Hütter als souveräner Problemlöser

Über Frankfurt liegt ein dauerhaftes Hoch

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Eintracht Frankfurt feiert seinen Sieg gegen Apollon Limassol

Frankfurt - Hinterher wurde noch ein bisschen gerechnet. Was braucht die Frankfurter Eintracht nach dem 2:0 gegen Apollon Limassol noch, um die K.o.-Runde der Europa-League (EL) im neuen Jahr zu erreichen? Noch einen Punkt? Noch einen Sieg? Oder reicht die optimale Ausbeute von neun Punkten schon? Wie auch immer, die Lage der Hessen ist komfortabel. Von Peppi Schmitt

Trainer Adi Hütter, der Baumeister der neuen Eintracht, hat von einer „guten Ausgangsposition“ gesprochen. Das ist ein wenig untertrieben. Denn noch nie zuvor in der Geschichte der Europa League ist eine Mannschaft noch ausgeschieden, die die ersten drei Spiele gewonnen hatte. Es ist nicht nur diese Aussicht auf weitere Festtage in Europa, die der Eintracht ein dauerhaftes Hoch beschert. Die Siege haben so „ganz nebenbei“ auch noch 1,8 Millionen Euro an Prämien durch die UEFA in die Kassen gespült und sie taugen dazu, das Image des Klubs bundesweit immer weiter zu steigern. Wer sich die Spiele der Frankfurter Eintracht aktuell anschaut, hat schlicht und einfach Spaß. Die Eintracht spielt Fußball pur und wird dabei getragen von einem euphorisierten Umfeld.

Dabei widerstehen alle Beteiligten der Versuchung, den Bogen zu überspannen. Nichts war gegen Limassol zu spüren von einer möglichen Überheblichkeit, von einer Unterschätzung des Gegners. Das Gegenteil war der Fall. Die Frankfurter Profis gehen mit einer Begeisterung ihrem Beruf nach, der geradezu mitreißend ist. „Kompliment an meine Mannschaft, wie wir die Dinge, die wir uns vornehmen, umsetzen“, sagte der Trainer. Der Österreicher Hütter gibt unaufgeregt den Dirigenten, findet in diesen Tagen und Wochen immer den richtigen Ton. Er beschreibt die Idee, die hinter dem Frankfurter Spiel steckt ganz sachlich. „Mein Ziel ist es, attraktiv zu spielen, variabel, wenig ausrechenbar“, sagte er. Gegen Limassol war der Plan, den Gegner von Beginn an unter Druck zu setzen. Das hat funktioniert. Ist aber für die Zukunft nicht in Stein gemeißelt. Hütter will nicht festgelegt werden auf eine Spielidee und will sich deshalb nicht festlegen. „Es ist noch immer Luft nach oben“, sagte er nach fünf Pflichtspielsiegen in Folge.

Auch in der Stunde des Triumphes hat er den Finger in die Wunde gelegt. Nur ein klein wenig, aber er hat es getan. „Wenn man die Stecknadel im Heuhaufen suchen will, dann haben wir zu wenig Tore gemacht“, sagte er, „wir hätten viel höher gewinnen müssen.“ Nach der Pause war im Gefühl der Überlegenheit beim Torabschluss der Schlendrian eingekehrt. Sébastien Haller, Johnny de Guzman und Ante Rebic hatten dicke Möglichkeiten vergeben, so war es bei den beiden Treffern von Filip Kostic und Haller geblieben.

Eintracht-Zeugnis gegen Apollon Limassol

Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Frederik Rönnow: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: 2  © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jonathan de Guzman: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sébastien Haller: 2 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
David Abraham: 3 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: 3 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Training
Filip Kostic: 2 © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Pressekonferenz
Ante Rebic: 2,5 © Jan Huebner

Hütter wirkt ausgeglichen, ruhig, souverän. Nur bei einem Thema hat der Frankfurter Trainer irritiert reagiert. Natürlich wurde er gefragt, warum der Fünf-Tore-Schütze aus dem Düsseldorf-Spiel, Luka Jovic, zunächst auf der Bank gesessen hat. Ganz offensichtlich ist dies der Tatsache geschuldet, dass die Eintracht mit Jovic, mit Rebic und mit Haller drei Klassestürmer hat und der Trainer dazu neigt, mit „nur“ zwei Spitzen anzugreifen. Es sei eine „Gefühlssache“ gewesen, antwortete der Trainer, er sei nun mal in der „glücklichen Lage“, einen Klassestürmer auf der Bank zu lassen. Der Torjäger Jovic sei gegen Limassol „nicht gebraucht worden“. In Nürnberg am Sonntag könne das schon wieder anders sein. In Zukunft aber, so Hütter, will er darüber nicht mehr unbedingt reden. Frage seien zwar „nie blöd“, sagte er in der offiziellen Pressekonferenz, „aber es nicht meine Aufgabe, jedem die Aufstellung zu erklären.“ Mit dem Spieler habe er selbstverständlich ausführlich gesprochen, im Vorfeld der Partie und auch vor dessen Einwechslung. Die Reaktion von Jovic darauf habe ihm übrigens „sehr gefallen“.

Bilder: Eintracht gewinnt gegen Apollon Limassol

Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa-avis
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa-avis
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Frankfurt setzt Siegesserie fort - 2:0 gegen Limassol
Frankfurt setzt Siegesserie fort - 2:0 gegen Limassol © dpa-avis
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
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Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol
Eintracht Frankfurt - Apollon Limassol © dpa
Frankfurt nach "Riesenschritt" in Europa League fast am Ziel
Frankfurt nach "Riesenschritt" in Europa League fast am Ziel © dpa-avis

Hütter ist im Gegensatz zu seinem Vorgänger Niko Kovac ein deutlich kommunikativerer Trainer. Das kommt ihm bei der Mannschaftsführung zugute. Er sagt nicht nur, dass er allen Spielern im Kader vertraut, er handelt auch danach. Mit diesem Urvertrauen löst er Probleme. Stammkeeper Kevin Trapp ist nicht hundertprozentig fit – dann spielt eben Frederik Rönnow. Rechtsverteidiger Danny da Costa ausgewechselt, dann spielt eben der gelernte „Linke“ Jetro Willems. Lucas Torró angeschlagen, dann spielt eben Gelson Fernandes. David Abraham verletzt raus („Er ist umgeknöchelt“), dann kommt eben Marco Russ. Und alle haben ihre Arbeit ordentlich erledigt. Was Hütter anpackt, funktioniert in diesen erfolgreichen Frankfurter Wochen. Wie lange noch? „Die Euphorie werde ich jedenfalls nicht bremsen“, sagte er. Na dann.

Quelle: op-online.de

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