nicht nur besser als in der letzten Saison. Die Diva kommt auch schöner, attraktiver daher. Die Schlagzeilen überschlagen sich. Von „Verknallt in die Eintracht“ bei Bild, über „Sternstunde“ beim „Kicker“ bis hin zu „Wie im Rausch“ bei der FAZ. Das ist die neue Eintracht.

Eintracht-Zeugnis gegen Schalke 04

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Note 2 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: Note 3 © Hüb ner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: Note 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Note 1,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: Keine Note, spät eingewechselt © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
David Abraham: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 1 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: Note 2,5 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: Note 2 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: Note 2 © Hübner

Wohin kann das noch führen? Bis zur Winterpause haben die Frankfurter allerbeste Chancen in der Spitzengruppe zu bleiben. In den sechs Ligaspielen sind achtzehn Punkte zu vergeben, zumindest die Hälfte ist der Mannschaft zuzutrauen. Wenn der Lauf so weitergeht, sogar mehr. Es gibt keinerlei Anzeichen eines Nachlassens. Die aktuelle Spielpause kommt gerade recht, einige der Spieler können sich erholen. Personell gibt es sogar einen Nachschlag für den Trainer. Carlos Salcedo und Chico Geraldes stehen vor der Rückkehr nach längeren Verletzungspausen. Der Konkurrenzdruck im Kader bleibt also hoch. Der Trainer wird sein System immer weiter verfeinern, so wie er es in den letzten Monaten getan hat.

Langfristig wird die Eintracht auch in dieser Saison um die internationalen Plätze mitspielen können. Konkurrenten wie Schalke oder Leverkusen sind schon weit abgehängt, Bremen und Hertha, auch Hoffenheim sind nicht wirklich besser. Und die Bayern? Die dienen sogar als Motivationsspritze, wenn sie nur Fünfter sind.   

Quelle: op-online.de

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