Hessen bleiben gelassen

Luka Jovic mit Barcelona einig? Eintracht Frankfurt weiß von nichts

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Luka Jovic (links) wird mit dem FC Barcelona in Verbindung gebracht.

Frankfurt - Der sonst übliche freie Tag ist in dieser Woche bei der Eintracht in gestrichen. Schließlich müssen die Frankfurter ja am Donnerstag in Charkiw gegen Schachtjar Donezk im Hinspiel des Sechzehntelfinales der Europa-League antreten. Von Peppi Schmitt

Die erste Übungseinheit am Montag hatte etwas von Bewegungstherapie. Ein bisschen im kleinen Kreis kicken, im Anschluss dann aufs Tor ballern, dann ging es schon zurück in die Kabine. Sebastian Rode, der in Leipzig wegen einer Muskelverhärtung früher vom Platz gegangen war, durfte noch einmal ganz pausieren, soll am Dienstag aber wieder mitmachen. Dann will nach zweiwöchiger Pause (Wadenverletzung) auch David Abraham wieder ins Training einsteigen.

Mitten drin war auch Luka Jovic, der medial wieder einmal mit einem europäischen Spitzenklub in Verbindung gebracht wird. Immer mal wieder wurde ja der FC Bayern München als neuer Arbeitgeber gehandelt, nun hat die „FAZ“ nicht nur vom Interesse des FC Barcelona berichtet, sondern auch geschrieben, dass der Berater Jovics mit „Barca“ bereits Einigung erzielt habe. Bislang ist dies nur eine gewagte, wenn auch nicht gänzlich unrealistische Spekulation.

„Wir wissen davon rein gar nichts“, sagte Eintrachts Pressesprecher Marc Hindelang, ein Angebot sei schon mal gar nicht eingegangen. Aktuell sind die Frankfurter noch nicht einmal im Besitz der Transferrechte für Jovic. Bis zum Saisonende ist der serbische Nationalspieler von Benfica Lissabon nur ausgeliehen, die Eintracht kann ihn allerdings für eine festgeschriebene Ablösesumme „kaufen“.

Angeblich soll es dabei um sechs Millionen Euro gehen. Der Marktwert ist längst um ein Vielfaches höher. Sowohl Sportvorstand Fredi Bobic als auch Manager Bruno Hübner haben mehrfach öffentlich betont, dass die Eintracht selbstverständlich die Option ziehen wird. Bis April soll dafür Zeit sein. Jovic selbst hatte in Interviews zu erkennen gegeben, dass er sich durchaus vorstellen könne, zumindest noch ein weiteres Jahr in Frankfurt zu bleiben.

Und so reiht sich der FC Barcelona zunächst wohl nur in die Reihe der Interessenten ein. Berater Fali Ramadani von der Agentur Lian-Sports klopft bei den Großen ab, was möglich ist. Die Eintracht kann dem ziemlich gelassen zuschauen. Sollte sie Jovic abgeben müssen, würden viel Millionen Euro in die Kassen fließen. Selbst wenn sich hartnäckig das Gerücht hält, dass die Frankfurter auch nach einem Kauf von Benfica nicht im Besitz der gesamten Transferrechte wären. Ganz ähnlich übrigens wie bei den anderen beiden heißen Aktien an der Fußball-Börse, Ante Rebic und Sébastien Haller.

Ein bisschen mehr als die Stammspieler mussten am Montag die Neuzugänge Almamy Touré und „Tuta“ arbeiten. Einige Laufrunden stand für das Duo noch zusätzlich auf dem Plan. „Ich muss ein wenig Rückstand aufholen“, sagt der 22 Jahre alte Touré, den die Eintracht aus Monaco geholt hat, „in eins, zwei Wochen bin ich startklar.“

Dass er nicht für die Europa-League gemeldet wurde, nimmt der im afrikanischen Mali geborene Franzose gelassen. „Ich bin noch jung und muss mich erstmal über die Arbeit anbieten“, sagt er. Nur als Vertreter anderer Spieler sei er freilich nicht gekommen. „Ich habe den Willen schon bald zu helfen, dafür bin ich hier“, formuliert er vorsichtig Ansprüche. Der französische Einschlag der Frankfurter Mannschaft habe zu seinem Wechsel beigetragen. Viele Spieler kommen aus Frankreich, wie Falette, Haller und Ndicka, weitere sprechen französisch wie Fernandes und Trapp.

Auch die Auskünfte des ehemaligen Mainzers und heutigen Dortmunders Diallo hätten ihm in seiner Wahl bestärkt. „Alle haben mir gesagt, dass ich in keinem Fall etwas falsch mache, wenn ich nach Frankfurt gehe“, erzählt er. Teamkollege Evan Ndicka, der vor der Saison aus Auxerre gekommen ist und sich auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft hat, kann als bestes Beispiel dienen.

Touré, Lieblingsposition Innenverteidiger, hat schwere Monate hinter sich. Sportlich hat ihn eine Oberschenkelverletzung weit zurückgeworfen („Jetzt ist alles ausgeheult“), privat war es im letzten Oktober der Tod des Vaters, einst Nationalspieler in Mali, der ihn schwer getroffen hat. Jetzt sagt er: „Ich muss mich anstrengen, damit mein Vater stolz auf mich sein kann“.

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Quelle: op-online.de

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