Vor Spiel gegen Inter Mailand

Und plötzlich ist Eintracht Frankfurt leichter Favorit

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Bruno Hübner freut sich auf das Spiel gegen Inter Mailand. 

Frankfurt - Hier Eintracht Frankfurt, mit einem Titel in den letzten dreißig Jahren, dem Pokalsieg 2018, Meister nur einmal, in grauer Vorzeit (1959). Dort Inter Mailand, achtzehnmal italienischer Meister, dreimal Sieger im Europapokal der Landesmeister beziehungsweise der Champions League. Von Peppi Schmit

Da sollten doch die Ausgangspositionen klar sein vor den Achtelfinal-Spielen in der Europa-League (EL). Doch es ist erstaunlich, was die Frankfurter mit ihren internationalen Auftritten in den letzten Wochen und Monaten bewegt haben: Auf einmal gilt die Eintracht unter Fachleuten schon als leichter Favorit fürs Weiterkommen. „Die Eintracht braucht sich in keinster Weise zu verstecken“, sagt Ex-Nationaltrainer und Inter-Profi Jürgen Klinsmann.

Für Eintracht-Legende Jan-Aage Fjörtoft ist es eine offene Partie, „vielleicht mit der Eintracht als leichtem Favoriten.“ Und Maurizio Gaudino, italienisch-stämmiger ehemaliger Eintracht-Star, sieht die Eintracht „leicht vorne.“ Das Hinspiel findet am Donnerstag (18.55 Uhr) in der Frankfurter Arena statt. Bei der Eintracht genießen sie die allgemeine Wertschätzung und die Aussichten auf das große Spiel. Er verspüre eine Mischung aus „Angespanntheit und Vorfreude“, sagte Manager Bruno Hübner am Dienstag, „Inter ist eine große Hausnummer, daran kann man sich gewöhnen, das ist einfach geil.“

Spiel läuft auf vielen Sendern

Das Spiel stößt auf breites öffentliches Interesse. Die Pressetribüne in Frankfurt ist voll, aus vielen europäischen Ländern, nicht nur aus Italien, reisen Reporter an. Viele Fernsehanstalten berichten, nicht nur aus Deutschland (Nitro und DAZN), sondern auch aus Italien, aus Belgien (Grund: Der belgische Nationalspieler Radja Nainggolan bei Inter), aus den USA und aus China. „Wir sind fast überrollt worden von den Anfragen“, sagt Medienchef Jan Strasheim.

Die Eintracht ist die letzte deutsche Mannschaft, die noch in der EL vertreten ist, was das Interesse noch mehr angeheizt hat. Alleine die Deutsche Fußball-Liga scheint das nicht mitbekommen zu haben. Anders ist die Ansetzung des Bundesliga-Spiels am nächsten Montag in Düsseldorf, nur drei Tage vor dem Rückspiel, nicht zu verstehen.„Eigentlich eine Katastrophe, aber wir nehmen es nicht als Entschuldigung“, sagt Hübner.

Ein ganz besonderes Spiel

Für den Manager sind die Spiele gegen Inter „etwas ganz Besonderes“. Die „Strahlkraft“ sei enorm und die Eintracht wolle auf der europäischen Bühne einmal mehr glänzen. „Wenn die Mannschaft an ihre Leistungsgrenze kommt, dann können wir etwas erreichen“, glaubt er. Mit einem guten Ergebnis im Hinspiel könne die Eintracht Inter „unter Druck setzen“. Auch die Mailänder wüssten, dass die Frankfurter „auswärts immer für eins, zwei Tore gut sind“.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis gegen TSG Hoffenheim

Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Kevin Trapp: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund
Almamy Toure: Note 3,5 © dpa
Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Martin Hinteregger: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - Hannover 96
Evan Ndicka: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund
Danny da Costa: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Sebastian Rode: Note 2 © dpa
Borussia Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Note 2,5 © dpa
Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Filip Kostic: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim
Mijat Gacinovic: Note 3 © dpa
Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim
Ante Rebic: Note 2,5 © picture alliance/dpa
Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Sebastien Haller: Note 2,5 © dpa
Eintracht Frankfurt - Schachtjor Donezk
Luka Jovic: Note 3,5 © dpa
Eishockey Testspiel, Offenburger FV - Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: Note 5 © Hübner
Eintracht Frankfurt - 1899 Hoffenheim
Goncalo Paciencia: Keine Note © dpa

Das haben sie ja in Rom (2:1), Marseille (2:1) oder Donezk (2:2) unter Beweis gestellt. Nach Mailand wird die Eintracht nächste Woche von 13.500 Zuschauern begleitet. Auch Inter hat fürs Hinspiel das volle Kontingent beansprucht, knapp 3000 „Interisti“ wollen ihre Mannschaft unterstützen. Internazionale Mailand soll jedenfalls noch nicht das Ende des internationalen Weges der Eintracht sein. „Wir haben auch Baku im Kopf“, gibt Hübner zu, „das wäre der Wahnsinn.“ In Baku findet am 29. Mai das Finale statt.

Hübner: "Es ist ein Märchen und wir wollen es weiterschreiben"

Die Chancen, ganz weit zu kommen, seien „fantastisch“. Hübner: „Es ist ein Märchen und wir wollen es weiterschreiben.“ Einen Favoriten kann der Frankfurter Sportdirektor nicht erkennen. Beide Teams würden große Stärken auf den Platz bringen, beide wären in der Lage die äußeren „Störfeuer“ auszublenden. Bei den Italienern sei dies der Dauerkrach mit Torjäger Mauro Icardi, der seit Wochen wegen Querelen nicht eingesetzt wird, bei der Eintracht ist es die Unzufriedenheit mit der Stadt Frankfurt wegen der Zustände in der Arena.

Wegen Schimmelbefalls in der Kabine musste der ganze Tross ja Anfang dieser Woche umziehen. „Alles ist eng, nicht einmal die Physios haben einen eigenen Raum, es gibt keine Ruhe mehr“, schimpft Hübner, „das ist kontraproduktiv.“

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Quelle: op-online.de

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