Eintracht braucht noch vier Punkte

Europa-Traum trifft Abstiegsangst

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Frankfurt - Europa-Anwärter gegen Abstiegskandidaten - aus diesen Duellen bezieht die Bundesliga am vorletzten Spieltag ihre ganze Spannung. Von Peppi Schmitt

Mitten drin ist die Frankfurter Eintracht (46 Punkte), die den Tabellenvorletzten Hamburger SV empfängt. Die Frankfurter Konkurrenten um die internationalen Plätze, RB Leipzig (47) und Borussia Mönchengladbach (45) haben es mit zwei anderen höchst bedrohten Teams zu tun, mit dem VfL Wolfsburg und dem SC Freiburg. Ganz ähnliche Aufgaben also, auch wenn die Eintracht mit dem HSV wohl auf das formstärkste Team aus dem Keller treffen wird. Allerdings: Die Hamburger stehen mächtig unter Druck, sie könnten am Samstag zum ersten Mal in ihrer Bundesliga-Geschichte als Absteiger feststehen.

Mit im Rennen um Platz sechs und sieben sind auch noch der VfB Stuttgart (46) und Hertha BSC (43). Die Stuttgarter freilich stehen mit den Begegnungen gegen die TSG 19899 Hoffenheim und beim Meister Bayern vor den höchsten Hürden. Hertha könnte mit einem Sieg in Hannover am Ende ein „Endspiel“ zu Hause gegen Leipzig haben. Viel Spannung also in der Mitte und unten. Für die Eintracht bedeutet die Ausgangslage: Sechs Punkte würden sicher reichen, vier Punkte könnten reichen, vielleicht sogar drei, weniger nicht. Das Ziel ist klar. "Wie wollen alle in die Europa League", sagte Kevin-Prince Boateng. Alles andere wäre nach dem Verlauf der Saison auch eine Enttäuschung.

Die Angst vor dem siebten Platz, der Unannehmlichkeiten in der Vorbereitung auf die nächste Saison bringen könnte, ist nicht ganz unbegründet, aber wohl auch ein wenig übertrieben. Denn mit Ausnahme der Nationalspieler, die an der Weltmeisterschaft teilnehmen, hätten alle anderen Profis genügend Zeit sich zu erholen. Am 20. Mai gehen die Frankfurter nach dem Pokalendspiel in den Urlaub. Die Vorbereitung soll eigentlich am 1. oder 2. Juli beginnen. Bei Platz sieben und zwei Europa-League-Qualifikationsspielen am 26. Juli und 2. August müsste die Vorbereitung terminlich nach vorne geschoben werden, vielleicht auf den 25. Juni. Dann wäre immer noch mehr als ein Monat Urlaub für alle.

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Wie viele Nationalspieler später in den Trainingsbetrieb zurückkehren würden, ist allerdings offen. Aktuell wären das sicher der neue Torwart Frederik Rönnow (Dänemark), Abwehrspieler Makoto Hasebe (Japan), die Mittelfeldspieler Gelson Fernandes (Schweiz) und Mijat Gacinovic (Serbien) sowie Stürmer Ante Rebic (Kroatien). Ob die beiden Mexikaner Carlos Salcedo und Marco Fabián bei der WM dabei sind ist ebenso ungewiss wie ihre Zukunft in Frankfurt. Ein WM-Kandidat könnte noch Luka Jovic (Serbien) sein. Es geht also um eine Handvoll Spieler, unabhängig von Neuzugängen. Das klingt nicht nach einem Hexenwerk. Und vielleicht ist der neue Trainer ja sogar froh, wenn er seine Mannschaft schon ein paar Tage früher kennenlernen kann.

Quelle: op-online.de

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