Spektakuläre Choreografie geplant

Von radelnden Adlern und Gebeten - Eintracht-Fans vor dem Pokalfinale

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Beim DFB-Pokalfinale im vergangenen Jahr hatten Frankfurter Fans in ihrer Choreographie ein Transparent mit mehreren DFB-Pokalen entfaltet. Auch für dieses Jahr ist wieder etwas geplant.

Frankfurt - Wieder steht die Frankfurter Eintracht im Pokalfinale, ist gegen Bayern München aber nur Underdog. Klappt es dieses Jahr, den Pokal zum Bembel zu machen? Die Fans hoffen auf den großen Coup - einige von ihnen haben sich ungewöhnliche Aktionen einfallen lassen. Von den dpa-Korrespondenten

Das Fußballfieber in Frankfurt steigt allmählich. Zum zweiten Mal in Folge hat die Eintracht das DFB-Pokalfinale erreicht, nach der Niederlage im vergangenen Jahr gegen Borussia Dortmund soll in diesem Jahr der Coup gegen Bayern München gelingen. Hier einige bunte Splitter zu dem Spiel des Jahres für die Eintracht-Fans:

HISTORISCHES:

Der bislang letzte Titelgewinn von Eintracht Frankfurt liegt schon 30 Jahre zurück. Am 13. April 1988 schoss Lajos Detari im Berliner Olympiastadion das entscheidende Tor zum 1:0 gegen Bochum. 2006 und 2017 erreichte die Eintracht das Endspiel, ging aber jeweils gegen Bayern München und Borussia Dortmund leer aus.

CHOREOGRAPHIE:

2017 entfalteten die Eintracht-Fans vor Beginn des Finales einen riesigen Adler auf den Rängen des Berliner Olympiastadions. Und auch diesmal ist wieder eine spektakuläre Choreographie geplant. Was genau, ist ein gut gehütetes Geheimnis - die dafür nötige Summe könnte laut der „Frankfurter Rundschau“ sogar im sechsstelligen Bereich liegen. Daher haben Fan-Gruppierungen vorher fleißig Spenden gesammelt.

HILFE VON OBEN

Pokalendspiel 2017 im Berliner Olympiastadion: Frankfurter Fans schwenken auf der Tribüne schwarz-weiße Fahnen. Auch sie gehören dazu, zur „Hilfe von oben“.

Gebetet wird vor dem Pokalfinale auch, allerdings nicht zum Fußballgott. Geplant ist ein ökumenischer Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, unter anderem mit dem hessen-nassauischen Kirchenpräsidenten Volker Jung. Auch Fans wirken mit. Der Frankfurter Stadionpfarrer Eugen Eckert wird am Samstag mit einer Gruppe Kerzen in der Stadionkapelle anzünden und beten.

„Und dieses Gebet bleibt bei dem zentralen Inhalt, dass die Spieler der Mannschaften in der Lage sind, ihre bestmögliche Leistung zu bringen, dass sie gesund und fair bleiben, dass die Fans Freude an einem spannenden Spiel haben und bereit sind, das Schlussergebnis dann auch fair zu akzeptieren“, sagte er. „Und, jetzt aus Frankfurter Sicht und mit Augenzwinkern, dass wir selbstverständlich nichts dagegen hätten, beim inzwischen dritten Versuch einmal zu Zeugen eines kleinen Wunders zu werden, das an die Geschichte von David vor Goliath erinnert.“

POLITIK DRÜCKT DIE DAUMEN

Mit heißem Herz und ganz ohne Streit fiebert der Eintracht-Fanclub des Hessischen Landtags parteiübergreifend mit. Vorsitzende sind gleichberechtigt Landtagspräsident Norbert Kartmann (CDU) und SPD-Generalsekretärin Nancy Faeser. Von den Grünen ist Marcus Bocklet mit im Boot, von der FDP Jörg-Uwe Hahn und von den Linken Fraktionschefin Janine Wissler. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gehört dem Fanclub nicht an, drückt aber ebenfalls der Elf von Coach Niko Kovac die Daumen. Die Frankfurter seien in dem Duell mit den Bayern zwar Außenseiter, „aber auch bekannt für Fußballwunder“, sagte der Regierungschef.

EINTRACHT-ZEICHNER

Adler Attila, das Maskottchen der Eintracht, hakt in dieser Zeichnung des Künstlers Michael Apitz die Bundesliga-Saison 2017/18 ab und schaltet in den Pokalmodus um.

Der Künstler und Fußballfan Michael Apitz aus dem Rheingau-Taunus-Kreis zeichnet die Comics für das Stadionmagazin. Selbstverständlich ist auch das Pokalfinale ein Thema - wie schon im vergangenen Jahr. Die Bildergeschichte wird vom Verein nach und nach online an den Tagen vor dem großen Spiel veröffentlicht. Das erste Motiv zeigt den Eintracht-Adler wie er die - mit dem achten Platz enttäuschende - Bundesligasaison abgehakt hat und im „Pokalmodus“ nach Berlin marschiert. Die Trophäe hält der Vogel bereits in den Schwingen.

FAHRRADKORSO

Per Fahrrad haben sich Eintracht-Fans auf den rund 600 Kilometer langen Weg nach Berlin gemacht. Eine siebenköpfige Gruppe ist am Montag unter dem Motto „Mit dem Rad nach Berlin“ gestartet - auch für den guten Zweck. Denn sie sammelt während der Tour Geld für den Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt/Rhein-Main. Dieselbe Aktion hatte es auch zum Pokalfinale 2017 gegeben.

PUBLIC VIEWING

Rund 30.000 Eintracht-Fans werden im Berliner Olympiastadion das Spiel live verfolgen - doch die Tickets reichen natürlich bei weitem nicht für alle. Daher werden auch in der Mainmetropole zahlreiche Anhänger das Spiel gemeinsam anschauen. Wer echte Stadionatmosphäre will, kann in die Commerzbank-Arena gehen, wo sonst die Heimspiele der Eintracht ausgetragen werden. Eine 400 Quadratmeter große Videowand wird dort aufgestellt - das Public Viewing kostet acht Euro pro Ticket.

FEIER AUF DEM RÖMER

Vor dem Rathaus Römer in Frankfurt wurden schon so manche Titel gefeiert - früher auch von deutschen Nationalmannschaften. Sollte die Eintracht diesmal den Pokal holen, dürften dort Tausende Fans die Mannschaft hochleben lassen, die sich dann auf dem Rathausbalkon zeigt. Bei einer Niederlage soll es dagegen keinen Empfang und keine Feier geben.

Quelle: op-online.de

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