Eintracht Frankfurt

Der EXTRA TIPP blickt zurück auf die furiose Saison der Eintracht

Zu den Europacup-Heimspielen zauberten die SGE-Fans beeindruckende Choreografien, wie hier vor der Partie gegen Lazio Rom. Foto: Hübner

Die SGE hat eine aufregende Saison hinter sich: Peinliches Aus in erster DFB-Pokalrunde, magische Euro-League-Nächte und Furore mit der „Büffelherde“. Der EXTRA TIPP erinnert an Höhe- und Tiefpunkte der abgelaufenen Spielzeit. Von Oliver Haas

Frankfurt – 50 Pflichtspiele hatte die Eintracht in diesem Jahr absolviert. Dabei schloss sich nach dem 1:5 bei den Bayern am letzten Bundesliga-Spieltag der Kreis einer furiosen SGE-Saison. Denn schon im ersten Spiel im August 2018 wurde der damals frisch gebackene Pokalsieger im Supercup-Spiel böse verprügelt. Am Ende leuchtete auf dem Videowürfel in der Commerzbank-Arena ein bitteres 0:5. Ein denkbar schlechter Einstand für den neuen Trainer Adi Hütter. Auch das zweite Spiel ging in die Hose. Und es wurde noch peinlicher. Nach dem 1:2 in der ersten Pokalrunde beim SSV Ulm wurde das Umfeld bereits unruhig. Zunächst wurden die Hütter-Skeptiker durch den 2:0-Bundesliga-Auftaktsieg in Freiburg besänftigt. 

Doch nur kurz. Denn dann folgten die Pleiten gegen Bremen (1:2) und in Dortmund (1:3). Am 20. September stand dann das erste Euro-League-Spiel in Marseille an. Wegen Fanausschreitungen der französischen Fans musste es ohne Zuschauer stattfinden. Sportlich war es aber der Start in eine famose Europacup-Saison, die so wohl kaum jemand erwartet hätte. Der 2:1-Erfolg war der erste von weiteren fünf überzeugenden Gruppensiegen, die gegen Lazio Rom, Apoel Nikosia und zu Hause gegen Marseille folgen sollten. In der Bundesliga kam die Eintracht ebenso in die Spur. 

Nachdem der Knoten im Heimspiel gegen Hannover 96 (4:1) auch spielerisch geplatzt war, leuchtete der Stern von Eintracht Stürmer Luca Jovic vor allem im Heimspiel gegen Düsseldorf besonders hell auf. Fünf Tore gelangen dem Serben beim 7:1 gegen überforderte Fortunen. Durch überzeugende Auftritte in Stuttgart (3:0), gegen Schalke (3:0) und erstmaligem Sieg in der Bundesliga-Geschichte in Augsburg (3:1) setzte sich die SGE im oberen Tabellendrittel fest. Dazwischen begeisterte die Hütter-Elf in der Europa League ganz Fußball-Deutschland, zog nach dem 4:0 zu Hause gegen Marseille noch vor dem letzten Gruppenspiel in Rom ins Sechtzehntelfinale ein.

In der Liga kam der Motor aufgrund der Doppelbelastung kurz vor Ende der Winterpause etwas ins Stottern. Nach der Heimniederlage gegen Wolfsburg (1:2), verlor die Eintracht 0:1 in Berlin, gewann mit Mühe 2:1 gegen Leverkusen, holte in Mainz ein 2:2 und verlor auch im Liga-Heimspiel gegen Kovac und seine Bayern (0:3).

Der gemeinsame Nenner aus den vergangenen Spielzeiten war stets der Absturz in der Rückrunde. Doch der blieb aus – vorerst. Denn die SGE zeigte mit dem als „Büffelherde“ titulierten Trio Sebastien Haller, Luca Jovic und Ante Rebic weiterhin Offensiv-Furore. Insgesamt traf das Trio 31 Mal für die Eintracht in der Bundesliga. Dort gab´s die erste Niederlage 2019 erst am 14. April zu Hause gegen Augsburg. 

Vorher sahen die Fans vier Remis und sieben Siege – sechs davon sogar in Folge. Ganz nebenbei wurden die Champions-League-Kaliber Schachtar Donezk (2:2 und 4:1) sowie Inter Mailand (0:0 und 1:0) aus dem Europacup geworfen. Und auch den Gegner im Euro-Viertelfinale, Benfica Lissabon, konnten die Hessen in der Summe der beiden Spiele besiegen. Im Hinspiel verlor man zwar 2:4, aber im Rückspiel reichte das Wunschergebnis von 2:0 fürs Halbfinale. 

Dabei hatte die SGE Beistand vom Fußballgott. Das 1:0 durch Kostic war wohl das klarste Abseitstor in der Europa League-Geschichte. Im Halbfinale wartete mit Chelsea London ein weiterer Hochkaräter. Und auch wenn die SGE in der Liga immer stärker schwächelte: Ihr Europacup-Gesicht zeigte sie weiterhin. Doch der Fußballgott wollte wohl seine Hilfe aus dem Viertelfinale wieder ausgleichen. Nach Pech im Elferschießen war Endstation. In der Liga wurde nach der 1:6-Klatsche in Leverkusen endgültig der verspätete Rückrundenabsturz eingeleitet. Dass am Ende ausgerechnet Mainz den Großstadtnachbar Frankfurt in letzter Sekunde zumindest in die Euro-Quali verhalf, passt zu dieser verrrückten SGE-Saison.

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