Senkrechtstarter mit 19 Jahren

Verteidiger Evan Ndicka ist die Überraschung bei Eintracht Frankfurt

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Eintracht Frankfurts Evan Ndicka (rechts) ist der Senkrechtstarter der Saison bei der SGE.

Frankfurt - Bei Eintracht Frankfurt ziehen derzeit viele Spieler die Aufmerksamkeit auf sich. Die größte Überraschung ist jedoch Evan Ndicka. Der 19-jährige Verteidiger hat sich schnell zur Stammkraft gemausert. Von Peppi Schmitt   

Die drei Stürmer Ante Rebic, Luka Jovic und Sébastien Haller sind unbestritten die Stars der Frankfurter Eintracht. Torwart Kevin Trapp ist der Anführer. Und Evan Ndicka ist der „Senkrechtstarter“. Mit dem gerade 19 Jahre alten Franzosen, für den die Eintracht mehr als fünf Millionen Euro Ablöse gezahlt hat, konnte vor der Saison in dieser Qualität so keiner gerechnet. Nach nur 14 Einsätzen in der französischen zweiten Liga bei AJ Auxerre ist er auf Anhieb zur Stammkraft geworden.

Zehn Einsätze an den ersten zehn Spieltagen, 889 von 900 Minuten auf dem Platz, das ist eine beeindruckende Bilanz für einen „Rookie.“ „Er ist ins kalte Wasser geworfen worden und hat sich freigeschwommen“, schwärmt Eintracht-Legende Alexander Schur, „er zeigt keine Nerven und spielt mit großer Souveränität.“  

Ganz am Anfang sind Ndicka in jedem Spiel noch Patzer unterlaufen, meistens aus Naivität oder auch jugendlichem Leichtsinn. Trainer Adi Hütter hat dies klar angesprochen und die Fehler wurden zuletzt immer weniger. Auch die Kollegen haben geholfen. Mit Rat und Tat und manchmal auch mit deutlichen Worten wie in Stuttgart, als er nach einem Stellungsfehler von Kevin Trapp verbal „abgewatscht“ wurde.

Für das „Nesthäkchen“ des Teams sind die beiden erfahrensten Spieler, Makoto Hasebe (33) und David Abraham (32), die idealen Nebenleute. „Ich lerne viel von ihnen“, sagt Ndicka, „sie haben viel Erfahrung und Übersicht, ich kann mich immer auf sie verlassen.“ Es sei eine große Stärke der aktuellen Eintracht, dass die Gemeinschaft intakt ist. „Hier hilft jeder jedem“, sagt er, „jeder ist für jeden da, das ist der Schlüssel zum Erfolg.“

Jedes Spiel, sogar jedes Training würde ihn weitere nach vorne bringen. Hilfreich ist es, das Ndicka schnell lernt. Die Ermahnungen des Trainers, nicht nur auf Sicherheit zu spielen, sondern ab und zu auch den Weg nach vorne zu suchen, hat er umgesetzt. In Nürnberg hat er die Reifeprüfung bestanden, schon nach wenigen Minuten mit der Hypothek einer gelben Karte spielen zu müssen. „Das hat er überragend gemacht“, lobt Hütter, „das ist ein richtig guter Junge.“

Ndicka wird auch am Donnerstag beim Europa-League-Spiel in Nikosia gegen Apollon Limassol in der Anfangsformation stehen. Die Partie auf Zypern bietet den Frankfurtern die Gelegenheit schon zwei Runden vor Schluss das große Ziel, die Qualifikation für die K.O.-Runde perfekt zu machen. „Es wäre beruhigend, es schon dort zu schaffen“, sagt Ndicka, „wir werden alles daransetzen.“ An der nötigen Einstellung wird es der Eintracht und ihrem Jungstar nicht fehlen. „Wir sind nicht arrogant, wir wissen, wo wir herkommen“, sagt er, „wir sind noch nicht am Ende der Fahnenstange angekommen, Gier und Hunger sind noch groß.“

Eintracht-Zeugnis gegen den VfB Stuttgart

Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Note 3,0 © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Note 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: : Note 4,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: : Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: Ohne Note © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
David Abraham: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marc Stendera: Note 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: Note 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Nicolai Müller: Ohne Note © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: Note 2,0 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: Note 2,5 © Hübner

Diese positive Grundeinstellung sei die Grundlage für die Erfolge der Eintracht, glaubt auch Alex Schur, der inzwischen als „Markenbotschafter“ und Angestellter im Marketing-Bereich für die Eintracht unterwegs ist. Die Mannschaft sei bislang „höchst professionell“ mit der Doppelbelastung aus Liga und Europapokal umgegangen, lobt er. Das Trainerteam trag daran einen besonderen Anteil. „Sie müssen immer wieder die Fokussierung aufs nächste Spiel hinkriegen“, sagt Schur, „das klappt hervorragend.“ Dass die Eintracht schon auf Zypern eine Runde weiterkommen könne sei „bei dieser schweren Gruppe eigentlich unglaublich.“

Personelle Probleme gibt es keine. Der zuletzt angeschlagene Mijat Gacinovic hat am Montag das komplette Programm absolviert, Gelson Fernandes, Marco Russ und Lucas Torró waren laufend unterwegs. Freilich ist die Auswahl für den Trainer nicht ganz so üppig, denn mit Allan Souza, Marco Fabián und Branimir Hrgota sind ja drei Spieler aus dem aktuellen Kader nicht für die Europa-League nominiert. 

Quelle: op-online.de

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