Dauerläufer auf Außen

Der neue Kostic fühlt sich bei Eintracht Frankfurt wohl

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Filip Kostic (vorn) hat bei Eintracht Frankfurt eine positive Entwicklung genommen. 

Frankfurt - Er kann jetzt auch verteidigen: Filip Kostic ist eine der Überraschungen der Saison bei Eintracht Frankfurt. Nach zwei Abstiegen blüht er bei den Hessen auf. Von Peppi Schmitt

„Wir hatten richtig Bock darauf, die Serie der Eintracht zu brechen.“ Das hat Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia nach dem 2:1 seiner Mannschaft in Frankfurt gesagt. Trainerfuchs Labbadia hatte die richtige Taktik ausgetüftelt, die Eintracht wurde quasi mit ihren eigenen Waffen geschlagen. „Die wussten, wie sie gegen uns spielen mussten“, sagt jetzt Gelson Fernandes, Mittelfeldspieler der Eintracht, „wir konnten gar nicht pressen, weil sie immer wieder lange Bälle gespielt haben.“

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Ist der Frankfurter Erfolgscode, der zuvor zu elf Spielen ohne Niederlage geführt hat, also geknackt? Das werden erst die nächsten Spiele zeigen, in erster Linie schon die Partie am Samstagabend bei Hertha BSC. Deren Trainer Pal Dardai hat schon angekündigt, „dass wir uns gegen die Eintracht etwas anderes einfallen lassen müssen als gegen Hannover.“

Dort hatten die Berliner zum ersten Mal mit einer Doppelspitze gespielt und 2:0 gewonnen. Trotzdem will er wieder etwas anderes machen. Es wird also spannend sein, in welchen Spielsystemen die Trainer ihre Mannschaften aufs Feld schicken, ganz nach dem Motto: Gegen jedes Mittel gibt es ein Gegenmittel.

Wird Eintracht-Coach Adi Hütter weiter auf eine Offensive mit drei Stürmern setzen? Oder wird er einen kleinen zeitlichen Schritt zurückgehen und eine Doppelspitze mit Mijat Gacinovic in der Antreiberrolle dahinter bevorzugen? Zur Erinnerung: Acht der elf erfolgreichen Spiele wurden so bestritten. Es wird also eine Art fußballerisches Schachspiel werden am Samstag im Olympiastadion zwischen dem Ungarn Dardai und dem Österreicher Hütter.

Bilder: Diese Verträge bei Eintracht Frankfurt laufen aus

Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: Der Japaner spielt seit 2014 bei der Eintracht und ist als moderner Libero unersetzlich. Trotz seiner 34 Jahre stehen die Chancen gut, dass er der Eintracht erhalten bleibt. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Der Stürmer ist noch von Benfica Lissabon ausgeliehen, doch die Eintracht hat eine Kaufoption. Es gilt als sicher, dass sie diese auch zieht. © Hübner
Eintracht Frankfurt präsentiert Kevin Trapp
Kevin Trapp: Kurz vor dem Ende der Sommertransferperiode gelang der Eintracht die Rückholaktion von Kevin Trapp. Auch wenn die Verantwortlichen ihn gern über die Saison hinaus halten wollen, ist fraglich, ob dies gelingt. © dpa
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jan Zimmermann: Der Ersatzkeeper kehrte 2017 zur Eintracht zurück und ist seit dieser Saison einer von vier Torhütern. Über eine mögliche Verlängerung ist bislang nichts bekannt. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: Der defensive Mittelfeldspieler gehört unter Hütter häufig zur Startelf. Ob er auch in der nächsten Saison bei den Adlern kickt, ist bislang noch nicht bekannt. © Hübner
Fussball 1.Bundesliga, Eintracht Frankfurt Trainingslager in Gais / Italien
Francisco „Chico“ Geraldes: Die Leihe hat sich für beide Seiten noch nicht gelohnt. Es gibt Spekulationen, dass Geraldes im Winter wieder zu Sporting Lissabon zurückkehrt. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marco Fabián: Der Wechsel des Mittelfeldspieler im Sommer platzte kurzfristig, viel Spielzeit hat er seitdem nicht bekommen. Ein Wechsel im Winter steht im Raum. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marco Russ: Der Hanauer kehrte 2013 zur Eintracht zurück. Gespräche über eine Verlängerung laufen. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Allan Rodrigues de Souza: Der Leihspieler aus Liverpool konnte sich bisher noch nicht bei der Eintracht beweisen. Dennoch strebt er einen Verbleib über die Saison hinaus an. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Branimir Hrgota: Der Stürmer steht seit 2016 unter Vertrag, spielt aber immer seltener eine Rolle. Die Zeichen stehen auf Abschied. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Taleb Tawatha: Der Linksverteidiger kommt nur selten zum Einsatz. Ein Wechsel nach Spanien steht im Raum. © Hübner

Eine Neuerung der Saison aber wird der Frankfurter Trainer ganz sicher beibehalten. Filip Kostic wird weiter einen stürmenden Außenverteidiger oder einen verteidigenden Außenstürmer geben, ganz nach der Betrachtungsweise. Denn Kostic in neuer Rolle ist die Entdeckung der Saison. Vorm Spiel gegen Leipzig hatte der Trainer den gelernten Linksaußen gefragt: Kannst du auch defensiv? „Ich habe gesagt, ich mach es“, erinnert Kostic.

So richtig überzeugt war er damals noch nicht, „weil es für mich nicht so einfach ist, defensiv zu spielen.“ Schließlich hat er ja von Kind auf Stürmer „gelernt“. Die Umgewöhnung scheint inzwischen abgeschlossen, Kostic denkt jetzt auch defensiv, spielt auf der linken Bahn so selbstverständlich, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Gegen Wolfsburg kam er auf lauter Spitzenwerte: Laufleistung 11,07 Kilometer, 76 lange Läufe, 27 Sprints, zehn gewonnen Zweikämpfe. Ein neuer Kostic also.

Als „Pappnase“ hatte ihn der ehemalige Eintracht-Vorstand Heribert Bruchhagen vor zwei Wochen fast liebevoll beschrieben und damit die positive Entwicklung ausgedrückt, „bei uns in Hamburg ist er nie so viel gelaufen.“ Bruchhagen war noch im letzten Jahr Vorstandsboss beim späteren Absteiger HSV und hatte dort einen weniger motivierten Kostic erlebt. Der Spieler will über seine Zeit in Stuttgart und Hamburg nicht reden. Nur so viel: „Ich gebe immer hundert Prozent“.

Dass diese 100 Prozent in Frankfurt offenbar mehr sind als bei seinen vorangegangenen Stationen liegt wohl daran, dass er sich hier wohl und wertgeschätzt fühlt. „Es macht Spaß in dieser Truppe zu spielen“, sagt der 26-jährige serbische Nationalspieler. Das Wohlfühlklima habe sich auch durch die Niederlage gegen Wolfsburg nicht geändert.

„Wir haben uns ein bisschen geärgert, weil es unglücklich gelaufen ist“, blickt er kurz zurück. Längst geht der Blick wieder nach vorne. „Alle wollen sie jetzt gegen uns gewinnen“, glaubt er an heftige Gegenwehr in Berlin, „aber wir müssen stark sein und immer versuchen unsere Position zu verbessern.“ Grenzen seien der Eintracht in dieser Spielzeit nicht gesetzt. „Mein Traum ist die Champions-League“, gibt er zu, „wir suchen immer das Maximum.“

Quelle: op-online.de

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