Trainer der Eintracht im Gespräch

Adi Hütter: Kürzere Einheiten, aber „knallhart und bedingungslos“

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Frankfurt - Der Mann weiß, was er will. Adi Hütter hat nach dem ersten Training mit der Frankfurter Eintracht klare Aussagen zu seinen Plänen, Hoffnungen und Erwartungen gemacht.

Der neue Trainer will offensiv spielen lassen, setzt bei der Zusammenstellung der Mannschaft viel Vertrauen in seine Vorgesetzten Sportvorstand Fredi Bobic und Manager Bruno Hübner und kündigt deutlich kürzere Trainingseinheiten als bei seinem Vorgänger an. Unser Mitarbeiter Peppi Schmitt hat die wichtigsten Aussagen von Hütter aufgezeichnet.

Über seinen ersten Tag: „Es hat gutgetan, mich mal ein paar Wochen zu erholen. Aber jetzt stehen wir Gott sei Dank wieder auf dem Platz. Ich freue mich auf die Herausforderung. Die Kulisse mit den vielen Zuschauern beim ersten Training war imposant. Da sieht man, was Tradition und Emotion ausmachen. Von den Spielern war ich sehr angetan nach den fünf Wochen Abstinenz. Für mich ist es interessant zu sehen, was wir tun müssen in den nächsten Wochen.“

Bilder & Videos zur ersten Trainingseinheit im Eintracht-Ticker

Zu den Abgängen wichtiger Spieler, zuletzt Kevin-Prince Boateng: „Ich bin davon ausgegangen, dass er bleibt, obwohl ich nie mit ihm gesprochen habe. Aber das ist Vergangenheit, ich beschäftige mich lieber mit der Zukunft und werde meine ganze Energie da reinstecken. Wenn eine Mannschaft eine gute Saison spielt und sogar noch einen Titel holt, weckt das natürlich Begehrlichkeiten. Das ist für mich keine Überraschung und auch keine neue Situation. Dass uns gute Spieler verlassen haben, gibt uns auch die Chance neue Spieler zu holen. Ich habe da großes Vertrauen in Fredi Bobic und Bruno Hübner. Je früher weitere Neuzugänge kommen, desto besser. Aber wir haben keine Panik und müssen die richtigen Entscheidungen fällen. Es kann sich ja auch ganz am Schluss der Transferperiode noch etwas tun. Im Hintergrund ist richtig Betrieb, wir schlafen ja nicht. Ich kann allen versichern, dass wir eine tolle, schlagkräftige Mannschaft auf die Beine stellen werden.“

Eintracht wieder am Ball: Bilder zum Trainingsauftakt

Über mögliche Neuzugänge: „Wir müssen die Spieler, die gegangen sind adäquat ersetzen, aber wir dürfen nicht die einzelnen Spieler vergleichen. Verstärkungen wollen wir speziell in der Offensive holen. Wenn es mit Lucas Torró klappt, bekommen wir einen Spieler, der auf zwei Positionen einzusetzen ist. Er kommt aus der spanischen Schule, ist stark am Ball und ein Stabilisator. Grundsätzlich müssen wir Spieler finden, die zu unserer Spielanlage und zum System passen. Natürlich gibt es bei meinem ehemaligen Club in Bern interessante Spieler, aber es gibt auch noch andere gute Möglichkeiten.“

Über seine Spielidee: „In Bern habe ich häufig im 4-4-2 spielen lassen, weil ich die Spieler dazu hatte. Ich lasse auch gerne mit zwei Spitzen und mit Pressing und Gegenpressing spielen. Die grundsätzliche Ausrichtung soll nach vorne gerichtet sein, aber immer mit einer Rückversicherung. Es wird meine Aufgabe sein, dies mit der Mannschaft einzuüben. Wir werden da knallhart und bedingungslos trainieren.“

Über Ante Rebic: „Er spielt bei er WM sehr stark in einer guten Mannschaft. Er tut den Gegnern weh, hat eine unglaubliche Dynamik. Ich gehe nicht davon aus, dass er uns verlassen wird.“

Über seine Ziele mit der Eintracht: „Die Mannschaft von heute wird sicher nicht die gleiche sein, die am 12. August im Supercup gegen die Bayern spielt. Deshalb ist es auch zu früh über Ziele zu sprechen.“

Über seinen Kontakt zu seinem Vorgänger: „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und haben uns in Salzburg getroffen. Über die Inhalte des Gesprächs sage ich nichts.“

Über die ersten Trainingstage und die USA-Reise an Samstag: „Ich will mir einen Gesamteindruck verschaffen, erst dann kann ich Entscheidungen treffen. Im Trainingslager will ich die guten Beziehungen zu den Spielern pflegen und nicht nur den Spieler, sondern auch den Menschen kennenlernen. Darauf freue ich mich.“

Über die Dauer der täglichen Trainingsarbeit und weitere Abläufe: „Ich trainiere grundsätzlich nicht zwei oder drei Stunden. Die reine Einheit beträgt in aller Regel eine Stunde und zwanzig Minuten. Wir werden dann sehen, ob das genügend ist. Die Möglichkeiten in Bezug auf Video-Analysen, aber auch zum gemeinsamen Frühstück und Mittagessen finde ich sehr gut. Tägliche Blutmessungen werden wir erst einmal nicht machen. Ich werde nicht alles umkrempeln, was erfolgreich war. Ich werde auch die Essgewohnheiten der Spieler nicht überwachen, ich bin ja kein Detektiv.“

Quelle: op-online.de

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