Spekulationen um Rebic

Eintracht kämpft um Omar Mascarell

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Wie geht es mit Omar Mascarell bei der Eintracht weiter?

Frankfurt - Fans von Eintracht Frankfurt sind begeisterungsfähig. Das hat die Euphorie nach dem Pokalsieg gezeigt, als sich die ganze Stadt im Ausnahmezustand befunden hat. Sie sind auch bekannt leidensfähig. Das haben sie bewiesen in den letzten Jahrzehnten mit vier Abstiegen aus der Bundesliga oder der verpassten Meisterschaft in Rostock. Von Peppi Schmitt

Nun reiben sich die Anhänger der Adler wieder erstaunt die Augen. Denn der Sieg im Pokalfinale mit all seinen schönen Nebenwirkungen könnte sich auch zum „Fluch der guten Tat“ entwickeln. Die Sieger-Mannschaft, das steht jetzt schon fest, wird so nicht mehr zusammenspielen. Dass es Veränderungen geben würde, ist nicht die eigentliche Überraschung. Doch glaubt man verschiedenen Medien, könnte es nicht nur leichte Umbauarbeiten geben, sondern wieder ein größerer Umbruch stattfinden. So wie in den vergangenen beiden Jahren. „Wir müssen nicht von Ausverkauf oder Aderlass reden“, versucht Sportvorstand Fredi Bobic zu beruhigen, „wir haben ein sehr gutes Gerüst und müssen nur punktuell ansetzen“. Allerdings sei es im Profifußball nie ausgeschlossen, „dass noch etwas passiert, weil es ja größere Haie gibt als wir kleinen Fische.“ Bobic hatte schon bei seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren klargemacht, dass es keine „unverkäuflichen“ Spieler bei der Eintracht mehr geben wird. Günstig einkaufen, teuer verkaufen- das sollte ein Teil der Vereinsstrategie werden.

Die sicheren Abgänge

Nun ist einiges in Bewegung gekommen. Torwart Lukas Hradecky geht zu Bayer 04 Leverkusen, dummerweise ablösefrei. Marius Wolf geht zu Borussia Dortmund, dummerweise für eine Ablöse von nur fünf Millionen Euro. Alle anderen Informationen über eine höhere, im Grunde marktgerechte Ablöse, sind nach Informationen dieser Zeitung schlicht falsch. Zwei Abgänge stehen also fest. Und fast täglich wird nun in vielen mehr oder weniger seriösen Medien über weitere Abgänge spekuliert.

Im Mittelpunkt steht aktuell Omar Mascarell. Beim 25 Jahre alten spanischen Mittelfeldspieler ist in den noch bis zum 30. Juni 2019 laufenden Vertrag eine Klausel verankert, nach der er für eine Ablöse von vier Millionen Euro zu Real Madrid zurückkönnte. Diese Summe ist unstrittig. Ob Real von der Rückkaufoption freilich Gebrauch machen wird, weiß aktuell niemand so genau. Angeblich kann die Option zwischen dem 2. und 15. Juli gezogen werden. Die Fachzeitschrift „Kicker“ schreibt unter Berufung auf spanische Medien, Real würde die Option ziehen, vier Millionen an die Eintracht überweisen und Mascarell dann womöglich meistbietend weiterverkaufen. Laut „Bild“ soll es um eine Summe zwischen 15 und 20 Millionen Euro gehen.

Mascarell ist durchaus begehrt, obwohl er in der vergangenen Saison wegen einer langwierigen Achillessehnenverletzung nur neun Spiele absolviert hat. Aus der Bundesliga ist das Interesse der TSG Hoffenheim verbürgt, nun soll sich Schalke bemühen, angeblich auch der FC Bayern mit Ex-Eintracht-Trainer Niko Kovac. Alles Teams, die in der nächsten Saison Champions-League spielen. Doch, und das ist der erste Trumpf der Eintracht, unterhält Sportchef Bobic beste Kontakte zu den „Königlichen“ nach Madrid. Wie groß die Chancen der Frankfurter wirklich sind, hängt von der Geschäftstüchtigkeit des dreimaligen Champions-League-Siegers ab, der ja nicht unbedingt auf jede einzelne Million Euro angewiesen sein dürfte.

Die coolsten Eintracht-Sprüche nach dem Pokalfinale

Mit der Eintracht hat Real in den letzten Jahren gute Kontakte gepflegt und gute Erfahrungen gesammelt. So wurde Jesus Vallejo in Frankfurt auf jenes Niveau gehoben, das ihn befähigt hat, in dieser Saison in den Kader von Real integriert zu werden. Gerüchte, Vallejo könnte zurückkehren, weil er nicht zum absoluten Stamm gehört, gibt es übrigens auch. Zurück zu Mascarell. Einen weiteren Trumpf hält die Eintracht auch noch in Händen: Der Spanier würde wohl gerne in Frankfurt bleiben.

Bei ihm wird der Club auch sicher größte Anstrengungen unternehmen, ihn nicht zu verlieren und womöglich mitbieten. Denn bei aller Begeisterung über die Geschlossenheit der Mannschaft, den Unterschied zwischen Mittelmaß und zumindest nationaler Klasse haben in der letzten Saison einzelne Spieler gemacht. Hradecky zum Beispiel, auch Wolf, beide sind sie weg. Mascarell ist einer der „Unterschiedsspieler“, Ante Rebic der nächste.

Um den Kroaten gibt es ebenfalls Spekulationen. Ab einer bestimmten Summe, die angeblich bei 40 Millionen Euro liegen soll, würde die Eintracht laut Bild-Zeitung schwach werden. Das würde zur Bobic-Philosophie passen. Doch der Eintracht-Boss weiß genauso, dass er die Substanz auch nicht zu sehr ausdünnen darf. Der 1.FC Köln, der vor einem Jahr für Anthony Modeste angeblich rund 26 Millionen Euro erhalten hat, ist ein warnendes Beispiel.

Immerhin, die Eintracht hat auch genug Geld zusammen, um selbst kräftig investieren zu können. Der Pokalsieg, die allgemein positive Entwicklung im Sponsoren- und Marketing-Bereich, die Steigerung der TV-Gelder und eine Aufstockung des Eigenkapitals um rund 15 Millionen Euro durch „Freunde der Adler“ auf jetzt 28 Millionen Euro haben die Basis in nie bekannte Höhen geschraubt. Bobic und Manager Hübner können also auch shoppen gehen, zumal ja auch schon Millionen Euro aufs Konto fließen werden, fünf Millionen für Wolf, 2,2 Millionen für Trainer Niko Kovac, bei Abgabe von Mascarell nochmal vier Millionen. Ausgegeben haben die Frankfurter knapp vier Millionen Euro, drei für Torwart Frederik Rönnow, 800.000 für Trainer Adi Hütter.

Quelle: op-online.de

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