Bobic will (noch) nicht über den eigenen Vertrag reden

Bosse im Stress: Eintracht räumt den Kader auf

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Frankfurt - Die „Kennenlernreise“ nach Amerika ist beendet, Spieler und Trainer der Frankfurter Eintracht haben wieder deutschen Boden unter den Füßen. Von Peppi Schmitt

Zwei Tage hat Trainer Adi Hütter den Spielern nach der Landung am Montagmorgen frei gegeben, ab Mittwoch wird wieder trainiert. Und dann startet der Countdown für die Saison. In knapp vier Wochen steht mit dem prestigeträchtigen Supercup-Spiel gegen den FC Bayern München und Ex-Trainer Niko Kovac das erste Pflichtspiel auf dem Terminkalender. Bis dahin trägt die Eintracht noch ein paar Freundschaftsspiele aus, am Samstag beim SV Wehen Wiesbaden, dann noch zwei im Rahmen des Trainingslagers im Südtiroler Gais. Der neue Eintracht-Trainer wird jede Minute auf dem Trainingsplatz und vor allem jede Minute bei den Testspiele brauchen. Hütter muss testen, wie seine Spielauffassung, die auf einer ausgeprägten Offensive basiert, zum Team passt. Er muss herausfinden, wie die vielen neuen Spieler in die Mannschaft eingebaut werden können und wie er die Abgänge wichtiger Spieler am besten kompensieren kann. Schließlich ist es besonders wichtig, bei einer Multi-Kulti-Truppe wie es die Eintracht ist, die Integration der Neuen voranzutreiben.

Da ist es hilfreich, dass nun nach und nach die Mannschaft komplettiert wird. Am Mittwoch werden auf jeden Fall die beiden Neuzugänge Evan N’Dicka (AJ Auxerre) und Goncalo Pacienca (FC Porto) dabei sein. Zurückerwartet aus dem WM-Urlaub wird als erster auch Luka Jovic, der mit Serbien ja als einziger „Frankfurter“ schon nach der Vorrunde die Heimreise aus Russland antreten musste. Anfang nächster Woche werden dann die Achtelfinale-Verlierer Frederik Rönnow (Dänemark), Marco Fabián, Carlos Salcedo (beide Mexiko), Gelson Fernandes (Schweiz) und Makoto Hasebe (Japan) eintrudeln.

Während die Spieler also mal kurz durchatmen dürfen, gibt es für die sportliche Führungsspitze der Eintracht in diesen Tagen kein Verschnaufen. Kaum aus den USA zurück, müssen nun viele wichtige Personalentscheidungen getroffen werden. Da bleibt, so Sportvorstand Fredi Bobic in einem Interview mit der Bild, keine Zeit über die eigene Zukunft nachzudenken. Der Vertrag von Bobic läuft im nächsten Jahr aus und es ist kein Geheimnis, dass der Aufsichtsrat gerne die Zusammenarbeit verlängern würde. „Die Transferphase ist mir zu wichtig, um über solche Dinge zu reden“, sagt Bobic.

Der Sport-Boss ist im Stress. Neben möglichen weiteren Neuzugängen, gesucht werden noch ein Flügelstürmer und ein Mittelfeldspieler, gilt es, den eigenen Kader „aufzuräumen“. Aktuell stehen bei der Eintracht nämlich schon 31 Spieler unter Vertrag, was selbst bei der Dreifachbelastung mit Liga, Pokal und Europa-Pokal eindeutig zu viele sind. Nicht mitgezählt sind dabei der A-Jugendliche Sahverdi Cetin, der an den Nachwirkungen eines Kreuzbandrisses leidende Nelson Mandela und Gastspieler Allan Souza, den sich Trainer Hütter noch ein paar Tage anschauen will. Kommen wirklich noch zwei, drei Neue, ist klar, dass mindestens ein halbes Dutzend Profis noch gehen müssen oder zumindest sollen. Keine einfache Aufgabe für Bobic und Manager Bruno Hübner.

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Auch für den neuen Trainer ist die Aufgabe kompliziert. Er muss neue Spieler, neue Methoden, ein neues System und eine hohe Erwartungshaltung unter einen Hut bringen. Bislang ist Adi Hütter die Aufgabe mit großer Begeisterung angegangen. Freilich ist der Österreicher noch ein Suchender. Er will „viel probieren und unterschiedliche Sachen machen“, hat er sich vorgenommen. Dabei hat er sich noch nicht auf ein Spielsystem festgelegt. „Wir müssen unser Spiel verändern“, hat Hütter aber schon mal angekündigt.

Quelle: op-online.de

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