SGE erkämpft sich gute Ausgangsposition für das Rückspiel gegen Flora Tallinn

Erste Euro-Hürde genommen: Eintracht überzeugt im Norden

Eintracht-Traube rund um Dejan Joveljic, der in seinem ersten Pflichtspiel gleich den wichtigen Treffer zum 1:2 gegen Flora Tallinn. Foto: Hübner

Alles klappte noch nicht. Kann es natürlich mitten in der Vorbereitung auch nicht. Dennoch zeigte die Eintracht bei ihrem 2:1-Auswärtssieg in der zweiten Qualifikationsrunde zur Europa-League eine vor allem kämpferisch tadellose Leistung. Von Oliver Haas

Es bleibt offenbar dabei: Europa-Cup kann die SGE!.

Frankfurt – Die erste Hürde ist geschafft. Auf dem Weg in die Europa-League-Gruppenphase hat sich die Eintracht am Donnerstag gegen Flora Tallinn eine gute Ausgangsposition geschaffen. Die SGE ging als klarer Favorit in das Spiel gegen den krassen Außenseiter. Und so spielte die Eintracht dann auch. Die Hessen hatten zu jeder Zeit das Spiel im Griff. Auch wenn die Gastgeber alles in die Waagschale warfen, um dem Euro-League-Halbfinalteilnehmer der Vorsaison ein Bein zu stellen. Doch auch der zwischenzeitliche Ausgleich, einzig durch schlampiges Zweikampfverhalten von Mijat Gacinovic verursacht, brachte das Hütter-Team nicht aus der Ruhe. An der Chancenverwertung kann jedoch noch gearbeitet werden. Gacinovic (63.), Danny da Costa (64.) und Rebic (70.) vergaben klare Möglichkeiten.

Die Eintracht hätte schon vor dem Rückspiel alles klar machen können. Hat sie nicht. Und das hätte sich sogar rächen können. Talinn traf kurz vor Schluss die Latte. Das Abstimmen der Lauf- und Passwege harmonierte noch nicht immer. Aber kann es ja auch noch gar nicht. Die Eintracht befindet sich immer noch mitten in der Vorbereitungsphase zur neuen Saison. Sie ist in einer Phase, wo ergebnistechnisch unbedeutende Testspiele anstehen und eigentlich mutig experimentiert werden sollte. So ein wichtiges Pflichtspiel wie am Donnerstag passt Trainer Adi Hütter in dieser Saisonphase normalerweise gar nicht ins Konzept. Dementsprechend gnädig ging er mit seinem Team um: „Wie ich angekündigt hatte, ist nicht alles rund gelaufen. Wichtig war, dass wir das erste Spiel gewonnen haben, und das verdient. Tallinn hat sich gut präsentiert, war taktisch diszipliniert und am Ende gefährlich. In der ersten Halbzeit hätten wir den Sack zu machen können, aber haben uns durch individuelle Fehler das Leben teilweise schwer gemacht.“ Wirklich geärgert haben ihn nur zwei Chancen für den Gegner am Ende.

Und auch Sportvorstand Fredi Bobic freute sich über den gelungenen Eintracht-Euro-Einstand: „Es war auf jeden Fall ein spannendes Spiel. Man hat schon gesehen, dass Tallinn im Saft steht und wir uns in der Vorbereitung befinden. Solche Spiele muss man einfach annehmen und den Schweinehund überwinden. Dejan Joveljic hat es beim Tor gut gemacht und insgesamt für frischen Wind gesorgt, was wichtig und gut ist.“

Bemerkenswertes am Rande: Wie gewohnt feierten nach dem Spiel die über 1800 mitgereisten Eintracht-Fans mit ihrem Team die allseits bekannten „Eintracht Frankfurt-International-Gassenhauer“. Allerdings kam sogar die Mannschaft von Flora Tallinn zur Gästekurve, um sich bei SGE-Ultras und allen anderen Adler-Fans für die tolle Stimmung zu bedanken. Ob der 2:1-Sieg im Baltikum reicht, zeigt sich kommenden Donnerstag. Dann steigt um 20.30 Uhr das Rückspiel in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Ist diese Hürde genommen, folgen im besten Fall noch zwei Gegner, die die Eintracht ausschalten muss, um das Ziel Europa-League-Gruppenphase zu erreichen.

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