Nach Ausschreitungen in Rom

Droht der Eintracht jetzt ein Geisterspiel?

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Polizisten sichern den Fanblock von Eintracht Frankfurt in Rom.

Rom - Die Frankfurter Eintracht war am Donnerstagabend in Rom ein großer sportlicher Sieger, aber im Auftreten ein ebenso großer Verlierer. Hier das schöne Gesicht, dort das hässliche. Aus Rom berichtet Peppi Schmitt

Vorstand Axel Hellmann war nach der Randale im Fan-Block zerknirscht, mitgenommen, sauer. „Wir haben kein gutes Bild abgegeben“, fasste er sachlich zusammen. Das Verhalten eines Teils der Fans, die Böller zündeten und Pyrofackeln bewusst auf andere Menschen warfen, bedeutet einen schweren Rückschlag im Bemühen, mit einer konstruktiven Herangehensweise und immer im Dialog mit den Fans die Kurve zu befrieden. Und es wird vermutlich erhebliche Konsequenzen bis hin zu einem Geisterspiel haben.

„Eine Gruppe hat die Mehrzahl der Fans, die einfach nur eine tolle Reise und ein schönes Spiel feiern wollten, in Sippenhaft genommen und für die eigenen Aggressionen missbraucht“, sagte ein sichtlich angefasster Hellmann. Ihm seien die Ereignisse „aufs Gemüt geschlagen.“ Auf dem sportlichen Triumph lag ein dunkler Schatten. Die gesamte Europa-League sei bislang für die Eintracht „eine tolle Veranstaltung“ gewesen, sagte Hellmann, „dieser Eindruck hat gelitten.“

Bilder: Eintracht Frankfurt bezwingt Lazio

Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom.
Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom. © dpa
Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom.
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Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom.
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Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom.
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Bilder vom Sieg der Frankfurter Eintracht über Lazio Rom.
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Das ist noch weit untertrieben. Teile der Frankfurter Fans waren schlicht zum Fremdschämen, haben ein Fußballfest mutwillig, und offenbar von langer Hand geplant, zerstört. Wie klein oder vielleicht doch nicht so klein die Gruppe tatsächlich ist oder war, wird schwer festzustellen sein. Hellmann: „Ich habe wenig Hoffnung, dass wir die Täter identifizieren können.“

Mitten im Frankfurter Block sollen sich auch gewaltbereite „Tifosi“ des mit der Eintracht befreundeten Klubs Atalanta Bergamo befunden haben. Nicht verschwiegen werden darf freilich, dass auch ganz viele andere beim massenhaften Abbrennen von Pyrofackeln fleißig mitgemacht haben. Da war die Gruppe gar nicht so klein. Die andere Seite: Einige Tausend haben gegen die Chaoten angeschrien („Und ihr wollt Eintracht Frankfurt sein“) und ihre Ablehnung damit deutlich gemacht. Durch die Anhängerschaft geht nun ein tiefer Riss. Das war schon vor dem Spiel in der Stadt zu spüren.

Hier jene, die als Touristen in Rom unterwegs waren und einfach nur die Schönheit der Stadt genießen wollten, dort viele schwarz gekleidete und ganz offenbar auf Provokation ausgerichtete Gruppen. In der Nacht nach dem Spiel kreisten dann Hubschrauber über dem Zentrum, teilweise wurden der U-Bahn- und Busverkehr eingestellt. Plätze in der „ewigen Stadt“ wurden verwüstet. Die Polizei hatte einige Mühe, die Lage unter Kontrolle zu halten. Insgesamt wurden 15 Personen festgenommen.

Die Bürgermeisterin Roms fand deutliche Worte. „Wir empfangen gerne Fans, aber keine Hooligans“, sagte Virginia Raggi, „Bestien dieser Art sollen zu Hause bleiben.“ Die Vorkommnisse von Rom bedeuten einen tiefen Einschnitt für die Eintracht und ihre zuletzt womöglich zu früh hochgelobte Fankultur. Vielleicht kann Rom aber auch der Beginn einer Selbstreinigung bedeuten.

Eintracht Frankfurt: Zeugnis nach dem Spiel gegen Lazio Rom

Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Frederik Rönnow: 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Evan Ndicka: 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Simon Falette: 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Gelson Fernandes: 3,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Luka Jovic: Zu spät eingewechselt. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Sebastien Haller: 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Mijat Gacinovic: 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Jetro Willems: 3,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Makoto Hasebe: 2,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marc Stendera: Zu spät eingewechselt. © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Marco Russ: 3,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Danny da Costa: 3,5 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Nicolai Müller: 4,0 © Hübner
Der Kader zur Saison 2018/19 von Eintracht Frankfurt
Taleb Tawatha: 4,0 © Hübner

Niemand kann freilich einschätzen wie groß die Angst der „normalen“ Fans vor den Ultras ist, die sich immer mehr selbst inszenieren und sich damit vom Verein immer weiter entfernen. Hellmann sprach von einem „Rückschlag“, man stehe nun wieder „am Anfang“ aller Bemühungen. Eintracht Frankfurt kann und will sich nicht aus der Verantwortung stehlen. „Fakt bleibt, dass sie die Karten von uns haben“, räumte der Vorstand ein, den Zugang dieser Gruppe „zu minimieren“ sei die Aufgabe der Zukunft.

Die römische Polizei hatte wenig getan, um die Lage zu beruhigen. Eher das Gegenteil war der Fall. So konnten etwa zwei Dutzend der als rechts eingestuften Lazio-Anhänger entgegen aller Sicherheitskonzepte direkt vor den Gästeblock laufen und dort mit Hitler-Grüßen provozieren. „Es steht mir nicht zu, die Arbeit der Sicherheitskräfte zu beurteilen“, blieb Hellmann in diesem Fall knapp, die eine oder andere Maßnahme empfand er allerdings als „bedenklich“.

Quelle: op-online.de

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