Hütter: „Nadelstiche setzen“

Europacup-Viertelfinale in Lissabon: Eintracht vor ihrem größten Spiel

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Eintracht Frankfurt vor größten Spiel

Am Donnerstagabend wird der „Adler“ fliegen, so oder so. Hier der Weißkopfseeadler, das Wappentier von Benfica Lissabon, dort der Steinadler, das Wappentier der Frankfurter Eintracht.

Lissabon - Um 21 Uhr (live bei RTL und DAZN) treffen der portugiesische Rekordmeister und der letzte im internationalen Wettbewerb verbliebe deutsche Teilnehmer im Viertelfinal-Hinspiel der Europa-League aufeinander. Der Frankfurter Trainer hat seine Erwartungen bei der offiziellen Pressekonferenz zusammengefasst. „Unser Traum lebt weiter, jetzt freuen wir uns gegen ein großes Benfica zu spielen“, sagte Adi Hütter, „zu Hause ist Benfica der Favorit, aber wir sehen uns auf Augenhöhe.“ Voraussetzung für ein optimales Resultat sei mindestens ein Auswärtstor. „Das wäre wahnsinnig wichtig“, sagt der Eintracht-Coach, „wir müssen wachsam, aufmerksam und sehr konzentriert sein.“

Schon am Mittwoch war die Vorfreude in der ganzen Stadt spür-und sichtbar. Tausende Frankfurter Fans schauten sich friedlich die Sehenswürdigkeiten der portugiesischen Hauptstadt an, saßen in der Cafés und Kneipen. Das „Estadio da Luz“ fasst knapp 64.000 Zuschauer, mindestens 3200 Frankfurter Fans werden live dabei sein. Womöglich auch noch ein paar mehr. Gute Stimmung ist also garantieret beim Aufeinandertreffen der zwei sich in Topform befindlichen Teams. Benfica ist Tabellenführer der heimischen Liga, die Eintracht Vierter der Bundesliga und in diesem Jahr in fünfzehn Spielen wettbewerbsübergreifend ungeschlagen. In der Europa-League hat die Eintracht seit vierzehn Spielen nicht mehr verloren (Letzte Niederlage am 7.November 2013 bei Maccabi Tel Aviv) und könnte bei einem weiteren Erfolg gegen Benfica den Rekord von Atletico Madrid (15 Spiele in der Saison 2011/12) einstellen.

Eintracht Frankfurt: Martin Hinteregger wieder fit

Die Frankfurter sind mit „voller Kapelle“ angereist, insgesamt 21 Spieler stehen im Aufgebot. Darunter allerdings mit dem dritten Torwart Jan Zimmermann und dem seit Monaten verletzten Timothy Chandler zwei Profis, die für einen Platz im Kader nicht in Frage kommen. Es ist also davon auszugehen, dass das Verletzten-Trio der letzten Woche so weit wieder hergestellt ist, um zumindest auf der Bank sitzen zu können. Mijat Gacinovic (Ferse), Sebastian Rode (Wade) und Sébastien Haller (Bauchmuskel) wären aber auch wichtige Alternativen für die Startelf. Der Trainer hielt sich wie immer bedeckt. Auf die Frage , wer von den Dreien spielen könne, sagte er: „Das sehen wir morgen.“

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Festgelegt hat er sich dagegen schon auf einen Einsatz von Martin Hinteregger, der sich ja auf Schalke die linke Mittelhand gebrochen hat. „Es funktioniert mit der Schiene überraschend gut, er hat über wenig Schmerzen geklagt“, sagte der Eintracht-Coach, „,wenn er signalisiert, dass es geht, wird er zum Einsatz kommen.“ Beim anschließenden offiziellen Training war nur wenig Erhellendes für die tatsächliche Aufstellung zu erkennen. Die „Spione“ von Benfica sahen auch nicht viel. Bis auf Sebastian Haller waren alle auf dem Platz. Doch das könnte ein Bluff sein. Auch beim letzten Spiel in Mailand hatte der Franzose beim Abschlusstraining gefehlt und dann am Tag darauf putzmunter gekickt.

Portugiese Goncalo Paciencia im Fokus

Im Fokus der portugiesischen Medien stand bei der Pressekonferenz auch Frankfurts Portugiese Goncalo Paciencia. Der hat einst beim großen Rivalen FC Porto gespielt, sein Bruder Vasco spielt in der U19 von Benfica. „Wir telefonieren jeden Tag“, sagte er lachend, aber Rücksicht auf die Gefühle des jüngeren Bruders (18) werde er natürlich nicht nehmen. Ein Tor gegen Benfica wäre „prima“ und grundsätzlich halte er in Portugal selbstverständlich für seinen Ex-Verein FC Porto.

Wie die Wiedersehen von Haris Seferovic und Luka Jovic mit ihren jeweils ehemaligen Klubs, sind das aus Sicht des Frankfurter Trainers nur Nebensächlichkeiten. Er fordert von seiner Mannschaft Konzentration auf das Wesentliche, große Disziplin, vor allem im Rückzugsverhalten gegen die Benfica-Konter. „Da sind sie richtig stark“, sagte Hütter, „die Konter müssen wir unterbinden.“ Und gleichzeitig selbst „Nadelstiche“ setzen. Hütter: „Unser Ziel sind ein oder zwei Tore.“

Eintracht Frankfurt: Trapp – Abraham, Hasebe, Hinteregger – Da Costa, Rode, Fernandes, Kostic – Gacinovic – Jovic, Rebic

Bank: Rönnow, Falette, Ndicka, Torró, Guzman, Willems, Haller, Paciencia

Von Peppi Schmitt

Quelle: op-online.de

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