Wenn Bayern kommt, wird´s oft kurios!

Als ein „Tor des Monats“ alle Eintracht-Fans verzückte

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Oliver Kahn ist geschlagen, Marc van Bommel schaut bedröppelt drein und Lucio muss sitzend den jubelnden Naohiro Takahara und Torschützen Christoph Preuß ertragen. Dessen Fallrückzieher-Tor markierte am 17. März 2007 den 1:0-Endstand für Frankfurt.

Heute (15.30 Uhr) kommt der FC Bayern zum 61. Mal zum Fußballspiel nach Frankfurt. Bei 24 Siegen, 18 Unentschieden und 19 Bayern-Siegen spricht die Bilanz für die SGE. Der EXTRA TIPP kramt im Archiv und erinnert an fünf spektakuläre Heim-Partien. Von Oliver Haas

20. März 2010: Déjà-vu für Bayern

Die Eintracht liefert an diesem Tag eines ihrer besten Saisonspiele ab. Zwar gehen die Bayern durch Miro Klose früh in der 6. Minute in Führung, aber die SGE spielt sich Chancen um Chancen heraus. Doch der Ball will einfach nicht rein. Bis der eingewechselte Juvhel Tsoumou drei Minuten vor dem Ende den hoch verdienten Ausgleich schießt. Doch es kommt noch bitterer für den Rekordmeister. SGE-Stürmer Martin Fenin narrt in der 89. Minute den damals blutjungen David Alaba im Strafraum und markiert aus spitzem Winkel den 2:1-Sieg für die Eintracht. Es dürfte sich für die Bayern wie ein Déjà-vu angefühlt haben. Fast zehn Jahre zuvor haben sie im Champions-League-Finale gegen Manchester United ein ähnliches Fiasko erlebt.

17. März 2007: Der Fallrückzieher

Es ist ein 1:0-Sieg, mit dem sich Christoph Preuß, der heutige Teammanager der SGE, bei den Fans unsterblich gemacht hat. Vor 51.500 Zuschauern setzt er in der 77. Minute direkt vor der Nordwestkurve nach Flanke von Patrick Ochs zum Fallrückzieher an. Der Ball wird länger und länger und schlägt hinter FCB-Keeper Oliver Kahn ins Tor ein. Preuß darf sich dafür später die Medaille „Tor des Monats März“ abholen.

19. August 1989:

Das Tor des Jahrzehnts

Ein Markenzeichen von Eintracht Torwart-Legende Uli Stein war stets, dass er oft weit vor seinem Tor stand. Im Erstrunden-Pokalspiel an diesem Tag wird es ihm zum Verhängnis und beschert Bayerns Libero-Legende Klaus Augenthaler das Tor des Jahres und sogar des Jahrzehnts. In der 34. Minute bekommt „Auge“ an einem heißen Sommertag kurz hinter der Mittellinie den Ball und drischt ihn Richtung Stein. Dieser hat keine Chance und hechtet vergeblich danach. Damit war für die Frankfurter Eintracht die Pokalsaison 1989 früh beendet.

18. September 1999:

Das Torhüter-Drama

Ein Spiel, das die SGE-Fans sicherlich für alle Zeiten vergessen wollen, findet an einem Samstagabend statt. Wie die Partie heute wird das Spiel nicht nur im Pay-TV, sondern live im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gezeigt. Und das Einschalten lohnt sich. Erst bringt Bachirou Salou die Eintracht in der ersten Halbzeit in Führung. In der 52. Minute kann Jan Aage Fjörtoft den Sack zum 2:0 via Elfmeter zumachen. Er tut’s nicht und das Unheil nimmt seinen Lauf. Zunächst gleicht Bayern in der 66. Minute aus. Dann wird es verrückt: Die Bayern-Keeper Oliver Kahn und Bernd Dreher müssen kurz hintereinander verletzungsbedingt raus. Und da der FCB sein Auswechselkontingent ausgeschöpft hat, muss Abwehrspieler Michael Tarnat ins Tor. Der Eintracht gelingt in mehr als 20 Minuten kein einziger guter Torschuss. Den Bayern schon: In der 80. Minute trifft Samuel Kuffour zum 2:1-Auswärtssieg.

15. April 1995:

Das Wechsel-Drama

Nach der frühen Führung durch Markus Schupp dreht die Eintracht durch Jay-Jay Okocha und Thomas Reis das Spiel. Kurz vor der Pause gleicht Marcel Witeczek aus. In der zweiten Hälfte dominieren die Bayern. Zwei Mal Christian Ziege und Dieter Frey markieren den 5:2-Endstand. Doch das Ganze hat ein Nachspiel am grünen Tisch. Weil Bayern-Trainer Giovanni Trapattoni eine halbe Stunde vor Spielende Dietmar Hamann einwechselt, stehen plötzlich vier Amateure auf dem Feld. Und mehr als drei sind nur nach vorheriger Sondergenehmigung erlaubt. Und die haben die Bayern nicht. Deshalb wird das Spiel mit 2:0 für die Eintracht gewertet.

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